„Briefe aus Paris. Ludwig Börne, das deutsch-französische Verhältnis und die Zukunft Europas“
Vortrag zum Antritt der Ludwig-Börne-Professur von Prof. Claus Leggewie, Politikwissenschaftler am ZMI der Universität Gießen, am 21. Juni 2016
Nr. 109 • 17. Juni 2016
Carl Ludwig Börne (1786–1837) gilt aufgrund seiner pointiert-witzigen anschaulichen Schreibweise als Wegbereiter der literarischen Kritik in Deutschland, insbesondere des Feuilletons. Er promovierte 1808 in Gießen, wo ihn der Kameralwissenschaftler August Friedrich Wilhelm Crome stark förderte. In Andenken an den großen Journalisten, Literatur- und Theaterkritiker hat die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) zum Wintersemester 2015/2016 die Ludwig-Börne-Professur eingerichtet.
Der namhafte Politikwissenschaftler Prof. Dr. Claus Leggewie ist Inhaber der Ludwig-Börne-Professur. JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee gratuliert ihm sehr herzlich: „Ich bin sehr froh darüber, dass wir mit Prof. Leggewie einen herausragenden Vertreter seines Faches für die Ludwig-Börne-Professur der JLU gewinnen konnten. Wir schätzen Prof. Leggewie als Impulsgeber, der schon zahlreiche politische Debatten angestoßen bzw. vorangetrieben hat.“
Zum Antritt der am Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) der JLU verankerten Professur wird Prof. Leggewie am 21. Juni 2016 um 18.15 Uhr einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Briefe aus Paris. Ludwig Börne, das deutsch-französische Verhältnis und die Zukunft Europas“ halten. Er wird einen Bogen von Ludwig Börne über das aktuelle deutsch-französische Verhältnis hin zur Zukunft Europas schlagen.
Zu der Veranstaltung im Biologischen Hörsaal, Uni-Hauptgebäude, sind die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sowie interessierte Gäste herzlich willkommen.
Carl Ludwig Börne
Als Publizist und Journalist unternahm Carl Ludwig Börne zahlreiche Reisen und ließ sich 1830 in Paris nieder. Er schrieb unter anderem für die Allgemeine Zeitung und engagierte sich für die Bewegung „Junges Deutschland“, mit dem Ziel der Verbreitung der Demokratie als Voraussetzung der Freiheit. Im französischen Exil beleuchtete er das deutsch-französische Verhältnis seiner Zeit kritisch. Seine 1830 bis 1834 in der Korrespondenz mit Jeanette Wohl entstandenen Briefe aus Paris leiteten aus der Pariser Julirevolution die Notwendigkeit einer Revolution in Deutschland ab. Diese Schriften, darunter auch die kritische Zeitschrift „Die Waage“, wurden verboten. Börne engagierte sich für eine deutsch-französische Freundschaft.
Die Ludwig-Börne-Professur
In Anlehnung an das Profil dieses europäischen Zeitdiagnostikers ist es Aufgabe der Ludwig-Börne-Professur, das deutsch-französische Verhältnis im Spannungsfeld von Europa und Weltgemeinschaft zu beobachten. Künftig soll es an der JLU eine jährlich stattfindende Börne-Vorlesung zu deutsch-französischen Themen geben.
Prof. Claus Leggewie
Claus Leggewie (Jahrgang 1950) ist Professor für Politikwissenschaft und seit Herbst 2015 der erste Inhaber der Ludwig-Börne-Professur an der JLU als Senior-Professor am ZMI.
Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und Geschichte in Köln und Paris promovierte und habilitierte er an der Universität Göttingen. Er lehrte von 1989 bis 2007 als Professor an der JLU sowie an den Universität Paris-Nanterre und der New York University. Darüber hinaus war er Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien, am Remarque Institute der New York University und am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
2001 gründete er das Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) an der JLU, wo er auch am Sonderforschungsbereich Erinnerungskulturen tätig war. Seit 2007 bis Herbst 2017 ist er Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen sowie des Centre for Global Cooperation Research in Duisburg. Seit 2008 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU). Prof. Leggewie arbeitet in inter- und transdisziplinären Zusammenhängen zu Themen der Klima- und Interkultur. Er ist Mitherausgeber der Reihen „Climate & Cultures“ (Leiden), „Interaktiva“ (Frankfurt/New York) und der „Routledge Global Cooperation Series“ (London) sowie der Zeitschriften Transit (Wien) und Blätter (Berlin). Leggewie ist Ehrendoktor der Theologie an der Universität Rostock und Träger des Universitätspreises der Universität Duisburg-Essen.
Prof. Leggewie ist national und international bekannt als Wissenschaftler, Publizist und Autor.
- Termin
Vortrag zum Antritt der Ludwig-Börne-Professur: 21. Juni 2016, 18.15 Uhr
Veranstaltungsort: Biologischer Hörsaal (Uni-Hauptgebäude), Ludwigstraße 23, 35390 Gießen
- Weitere Informationen
www.uni-giessen.de/fbz/zmi/das-zmi/clbp
- Kontakt
Prof. Dr. Claus Leggewie
Inhaber der Ludwig-Börne-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen
Zentrum für Medien und Interaktivität
Ludwigstraße 34, 35390 Gießen
Telefon: 0641 99-16351
Fax: 0641 99-16359
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