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Buntes Street-Art-Wandgemälde erinnert an Wilhelm Conrad Röntgen

Universität Gießen weiht ein Faksimile von Röntgens Nobelpreis-Urkunde sowie ein Wandgemälde des Künstlerkollektivs 3Steps zu ihrem berühmten Professor ein

Nr. 158 • 22. Oktober 2020

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Einweihung des Street-Art-Wandgemäldes des Künstlerkollektivs 3Steps zu Wilhelm Conrad Röntgen an der JLU. Foto: JLU / Katrina Friese

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Dr. Peter Hanker, Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, und JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee (r.) vor dem Faksimile von Röntgens Nobelpreis-Urkunde im Universitätshauptgebäude. Foto: JLU / Katrina Friese
Im Röntgen-Jahr gedenkt auch die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ihres berühmten Professors und Nobelpreisträgers auf besondere Weise. So erinnert nun auch ein Faksimile von Wilhelm Conrad Röntgens Nobelpreis-Urkunde im Flur des ehemaligen Physikalischen Instituts im Universitätshauptgebäude an die wissenschaftliche Leistung des Forschers. Zudem ziert ein Street-Art-Wandgemälde mit Röntgen-Motiven die Trafo-Station zwischen dem Universitätshauptgebäude und dem Theaterlabor. Es wurde vom Gießener Künstlerkollektiv 3Steps gestaltet. Heute sind das Faksimile und das Wandgemälde in kleinem Kreis eingeweiht worden.
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Faksimile von Röntgens Nobelpreisurkunde. Foto: JLU / Katrina Friese

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Röntgen-Porträts und eine der ersten Röngtenaufnahmen – die Hauptseite des Kunstwerks. Foto: JLU / Katrina Friese

„Ich freue mich sehr darüber, dass Wilhelm Conrad Röntgen nun an seiner ehemaligen Wirkungsstätte noch sichtbarer ist“, so JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Schließlich ist seine bahnbrechende wissenschaftliche Leistung nach wie vor höchst aktuell, was sich auch in dem Street-Art-Wandgemälde widerspiegelt.“ Er dankte der Volksbank Mittelhessen, die die Erstellung des Faksimiles gefördert hat, sowie der Gießener Hochschulgesellschaft (GHG), die sich an der Realisierung des Wandgemäldes finanziell beteiligt hat.
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„Breaking New Paths“ – Seite des Wandgemäldes in Richtung des Universitätshauptgebäudes. Foto: JLU / Katrina Friese


„Röntgenstrahlung ist aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken“, sagte Prof. Dr. Markus Thoma, Leiter der AG Atom-, Plasma- und Raumfahrtphysik.  „Nicht nur in der Medizin, Biologie und Materialwissenschaften spielt sie eine wichtige Rolle, sondern auch in den Grundlagenwissenschaften wie der Astrophysik. So sind schwarze Löcher, für deren Entdeckung dieses Jahr der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, extrem starke Röntgenquellen.“
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Auszüge aus dem ersten Manuskript zur Entdeckung der Röntgenstrahlen sind auf dieser Seite des Wandgemäldes zu sehen. Foto: JLU / Katrina Friese

Der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen lehrte und forschte von 1879 bis 1888 an der Universität Gießen. Im Jahr 1880 bewirkte er den Umzug des Physikalischen Instituts aus der Frankfurter Straße in das neugebaute Universitätshauptgebäude. Sein Institut befand sich im rechten Flügel des Erdgeschosses, in dem sich heute das Dienstzimmer des JLU-Präsidenten befindet. Im Flur dieses Flügels im Erdgeschoss erinnert bereits eine Büste an Röntgen, die von Ernst Kunst (1896-1959) im Jahr 1932 geschaffen wurde. Auch die Reproduktion von Röntgens Nobelpreis-Urkunde hat hier ihren Platz gefunden.

Das dreiseitige Street-Art-Wandgemälde zeigt auf der dem Parkplatz zugewandten Seite zwei Porträts von Röntgen, das größere davon wurde um 1879 in Gießen aufgenommen. Außerdem symbolisiert ein großes X die Röntgenstrahlen, deren Einsatzmöglichkeit durch eine Röntgenaufnahme der Hand des Anatomen Albert von Kölliker, aufgenommen im Jahr 1896 während eines öffentlichen Vortrags zum Thema. Im Vordergrund ist eine Skizze von Röntgens Experimental-Apparatur dargestellt. Dieser Teil des Kunstwerks wird auf der rechten Seite des Gebäudes mit dem großformatigen Schriftzug RAY fortgesetzt – das X der X-Rays befindet sich auf der Hauptwand. Außerdem sind hier Auszüge aus dem ersten Manuskript zur Entdeckung der Röntgenstrahlen zu sehen. Die Seite des Wandgemäldes, die zum Universitätshauptgebäude zeigt, symbolisiert mit der Darstellung eines Schädel-CT die Weiterentwicklung in den bildgebenden Verfahren. In diesem Teil des Gemäldes tritt der Graffiti-Schriftzug „Breaking New Paths“ in den Vordergrund – ein aktueller Bezug zur JLU und ein Appell, immer wieder neue Wege in Forschung, Lehre und Transfer zu beschreiten.

„Röntgens Porträt an diesem bedeutenden Ort in Gießen war eine besondere Herausforderung und Ehre zugleich für uns“, so Dr. Kai H. Krieger von 3Steps. „Sein Abbild soll präsent und nah wirken, sodass junge Menschen sich unmittelbar für ihn und seinen Forschergeist begeistern können.“

Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923)

Wilhelm Conrad Röntgen war von 1879 bis 1888 ordentlicher Professor der Physik an der Universität Gießen. Später lehrte er als Professor an den Universitäten in Würzburg und München. Für die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen im Physikalischen Institut der Universität Würzburg am 8. November 1895 erhielt er 1901 als Erster den Nobelpreis für Physik. Röntgen selbst nannte seine Entdeckung X-Strahlen, daher werden sie heute noch im Englischen als „x-rays“ bezeichnet. Im Röntgenjahr 2020 wird an 125 Jahre Entdeckung der Röntgenstrahlen sowie an den 175. Geburtstag Röntgens erinnert.

Während seiner Zeit in Gießen veröffentlichte Röntgen etwa zwanzig wissenschaftliche Aufsätze, darunter Arbeiten zum „Röntgenton“, in denen er zeigte, dass Gase Wärmestrahlen absorbieren, und die Arbeiten zum Nachweis des Magnetfeldes, das von einem Verschiebungsstrom erzeugt wird („Röntgenstrom“).

Die JLU vergibt jährlich den renommierten Röntgen-Preis für hervorragende Arbeiten zur strahlenphysikalischen und strahlenbiologischen Grundlagenforschung. Pfeiffer Vacuum und die Ludwig-Schunk-Stiftung stiften gemeinsam das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro.


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