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Die Universität Gießen präsentiert sich auf der EuroTier 2016

Institut für Tierzucht und Haustiergenetik informiert über Forschungsaktivitäten und stellt verschiedene Prototypen und Systeme vor

Nr. 209 • 11. November 2016

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beteiligt sich mit einem eigenen Stand an der Internationalen Landwirtschaftsausstellung EuroTier 2016 vom 15. bis 18. November 2016 in Hannover (Halle 26, Stand A 18). Die Professuren des Instituts für Tierzucht und Haustiergenetik am Fachbereich 09 – Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der JLU stellen verschieden Prototypen und Systeme vor. Zugleich erhalten die Besucherinnen und Besucher vielfältige Einblicke in die aktuellen Forschungsaktivitäten am Institut. Das Dekanat des Fachbereichs 09 sowie das Prüfungsamt vermitteln darüber hinaus Informationen zum Bachelor- und Masterstudium in Gießen.
Besucherinnen und Besucher am Stand der JLU sind herzlich willkommen.

Die Professur Tierhaltung und Haltungsbiologie (Prof. Dr. Steffen Hoy) stellt gemeinsam mit den Partnern in einem Forschungsverbund zwei Prototypen an Abferkelbuchten vor: eine Freilaufbucht und eine Bewegungsbucht. Bei der Bewegungsbucht sei die Sau während der Abferkelung und in den ersten drei Tagen danach fixiert, habe sonst aber freie Bewegung, erläutert Prof. Hoy. In der Freilaufbucht könne sich die Sau in der Regel ungehindert in der Bucht bewegen und werde nur bei Bedarf (etwa bei aggressivem Verhalten) kurzzeitig fixiert. Während die Bewegungsbucht recht gut funktionieren könne, führe die Freilaufbucht zu sehr hohen Ferkelverlusten, schränkt Prof. Hoy ein. Daher könne letztere momentan noch nicht für die Praxis empfohlen werden.

Ein zweites Ergebnis von Forschungsarbeiten an der JLU in Zusammenarbeit mit einem Landtechnik-Unternehmen ist die Vorstellung eines Systems zur automatischen Feststellung brünstiger Jungsauen. In vielen Betrieben gibt es keine exakten Informationen über den Eintritt der Geschlechtsreife, und es ist nicht bekannt, wie viele Sexualzyklen eine Jungsau bis zur Zuchtnutzung absolviert hat. Mit dem System werden die Jungsauen automatisch erkannt, die sich in einer bestimmten Häufigkeit und Dauer am „Guckloch“ zu einer Eberbucht aufhalten.

Außerdem informiert die Arbeitsgruppe gemeinsam mit einem Industriepartner über eine neue Kenngröße zur Bewertung der Fruchtbarkeitsleistung von Sauen verschiedener Betriebe und Genotypen („Ferkelindex Lebensleistung“). Auf diese Weise könnten große Unterschiede in der Reproduktionsleistung zwischen den Betrieben aufgezeigt werden, so Hoy. Die Ursachen könnten danach analysiert werden.

Die Professur für Haustier- und Pathogenetik (Prof. Dr. Gesine Lühken) stellt einen Gentest zur Identifizierung von intersexuellen Ziegen vor, die in Verbindung mit genetischer Hornlosigkeit auftreten können. Die Professur für Tierzüchtung (Prof. Dr. Sven König) stellt in Posterbeiträgen die Ergebnisse von sogenannten „Weidekuhprojekten“ vor, die von der Professur in nationalen und europäischen Forschungsverbünden koordiniert werden. Hierbei gilt es, innovative funktionale Merkmale von Milchkühen, insbesondere Merkmale der Tiergesundheit, objektiv mittels Sensor-Technologie, zu erfassen. Auf dieser Datenbasis werden Zucht- und Selektionsstrategien für Kühe, die in Weideproduktionssystemen gehalten werden, optimiert.


  • Termin


Eurotier Hannover, 15. bis 18. November 2016

  • Weitere Informationen

https://www.uni-giessen.de/fbz/fb09/institute/ith
https://www.eurotier.com/


  • Kontakt



Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der JLU
Leihgesterner Weg 52, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-37622; Fax: 0641 99-37639

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041