Von klassischen Obduktionsbefunden bis zu neuesten Entwicklungen in der Rechtsmedizin
Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin vom 7. bis 9. Mai 2026 an der Justus-Liebig-Universität Gießen
Nr. 51 • 28. April 2026
Das Institut für Rechtsmedizin der Justus-Liebig-Universität (JLU) richtet vom 7. bis 9. Mai 2026 die 33. Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM) aus. Expertinnen und Experten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich werden zusammenkommen, um über aktuelle Entwicklungen, seltene Fallbeispiele und technologische Innovationen in der Rechtsmedizin zu diskutieren. Insgesamt werden rund 100 Teilnehmende erwartet.
Die Vorträge beschäftigen sich mit klassischen Obduktionsbefunden über die forensische Toxikologie bis hin zu den neuesten technologischen Entwicklungen in der Rechtsmedizin. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der Digitalisierung: So geht es unter anderem um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Gutachtenerstellung und die automatisierte Organgewichtsschätzung mittels Computertomographie (CT).
Von den historischen Wurzeln bis zu modernster Technologie
Das wissenschaftliche Programm schlägt einen Bogen von der Geschichte der Rechtsmedizin zu ihrer Zukunft. Dabei wird auch die Verbindung zwischen dem berühmten Chemiker Justus Liebig (1803 – 1873) und der Forensik beleuchtet. Denn der Namenspatron der Universität Gießen war auch als Sachverständiger in zweifelhaften Rechtsfragen geschätzt. Zudem werden hochmoderne Methoden wie die 3D-Unfallanalyse und die Nutzung digitaler Videobeweise als Korrektiv für forensische Rekonstruktionen vorgestellt.
Auch gesellschaftlich relevante und historisch bedeutsame Themen sind Teil der Tagung. So werden die Arbeit der Gedenkstätte Hadamar und die forensische Aufarbeitung eines Verbrechens zum Kriegsende 1945 in Celle sowie die forensisch-anthropologische Untersuchung von Kulturgütern zur Klärung der Herkunft von Schädelkollektionen in Museen vorgestellt.
Nachwuchsworkshop zu forensischer Alkohologie
Nicht zuletzt ist die Nachwuchsförderung ein wichtiger Bestandteil der Tagung. Ein Workshop für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Thema „Forensische Toxikologie – Alkohol und Nachtrunk“ sowie ein Nachwuchstreffen bieten Raum für Networking und fachlichen Diskurs.
„Wir freuen uns darauf, die Fachwelt an der JLU begrüßen zu dürfen und anregende Diskussionen über die komplexen Fragestellungen unserer Disziplin zu führen“, so Prof. Dr. Sven Hartwig, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der JLU.
Die Anfänge der gerichtlichen Medizin und forensischen Toxikologie lassen sich in Gießen bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Im Herbst 1964 wurde an der JLU der Lehrstuhl für Gerichtliche Medizin errichtet und das Institut für Gerichtliche Medizin in der Frankfurter Straße 58 gegründet. 1969 erfolgten die Umbenennung des Faches und des Institutes – fortan hieß das Haus Institut für Rechtsmedizin.
Termin
33. Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM): 7.-9. Mai 2026
Auftakt: Freitag, 8. Mai 2026, 13:15 Uhr
Es sprechen:
Prof. Dr. Sven Hartwig, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der JLU
Thomas Hauburger, Oberstaatsanwalt Gießen
Torsten Krückemeier, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen
Prof. Dr. Karsten Krüger, JLU-Vizepräsident
Prof. Dr. Jürgen Lohmeyer, Dekan des Fachbereichs Medizin der JLU
Prof. Dr. Stefanie Ritz, Präsidentin der DGRM
Tagungsort: Best Western Plus Hotel Steinsgarten, Hein-Heckroth-Straße 20, Gießen
Kontakt
Prof. Dr. Sven Hartwig
Institut für Rechtsmedizin
Telefon: 0641 99-41412
E-Mail: Sven.Hartwig
Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • pressestelle