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Dramatik, Poesie und Experiment: Semesterabschlusskonzert des Universitätsorchesters in der Bonifatiuskirche

William Walton, Aaron Copland, Fanny Hensel und Robert Schumann am 4. Juli 2026 im Programm – Solistin Sybille Plocher zu Gast

Nr. 95 • 24. Juni 2026

Das Universitätsorchester der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beschließt das Sommersemester 2026 mit einem Konzert, das von Dramatik, Poesie und musikalischer Innovation geprägt ist. Am Samstag, 4. Juli 2026, um 19.30 Uhr lädt das Ensemble unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach in die Bonifatiuskirche in Gießen ein. Auf dem Programm stehen William Waltons orchestrale Hommage an den britischen Kampfgeist im Zweiten Weltkrieg, Aaron Coplands düster-poetische Dickinson-Vertonungen, Fanny Hensels virtuose Szene „Hero und Leander“ – und Robert Schumanns revolutionäre 4. Sinfonie, die nach ihrer Uraufführung zunächst scheiterte, später aber zum Triumph wurde.

Das Programm spannt einen weiten Bogen durch verschiedene Epochen und musikalische Stimmungen: Den Auftakt bildet William Waltons „Spitfire: Prelude and Fugue“. Die Musik entstand 1942 als Filmmusik für „The First of the Few“, ein Porträt des Konstrukteurs der berühmten „Spitfire“-Jagdflugzeuge. Walton schrieb diese Werke als moralische Unterstützung für die britische Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs – eine Arbeit, die ihn zugleich davor bewahrte, selbst eingezogen zu werden. Das Konzertstück ist ein atmosphärischer Extrakt dieser Filmmusik.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Aufführung von Aaron Coplands Orchesterfassung der „Twelve Poems of Emily Dickinson“. Copland vertonte 1950 zwölf Gedichte der amerikanischen Dichterin; 1970 instrumentierte er acht davon für Orchester. Copland sah in Dickinsons Texten eine tiefe Verbundenheit zur Auseinandersetzung mit dem Tod, die ihn an die Liederzyklen Gustav Mahlers erinnerte – Anklänge, die in dieser Version bewusst spürbar sind.

Mit Fanny Hensels dramatischer Szene „Hero und Leander“ (1832) steht ein Werk einer der bedeutendsten Komponistinnen des 19. Jahrhunderts auf dem Programm. Es handelt sich um die hochbegabte Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, deren Kompositionstätigkeit von ihrem Ehemann vorbehaltlos unterstützt wurde – was in dieser Zeit nicht die Regel war. 

Den Abschluss bildet Robert Schumanns 4. Sinfonie in d-Moll. Die Entstehungsgeschichte ist eng mit seiner Ehefrau Clara Wieck verknüpft, der er das Werk 1841 als „Symphonische Fantasie“ widmete. Nach einer ersten, kritisch aufgenommenen Fassung überarbeitete Schumann das experimentelle Werk zehn Jahre später grundlegend. In der nun vorliegenden Fassung von 1851 wurde die Sinfonie zu einem der größten Erfolge des Komponisten.


Nach mehreren erfolgreichen gemeinsamen Konzerten in den vergangenen Jahren (unter anderem Carl Orffs „Carmina Burana“ oder das „War Requiem“ von Benjamin Britten) musiziert in diesem Jahr die Sopranistin Sybille Plocher wieder gemeinsam mit dem Universitätsorchester.

Die Eintrittskarten sind an der Abendkasse (Einlass ab 18.30 Uhr) oder vorab online unter www.uni-giessen.de/orchester erhältlich.

Termin

Samstag, 4. Juli 2026, 19:30 Uhr
Kirche St. Bonifatius, Liebigstraße, Gießen

 

Weitere Informationen


https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/orchester/konzerte/semesterabschlusskonzert - Vorverkauf

 

Kontakt

Stefan Ottersbach, Universitätsmusikdirektor 
Telefon: 0641 99-12013
Mail: Stefan.Ottersbach

 

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • pressestelle@uni-giessen.de

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