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Nachhaltiges Wirtschaften: gemeinsam gegen den Klimawandel

Bundeskanzler-Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung Lara Cavalcanti Martins forscht ein Jahr lang an der Justus-Liebig-Universität Gießen zur Klima-Governance

Nr. 150 • 28. Oktober 2022

Lara Cavalcanti Martins – Foto: Sistema B Brasil, Suellen Scanavini

Den Herausforderungen des Klimawandels begegnen: Lara Cavalcanti Martins will erreichen, dass Unternehmen ihre Bereitschaft erhöhen, sich an sinnvollen Klimamaßnahmen zu beteiligen. Mit der brasilianischen Kommunikationswissenschaftlerin ist erstmals eine Bundeskanzler-Stipendiatin an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) zu Gast. Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht mit dieser Förderung angehenden internationalen Führungskräften, ein Jahr lang nach Deutschland zu kommen, um Antworten auf die globalen Fragen unserer Zeit zu suchen. Auf Einladung des Friedensforschers Prof. Dr. Stefan Peters wird Lara Martins an der JLU ihr Projekt „Deutsch-brasilianische Kooperation für nachhaltiges Wirtschaften: Gemeinsam gegen den Klimawandel vorgehen“ voranbringen.

Weltweit wird nach Lösungen gesucht, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, das auf der 21. UN-Klimakonferenz im Jahr 2015 mit dem Pariser Abkommen unterzeichnet wurde. „Der Privatsektor ist ein wichtiger Akteur im Wettlauf um die Klimaneutralität“, ist Lara Martin überzeugt. Unternehmen hätten die Möglichkeit, auf die sich verändernden Verbraucherwünsche im Einklang mit Environmental Social Governance (ESG) („Umwelt, Soziales und Unternehmensführung“) als globalem Trend zu reagieren und sich hohe Ziele für eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu setzen. Das Projekt von Lara Martins zielt darauf ab, die Beteiligung von Unternehmen an sinnvollen Klimamaßnahmen zu erhöhen: So will sie Wege aufzeigen, wie Unternehmen sich schnell in Richtung „NetZero“ bewegen können, mit welchen Maßnahmen Klimagerechtigkeit erreicht werden kann oder wie sich Schulungsmethoden verbessern lassen, um praktische Möglichkeiten zur Beschleunigung von Klimamaßnahmen zu ermitteln. Am Ende will mit einem Leitfaden Unternehmen dazu motivieren, sich für eine virtuelle -Fortbildung zu Bildung für nachhaltige Entwicklung anzumelden.     

„Als Klimaexpertin ist es für mich ein Privileg, Bundeskanzler-Stipendiatin zu sein. Ich arbeite schon lange mit Sozialunternehmen zusammen und habe gesehen, wieviel Ehrgeiz diese entwickeln können, um den Lauf der Welt wirklich zu verändern. Deutschland ist weltweit führend im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, und ich freue mich, dass die Humboldt-Stiftung mir die Möglichkeit gegeben hat, mich mit einigen der wichtigsten Akteurinnen und Akteure im Kampf gegen die Klimakrise auszutauschen“, sagt Lara Martin. Sie freue sich darauf, durch die Zusammenarbeit mit Prof. Peters – er ist Direktor des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstitut CAPAZ (Instituto CAPAZ) und Professor für Friedensforschung an der JLU sowie dem SDGNexusNetwork am Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) der JLU – wichtige Partnerinnen und Partner in Deutschland zu gewinnen. Dazu möchte sie mit Unternehmen in Gießen und Frankfurt in Kontakt treten und Interviews führen, um mehr über Unternehmenspraktiken und Herausforderungen zu erfahren, die sie bei der Erreichung von NetZero haben.

Lara Cavalcanti Martins hat einen Abschluss in Marketing und Unternehmertum der Pontifícia Universidade Católica do Rio de Janeiro (PUC-Rio) und einen MBA in Projektmanagement der IAG – PUC-Rio Business School. Im Jahr 2014 studierte sie mit einem Stipendium in Madrid Betriebswirtschaft. Lara Martins hat mit Sozialunternehmen und großen Organisationen in Brasilien zusammengearbeitet, darunter Shell, Vale, Sistema B und UN Global Compact Brazil Network. Im vergangenen Jahr nahm sie als eine der brasilianischen Y20-Delegierten an der UN-Klimakonferenz (COP26) in Glasgow teil. Seit Oktober 2022 ist sie Bundeskanzler-Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung und forscht unter Anleitung von Prof. Peters an der JLU zum Thema „Klima-Governance“.

Bundeskanzler-Stipendium
Angehende Führungskräfte, die aus Brasilien, der Volksrepublik China, Indien, Südafrika oder den USA kommen, in den Arbeitsbereichen Politik, Wirtschaft, Medien, Verwaltung, Gesellschaft oder Kultur tätig sind und erste Führungserfahrungen mitbringen, können sich um ein Bundeskanzler-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung bewerben. Sie müssen einen ersten Hochschulabschluss nachweisen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten die Möglichkeit, in Deutschland ein Jahr lang ein eigenes Projekt zu realisieren, „das der Karriereentwicklung dient, gesellschaftlich relevant ist und eine nachhaltige öffentliche Wirkung entfaltet“. Das Projekt führen sie bei einem selbst ausgewählten Gastgeber in Deutschland durch. Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt jährlich bis zu 50 Bundeskanzler-Stipendien. Das Stipendienprogramm steht unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland und wird vom Auswärtigen Amt finanziert.

  • Weitere Informationen

https://www.uni-giessen.de/fbz/fb01/professuren-forschung/professuren/peters
https://www.humboldt-foundation.de/bewerben/foerderprogramme/bundeskanzler-stipendium

  • Kontakt


Direktor des Instituto CAPAZ und Professor für Friedensforschung an der JLU Gießen
Telefon: 0641 / 99 21151

 

 

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

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