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Professur für Sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung mit dem Schwerpunkt Nachhaltige Ernährungssysteme


An der Professur für Sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung mit dem Schwerpunkt Nachhaltige Ernährungssysteme stehen in Forschung und Lehre die Bedingungen und Dynamiken der Nachhaltigkeitstransformation im Mittelpunkt. Nachhaltigkeit wird als multidimensionales Transformationsfeld verstanden, das vielfältige gesellschaftspolitische Bezüge eröffnet. Prof. Dr. Sandra Schwindenhammer und ihr Team widmen sich ideellen, politisch-institutionellen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Nachhaltigkeit aus theoretischer, qualitativ-empirischer, inter- und transdisziplinärer sowie systematischer Perspektive. Ein zentraler Fokus liegt auf der Analyse von Governance-Prozessen, Normdynamiken und Kontestation der Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen sowie auf der gesellschaftspolitischen Politisierung und Depolitisierung. Einen besonderen Forschungsschwerpunkt bilden nachhaltige Ernährungssysteme, insbesondere die inter- und transdisziplinäre Forschung zu kreislaufbasierten und urbanen Ernährungssystemen mit einem starken Praxis- und Transferbezug.

Im vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Verbundforschungsprojekt Agrarsysteme der Zukunft-2: SUSKULT – Entwicklung eines nachhaltigen Kultivierungssystems für Nahrungsmittel resilienter Metropolregionen verantwortet die Professur das sozialwissenschaftliche Teilprojekt 4. Hier arbeitet das Team eng mit Partnern aus naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen, den Planungswissenschaften, Unternehmen und gesellschaftlichen Anspruchsgruppen zusammen, wobei qualitative und partizipative sozialwissenschaftliche Methoden sowie der Reallaboransatz zum Einsatz kommen.

Die internationale Vernetzung der Professur erfolgt insbesondere im Rahmen des Research Network Food Policy and Governance beim European Consortium for Political Research (ECPR). Innerhalb der JLU bestehen vielfältige Kooperationen mit dem Zentrum für Nachhaltige Ernährungssysteme (ZNE), dem Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) sowie dem Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) im Rahmen der Ko-Sektionsleitung der GGS-Sektion Normen und Wandel in der Weltpolitik.

Aktuelles: Neuer Journal Artikel erschienen

Dietze, Victoria/Feindt, Peter/Hess, Heike/Keuter, Volkmar/Mildenberger, Georg/Schwindenhammer, Sandra (2026). Achieving the mission of a circular economy in the agri-food sector? A comparative case study of three circular innovations in Germany. Sustainable Futures, 12(102154). DOI: 10.1016/j.sftr.2026.102154

Abstract: A growing body of research, development and innovation activities in the agri-food sector aims at closing material cycles, recovering resources and introducing high-control production systems. However, emerging circular agri-food systems often have difficulties establishing viable innovation niches and prospects for up-scaling, outscaling or replication. To better understand these systemic innovation barriers, this paper adopts a mission-oriented innovation system (MIS) perspective. A comparative case study analysis of three emerging circular agri-food systems in Germany finds similar innovation barriers despite different technological approaches: lack of economic competitiveness with established agri-food production methods, limited access to financial resources for commercialization, and a policy framework tilted towards established production methods (e.g. in subsidy requirements and labeling regimes). The findings highlight the importance of mission-oriented policies in fostering agri-food innovation niches which require cross-sectoral policy coordination and regulatory adjustments.

Mehr zu den aktuellen Aktivitäten der Professur erfahren Sie unter Aktuelles.