Gießener Zentrum Östliches Europa feiert 20jähriges Bestehen
Glückwünsche zum Jubiläum des GiZo: 20 Jahre interdisziplinärer Forschungs- und Lehrschwerpunkt zum östlichen Europa an der JLU Gießen – Festakt am 7. Juli 2026
Nr. 103 • 8. Juli 2026
Kooperationen, Konflikte und Kriege, geografische und wirtschaftliche Unterschiede, verflochtene politische und historische Bezüge sowie kulturelle und sprachliche Diversität – eine große Vielfalt prägt das östliche Europa. Umso wichtiger ist es, diese komplexen Zusammenhänge in ihrer Bedeutung für Europa insgesamt zu beschreiben, zu analysieren und zu bewerten. Genau dies passiert im Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) seit seiner Gründung am 14. Juli 2006. Intensiv arbeiten hier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kultur-, Sozial-, Politik-, Wirtschafts-, Rechtswissenschaften zusammen.
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums lud das GiZo zu einem Festakt im Alexander-von-Humboldt-Gästehaus der JLU ein. Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Politik, darunter der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels, der ein Grußwort sprach, Vertretungen nationaler und internationaler Partnerinstitutionen, JLU-Mitglieder und internationale Studierende nahmen an der Feier teil. Besonders willkommen geheißen wurden ukrainische Teilnehmende einer Summer School des DAAD-geförderten Deutsch-Ukrainischen Hochschulnetzwerks (DUHN) des GiZo. Den Festvortrag hielt der renommierte Osteuropahistoriker Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, Ludwig-Maximilians-Universität München, zum Thema „Eine komplizierte Beziehung in der Mitte Europas: Deutschland und die Ukraine seit dem 19. Jahrhundert.“
Im Namen des Präsidiums gratuliert JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz dem GiZo-Team zum Jubiläum. Sie bedankt sich herzlich bei der geschäftsführenden Direktorin des Zentrums, Prof. Dr. Monika Wingender, sowie bei allen Kolleginnen und Kollegen, die das GiZo tragen, gestalten und weiterentwickeln: „Für die JLU ist das GiZo ein zentraler Bestandteil, der uns sehr bereichert. Ihre Arbeit zeigt, wie lebendig Internationalität und Interdisziplinarität an der JLU gelebt werden.“ Prof. Dr. Wencke Gwozdz, JLU-Vizepräsidentin für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, hielt bei der Festveranstaltung ein Grußwort und überbrachte die Glückwünsche des Präsidiums. Sie lobte: „Ihr Engagement, ihre Entschiedenheit und ihre wissenschaftliche Weitsicht prägen dieses Zentrum seit vielen Jahren. Ohne Sie alle wäre das GiZo nicht das, was es heute ist.“
Wissenschaftsminister Timon Gremmels betonte: „In Zeiten von Desinformation, Polarisierung und geopolitischen Spannungen brauchen Politik und Gesellschaft Einrichtungen wie das GiZo. Es schafft Orientierung, fördert den Dialog und trägt dazu bei, dass öffentliche Debatten auf wissenschaftlicher Grundlage geführt werden. Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des GiZo ist die Beteiligung an unserem Forschungsförderprogramm LOEWE. Gemeinsam mit dem Marburger Herder-Institut hat es den erfolgreichen LOEWE-Schwerpunkt ,Konfliktregionen im östlichen Europa‘ koordiniert. Der Verbund hat auf beeindruckende Weise die Profilbildung der beteiligten Einrichtungen gestärkt und den Osteuropa-Schwerpunkt der Universität nachhaltig verstärkt.“
Der geschäftsführenden GiZo-Direktorin Prof. Dr. Monika Wingender war es ein wichtiges Anliegen, anlässlich des Jubiläums allen Beteiligten sowie den Partnerinnen und Partnern zu danken: „20 Jahre Gießener Zentrum Östliches Europa, das bedeutet 20 Jahre gelebte Überzeugung, dass Wissenschaft Orientierung schafft, Dialog ermöglicht und Verständnis stiftet für eine Region, die höchste Relevanz für die Zukunft des gesamten Europa hat. Es ist uns im GiZo gelungen, Forschende und Lehrende aus unterschiedlichen Disziplinen, Ländern und Erfahrungshorizonten zusammenzubringen. Daraus entsteht etwas, das wir gerade heute dringender brauchen denn je: ein vertieftes Verständnis des östlichen Europas und ein vielfältiges Angebot an Deutungswissen zu dieser Region.“
Weitere Grußworte hielten Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Vorstand Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde, und der GiZo-Beiratsvorsitzende Prof. em. Dr. Sebastian Kempgen, Universität Bamberg. Für das GiZo-Direktorium gab Prof. Dr. Monika Wingender einen Rückblick und Ausblick zur Arbeit im Schwerpunkt zum östlichen Europa an der JLU. Der Festakt wurde musikalisch von der international besetzten Band ,,Mala Isbushka" umrahmt, die traditionelle Stücke – unter anderem aus Osteuropa und dem Balkan – vortrug.
Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo)
Das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) ist das regionalwissenschaftliche Forschungs- und Lehrzentrum zum östlichen Europa an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das GiZo wurde im Juli 2006 gegründet und bündelt die Forschung und Lehre zum östlichen Europa in Hessen. Das Gießener Zentrum baut auf einer starken Tradition der Osteuropaforschung in den Kultur-, Sozial-, Politik-, Wirtschafts-, Rechts- und Agrarwissenschaften an der JLU auf. Im Mittelpunkt stehen die Forschung und Lehre zu Kulturen und Gesellschaften in der Region des östlichen Europas in Geschichte und Gegenwart.
Das GiZo profitiert von einer exzellenten institutionellen und inhaltlichen Vernetzung innerhalb der Disziplinen, mit universitätsinternen Institutionen (Forschungsbereiche, GCSC und weitere Graduiertenzentren, Fachbereiche und Zentren) sowie mit nationalen und internationalen Partnerinnen und Partnern. Hervorzuheben ist die enge erfolgreiche und freundschaftliche Zusammenarbeit mit zwei JLU-Partneruniversitäten: Universität Lodz, Polen, und National University of Kyiv-Mohyla Academy (NaUKMA), Kyiv, Ukraine. Im Rahmen seines Ukraine-Schwerpunkts übernimmt das GiZo somit eine wissenschaftliche Verantwortung in herausfordernden Zeiten.
In Hessen ist das GiZo eng verwoben, vor allem mit dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung mit Sitz in Marburg, und dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt.
Das GiZo hat sich zum Ziel gesetzt, mit seinem interdisziplinären Ansatz das östliche Europa im Kontext von Gesamteuropa zu beschreiben, zu analysieren und zu bewerten. Die Fächer- und Methodenvielfalt spiegelt sich auch im Curriculum des Masterstudiengangs „Interdisziplinäre Studien zum Östlichen Europa“ wider. Dieser kann seit dem Wintersemester 2007/08 in einem deutschen und seit 2021 in einem englischen Track studiert werden. Im neuen, vom DAAD geförderten Deutsch-Ukrainischen Hochschulnetzwerk (DUHN) wird dieser Master um einen Double Degree „Ukraine in Europe“ gemeinsam mit der Universität Kyiv ergänzt. Die internationale Ausrichtung des GiZo schafft Lernräume, die weit über klassische Seminare hinausgehen. Summer Schools, Austauschprogramme, gemeinsame Lehrformate mit Partneruniversitäten und die frühe Einbindung in Forschungsprojekte – all das eröffnet den Studierenden Räume, in denen sie kritisch denken, interkulturelle Kompetenz entwickeln und wissenschaftliche Neugier entfalten können.
Weitere Informationen
https://www.uni-giessen.de/gizo
Kontakt
Prof. Dr. Monika Wingender, geschäftsführende Direktorin des GiZo
Dr. Aksana Braun, Geschäftsführung
Gießener Zentrum Östliches Europa der Justus-Liebig-Universität Gießen (GiZo)
Otto-Behaghel-Straße 10 E, D-35394 Gießen
Telefon: 0641 99-31166
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