Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach erhält Liebig-Gedenkmünze
JLU würdigt herausragendes Engagement des Leiters des Universitätsorchesters – Bereicherung des kulturellen Lebens in der Universitätsstadt Gießen und Konzertreisen
Nr. 79 • 10. Juni 2026
Die Konzerte des Universitätsorchesters der Justus-Liebig-Universität Gießen bereichern das kulturelle Leben in der Universitätsstadt Gießen seit Jahrzehnten und begeistern das Publikum auch auf internationalen Konzertreisen. Am Dirigentenpult steht seit mehr als 20 Jahren Universitätsmusikdirektor (UMD) Stefan Ottersbach, ohne dessen außerordentliches Engagement, seine ansteckende Begeisterung für kunstvolles Zusammenspiel und sein musikalisches Gespür derartige Konzert-Höhepunkte nicht möglich wären. Die Aufführungen verbinden musikalisches Arbeiten mit interkulturellem Austausch und stärken zugleich die internationale Sichtbarkeit der Universität. In Würdigung seiner herausragenden Verdienste hat Universitätsmusikdirektor (UMD) Stefan Ottersbach im Rahmen der Senatssitzung am 10. Juni 2026 die Liebig-Gedenkmünze erhalten.
Die JLU vergibt die Liebig-Gedenkmünze auf Beschluss des Senats an Persönlichkeiten, die den Erfolg der Universität oder einzelner Fachgebiete in besonderem Maße gefördert haben. Das Universitätsorchester unter der Leitung von UMD Stefan Ottersbach hat sich als musikalischer Botschafter der Universität im In- und Ausland verdient gemacht. Konzertreisen führten das Ensemble unter seiner Leitung nach Schweden, Schottland, Irland, Polen, Ungarn, Kroatien sowie in mehrere Balkanländer. Bei der letzten Orchesterreise standen im Frühjahr 2025 verschiedene Konzerte in Italien auf dem Programm, die begeistert aufgenommen wurden.
JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz dankt UMD Stefan Ottersbach herzlich für seinen Einsatz. Sie hebt die positive Außenwirkung durch das Universitätsorchester hervor, die mit der Liebig-Gedenkmünze gewürdigt wird: „Nicht nur in Mittelhessen dürfen sich Musikinteressierte regelmäßig auf Konzerte auf höchstem musikalischem Niveau und in stilistischer Vielfalt freuen. Durch die ausgeprägte Orchesterreisetätigkeit ist es UMD Stefan Ottersbach gelungen, die JLU als Heimat des Orchesters auf nationalen und internationalen Tourneen positiv zu besetzen.“
In der Würdigung wird zugleich betont, dass es UMD Ottersbach gelungen sei, das Universitätsorchester der JLU auf ein gestalterisches und musikalisches Niveau zu heben, das in weiten Teilen einem professionellen Orchester entspricht. Bemerkenswert sei, dass die große Anerkennung der musikalischen Gemeinschaftsleistungen nicht durch das Musizieren bekannter und beliebter Stücke erworben wurde, sondern durch eine Auswahl von Stücken, die Musizierende und Hörende fordert. Es sei die besondere Leistung von UMD Ottersbach, dass diese Leistung kontinuierlich erzielt wird, und zwar trotz regelmäßiger Wechsel in der Orchesterbesetzung, bedingt durch Beendigung oder Neuaufnahme des Studiums oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit an der JLU.
In den Semesterabschlusskonzerten werden regelmäßig Musikstücke präsentiert, die die Breite der symphonischen Musik abdecken, neue Verbindungen zeigen und Bekanntes mit Unbekanntem kombinieren. Ein Höhepunkt war beispielsweise im Jahr 2017 die Uraufführung von „Through a glass, darkly“, ein Werk des 1960 geborenen amerikanischen Komponisten Sidney Corbett, als Auftragskomposition der Gießener Hochschulgesellschaft (GHG) für die JLU. Unvergessen auch die Zusammenarbeit mit Gießener Chören, etwa 2014 beim „War Requiem“, sowie zahlreiche Auftritte renommierter Solistinnen und Solisten.
Im Zentrum der Orchesterarbeit stehen Werke aller musikalischen Epochen, darunter großbesetzte Sinfonien, Chorsinfonik und Solokonzerte sowie regelmäßig auch Uraufführungen zeitgenössischer Werke. Diese stilistische Vielfalt spiegelt den Anspruch wider, musikalisch auf hohem Niveau zu arbeiten und zugleich neue Impulse zu setzen. Spiritus Rector hinter diesen Erfolgen ist Orchesterleiter Ottersbach.
UMD Stefan Ottersbach
Stefan Ottersbach, Jahrgang 1966, hat an den Musikhochschulen in Köln, Bern, Düsseldorf und München Violine, Kammermusik und Dirigieren studiert. In München schloss er sein Studium mit dem Meisterklassendiplom der Hochschule für Musik ab. Von 1992 bis 1999 war er als Konzertmeister oder Stimmführer in verschiedenen deutschen und schweizerischen Orchestern engagiert. Von 1993 bis 1997 war er Primarius des Pegasos-Quartetts Stuttgart, dessen Arbeit sich im Besonderen der sogenannten „Entarteten Musik“ widmete. Nach mehrjähriger Tätigkeit als musikalischer Leiter der Heidenheimer Volksschauspiele wurde Ottersbach 1999 zum 1. Kapellmeister ans Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen berufen. Dort leitete er u.a. die deutsche Erstaufführung von Aaron Coplands Oper „The Tender Land“ und die Uraufführung von Ludger Vollmers Oper „Paul und Paula“.
Diese Liebe zur modernen Musik hat sich Stefan Ottersbach erhalten und bis heute an vielfältigen Orten gezeigt, vor allem auch in seiner Tätigkeit seit 2005 als Universitätsmusikdirektor an der JLU. Von 2006 bis 2011 übernahm er zusätzlich einen Lehrauftrag für Orchesterleitung an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe; ab 2017 hatte er dort acht Jahre lang eine feste Stelle als Dozent für Orchesterleitung inne und war ab 2019 außerdem Dirigent des dortigen Schulmusikorchesters. Diese Aufgaben nahm Stefan Ottersbach bis 2025 ergänzend zu seiner Gießener Tätigkeit wahr.
Von 2009 bis 2017 war er außerdem Chefdirigent der Frankfurter Sinfoniker, mit denen er verschiedene Rundfunk- und Fernsehproduktionen beim Hessischen Rundfunk realisierte.
Weitere Informationen
Termin
Zum Vormerken: Das Semesterabschlusskonzert des Universitätsorchesters der JLU unter Leitung von UMD Stefan Ottersbach im Sommersemester 2026 findet am 4. Juli 2026
um 19.30 Uhr in der Bonifatiuskirche in Gießen statt:
www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/orchester/konzerte/semesterabschlusskonzert
Kontakt
Universitätsorchester der JLU Gießen
Ludwigstraße 23
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E-Mail: orchester
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