„Mirabile – Wunder und Wundersames“
„Schola“: Arbeitskreis für Antike und Mittelalter an der Universität Gießen lädt vom 6. bis 9. Oktober 2014 ein zum Studienkurs „Wunder“ – Öffentlicher Vortrag am 6. Oktober 2014
„Wunder geschehen nicht im Widerspruch zur Natur, sondern im Widerspruch zu dem, was wir von der Natur wissen.“ Dieses Zitat eines der bedeutendsten Denker der ausgehenden Antike, Aurelius Augustinus (354-430 n. Chr.), in seinem Hauptwerk „De civitate Dei“ (Vom Gottesstaat) hat der Arbeitskreis für Antike und Mittelalter der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) in den Mittelpunkt seiner Einladung zum Studienkurs „Mirabile – Wunder und Wundersames“ gestellt. Auf die Spuren großer Denker und Literaten und in den Bannkreis von Wunderbildern und wundersamen Architekturen begeben sich engagierte Studierende der Kulturwissenschaften aus höheren Semestern sowie Promovierende vom
6. bis 9. Oktober 2014.
Die interessierte Öffentlichkeit ist zu einem Abendvortrag von Rainer Kampling, FU Berlin, „Warum die Fähigkeit zu fliegen die Heiligsprechung gefährden kann. Der Versuch, das Wunderbare in die Neuzeit zu retten“ herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet am 6. Oktober 2014 um 19.00 Uhr im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34, statt.
Das Thema „Wunder“ wird im dreitägigen Studienkurs aus den unterschiedlichen fachspezifischen Perspektiven von Religion, Philosophie, Naturwissenschaften, Politik, Literatur und Kunst vermittelt und diskutiert. Neben Aspekten des Staunenswerten, Paradoxen, Unerklärlichen und Exotischen stehen Deutungs- und Erkenntnisprozesse im Vordergrund, die mit der Reflexion auf das Wunder verbunden sind. Jeweils 90minütige Lehreinheiten werden von den katholischen, evangelischen und islamischen Theologien, den Altphilologien, der Alten Geschichte, der Klassischen Archäologie, Kunstgeschichte, mittelalterlichen Geschichte, Germanistik und Anglistik bestritten. Epochale Schwerpunkte liegen in Antike und Mittelalter; einige Lehreinheiten und der Abendvortrag erweitern die Perspektive auf Wunder bis in die Gegenwart hinein.
Der Arbeitskreis Antike und Mittelalter existiert seit fünf Jahren. Er wurde gegründet, um die Professuren, deren Forschungen sich den mit Antike und Mittelalter umschriebenen Epochen und Kulturen widmen, stärker miteinander ins Gespräch zu bringen, da sie sich auf zwei Fachbereiche und eine Vielzahl von Instituten verteilen. In den ersten Jahren trafen sich die Mitglieder zu regelmäßigen informellen Vorträgen und Diskussionen, um die unterschiedlichen Interessensgebiete und Forschungsschwerpunkte kennenzulernen. Nachdem sich der Arbeitskreis unterdessen zu einer festen Institution im Leben der Fachbereiche 04 und 05 entwickelt hat, wurde nun beschlossen, mit dem Studienkurs eine erste gemeinsame Initiative – als Auftakt zu weiteren – zu starten. Das „Wunder“ erwies sich schnell als ein äußerst geeigneter gemeinsamer thematischer Raum, zu dem alle am Arbeitskreis beteiligten Fächer Substantielles beizutragen haben.
Um die Teilnahme am Studienkurs des Arbeitskreises für Antike und Mittelalter konnten sich fortgeschrittene Studierende (Bachelor-, Master- und Staatsexamensstudiengänge) aus historisch und kulturwissenschaftlich arbeitenden Fächern bewerben. Ausgewählt wurden letztlich 19 Studierende sowie fünf Doktorandinnen und Doktoranden, deren Projekte sich mit der Thematik des Studienkurses befassen – beispielsweise im Rahmen von Arbeiten über Mirakelbücher oder das Staunen im höfischen Roman. Die Veranstalter freuen sich besonders darüber, dass es gelungen ist, auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Berlin, Graz und Zürich für das Programm des Gießener Studienkurses zu interessieren. Dort werden neben der intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Wunder auch das Einüben akademischer Diskussionskultur und das Erproben unterschiedlicher fachlicher und methodischer Zugänge zu Texten, Bildern und anderen Artefakten eine Rolle spielen.
- Termin
Studienkurs „Wunder“ des Arbeitskreises für Antike/Mittelalter an der JLU Gießen
vom 6. bis 9. Oktober 2014 (Auftakt um 9.00 Uhr, im Philosophikum I, Haus G, 1. Stock, Bibliothek der Klassischen Philologien (G 131))
Öffentlicher Vortrag von Rainer Kampling (FU Berlin): „Warum die Fähigkeit zu fliegen die Heiligsprechung gefährden kann. Der Versuch, das Wunderbare in die Neuzeit zu retten“
am 6. Oktober 2014 um 19.00 Uhr im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34, 35390 Gießen
- Weitere Informationen
www.uni-giessen.de/cms/ueber-uns/veranstaltungen/seminar/mirabile
Kontakt
Prof. Dr. Silke Tammen
Institut für Kunstgeschichte
Otto-Behaghel-Straße 10 G
35394 Gießen
Telefon: 0641 99-28290/1
Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041