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„Beeindruckende Spannweite, theologische Tiefenschärfe, innovative Positionsbestimmungen“

Verleihung des Erwin-Stein-Preises an Prof. i.R. Dr. theol. Eilert Herms am 14. April 2026

16. April 2026
Pressemitteilung der Erwin-Stein-Stiftung

Drei Männer in Anzügen und eine Frau im Kostüm stehen in der Aula. Professor Herms steht in der Mitte und hält seine Urkunde vor dem Körper.
Gruppenbild nach der Verleihung des Preises. v.l. Prof. Reimer, Prof. Klöckner, Preisträger Prof. Herms, Prof. David. Foto: Christian Lademann

Mit dem mit 15.000 € dotierten Erwin-Stein-Preis hat die Erwin-Stein-Stiftung Gießen in einer öffentlichen Feierstunde in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) am 14. April 2026 den Tübinger Theologen Prof. i.R. Dr. theol. Eilert Herms für sein Lebenswerk ausgezeichnet und damit insbesondere seine Forschungsarbeiten auf dem Feld der Systematischen Theologie und der Sozialethikgewürdigt. Der Preis wird für hervorragende interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeiten verliehen, die von geistiger Unabhängigkeit zeugen und für die europäische Kultur in kritischer Auseinandersetzung mit der Gegenwart bedeutsam sind. In einer facettenreichen Laudatio würdigte der ehemalige Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio (Bonn) das Werk des Preisträgers. 

Prof. i.R. Dr. theol. Eilert Herms hat evangelische Theologie (mit den Schwerpunkten Systematische Theologie und Sozialethik) an den Universitäten Kiel, München, Mainz und Tübingen gelehrt. Sein umfangreiches Oeuvre reicht von Grundlagenfragen der Dogmatik und Studien zu Luther und Schleiermacher bis hin zur Sportethik und Wirtschaftsethik. Die Summe seines Forschens zieht er in seinem dreibändigen Werk „Systematische Theologie. Das Wesen des Christentums: In Wahrheit und aus Gnade leben“. 

Wortlaut der Preisurkunde

„Die Erwin-Stein-Stiftung verleiht den Erwin-Stein-Preis für das Jahr 2026 Herrn Professor i. R. Dr. Eilert Herms in Würdigung seiner herausragenden Forschungen zur Evangelischen Theologie und Christlichen Gesellschaftslehre. 

Das Lebenswerk von Eilert Herms zeichnet sich aus durch eine beeindruckende Spannweite, die durch theologische Tiefenschärfe und innovative Positionsbestimmungen besticht: Seine Studien zu Martin Luther, Johann Gottfried Herder und Friedrich Schleiermacher, David Hume, Josiah Royce und William James, zur Theologie als Professionswissenschaft und zu einer realistischen Ökumene, zur Sportethik, Bioethik, Wirtschaftsethik und Sozialethik, zu Wissenschaft, Politik und Recht im Pluralismus, zu den Begriffen der Erfahrung, Freiheit, Menschenwürde, Offenbarung, Wahrheit und Zeit sowie zur Hermeneutik und Praxis des kirchlichen Christentums in der Gesellschaft nehmen die Erfahrung radikaler Geschichtlichkeit menschlichen Lebens, Verstehens und Erlebens und die Bildungsbedürftigkeit und Bildungsfähigkeit des Menschen als Praxissituation endlicher Freiheit ernst. Sie sind Beiträge zu einer konsequent perspektivischen, nämlich christlichen Gesellschaftstheorie des prinzipiellen Pluralismus koexistenter Kulturen.

Mit seiner schlüssigen Betonung der wesentlichen Bedeutung der anthropologisch fundierten gesellschaftlichen Institutionen des Rechts und der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Lebenssinnkommunikation hat Prof. Eilert Herms einen unverzichtbaren Beitrag dazu geliefert, kulturelle Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und so das Gemeinwohl zu stärken. Maßstäbe setzend, liegen diese profilierten Einsichten gebündelt vor in seinem dreibändigen Werk Systematische Theologie. Das Wesen des Christentums: In Wahrheit und aus Gnade leben.
Zugleich auf Vermittlung seiner Forschungserträge in die Breite der pluralistischen Gesellschaft Wert legend, hat Eilert Herms mit seinem Lebenswerk – ganz im Sinne Erwin Steins – den akademischen wie den kirchlichen und gesellschaftlichen Dialog angeregt und vertieft.“

Erwin Stein, geboren 1903 in Grünberg, gehörte nach Studium und Promotion an der Universität Gießen und anwaltlicher Tätigkeit während des Zweiten Weltkriegs zu den Vätern der hessischen Verfassung. Er amtierte als hessischer Kultus- und Justizminister, bevor er 1951 in das neugegründete Bundesverfassungsgericht gewählt wurde, dem er 20 Jahre lang angehörte. Er gilt als einer der einflussreichsten Richterpersönlichkeiten des Bundesverfassungsgerichts. 

Die Erwin-Stein-Stiftung gründete Stein kurz vor seinem Tode im Jahre 1991. Ihr Zweck ist die Förderung der wissenschaftlichen Forschung, der Erziehung, der Volks- und Berufsbildung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens. Die Stiftung hat ihren Sitz in Gießen. 

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Franz Reimer, franz.reimer
Prof. Dr. Philipp David, philipp.david

 

 

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Forschung