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Erfolgreich im Schiedsverfahren

Jurastudierende der Justus-Liebig-Universität Gießen beim VIS Moot in Wien ausgezeichnet

Nr. 44 • 16. April 2026 

Auf einer Wiese unter einem Baum und vor einem hellen Gebäude stehen sechs Personen in Anzügen und Blusen. Zwei Männer halten gerahmte Urkunden vor dem Bauch.
Das Gießener Vis-Moot-Team: Natalie Suchocki, Lucas Lindemann, Marius Gehler, Luca Franz, Prof. Dr. Christoph Benicke und Studiendekanin Prof. Elena Dubovitskaya (v.l.n.r.). Foto: Regina Makko

Wie lassen sich internationale Wirtschaftsstreitigkeiten in Schiedsverfahren beilegen? Welche vertragsrechtlichen Fragen sind zu klären, die sich aus dem UN-Kaufrecht (CISG = Convention on Contracts for the International Sale of Goods) und auf der Grundlage weiterer internationaler Handelsgesetze ergeben? Wie müssen Schriftsätze für Kläger und Beklagte formuliert sein – und welche Argumente greifen in mündlichen Verhandlungen? Jura-Studierende der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) haben sich beim 33. Wettbewerb Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot (Vis Moot) in Wien erfolgreich präsentiert. Das JLU-Team ist Anfang April 2026 als einziges Team aus Hessen für seinen eingereichten Beklagtenschriftsatz mit einer „Honorable Mention“ ausgezeichnet worden. 

Die erfolgreichen Studenten Luca Franz (4. Semester) und Lucas Lindemann (7. Semester) hatten sich an der Professur für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung von Prof. Dr. Christoph Benicke am Fachbereich 01 – Rechtswissenschaft der JLU auf den renommierten juristischen Wettbewerb vorbereitet und wurden von den beiden Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen Natalie Suchocki und Marius Gehler betreut. Das JLU-Team wurde zudem von den Studierenden Maja Gräf, Anna Mattausch, Quint Grimmer und Justus Seliger unterstützt, die in früheren Jahren am Vis Moot teilgenommen hatten.

Der Vis Moot ist ein internationaler, englischsprachiger Wettbewerb, der von der Pace University New York und den Vereinten Nationen 1994 ins Leben gerufen und seitdem jährlich ausgetragen wird. Die Teilnehmenden treten in einem simulierten Schiedsverfahren gegeneinander an und vertreten ihre Mandantinnen bzw. Mandanten – schriftlich sowie mündlich – bei einer fiktiven Streitigkeit. Der Vis Moot konzentriert sich inhaltlich auf die Bereiche des internationalen Handelsrechts und der Schiedsgerichtsbarkeit. Beim großen Finale in Wien bringt der Vis Moot alljährlich Jura-Studierende aus der ganzen Welt zusammen. In diesem Jahr nahmen mehr als 2.500 Studierende aus 390 Universitäten am Wettbewerb teil. Damit traten studentische Teams aus fast 90 Ländern gegeneinander an und rangen um die besten Argumente. 

In diesem Jahr ging es konkret um das Washingtoner Artenschutzübereinkommen und dessen Auswirkungen auf einen grenzüberschreitenden Vertrag über den Kauf einer speziellen Orchideenart. Prof. Benicke gratuliert den Gießener Studierenden, die sich ein Semester lang intensiv auf diese Herausforderung vorbereitet hatten, herzlich: „Dass der Beklagtenschriftsatz des JLU-Teams, der auch sprachlich eine exzellente Leistung darstellt, mit einer ,Honorable Mention‘ ausgezeichnet wurde, ist eine wohlverdiente Anerkennung der gemeinsamen Arbeit.“ Lediglich 29 Teams wurden am Ende auf diese Weise für ihren Einsatz belohnt. „Die Auszeichnung unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der JLU in der juristischen Ausbildung“, so Prof. Benicke. Studiendekanin Prof. Elena Dubovitskaya dankt den zahlreichen Sponsoren des Gießener Teams für ihre finanzielle Förderung, ohne die eine Teilnahme an diesem Wettbewerb nicht möglich gewesen wäre.

 

Weitere Informationen

https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb01/professuren-forschung/professuren/benicke
www.vismoot.org

Kontakt

Prof. Dr. Christoph Benicke 
Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung
Fachbereich 01 – Rechtswissenschaft der JLU 
Licher Straße 76
35394 Gießen
Telefon:  0641 / 99-21-300          
E-Mail: Christoph.Benicke

 

 

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