Zentrale Konzepte der britischen Ästhetik des 18. Jahrhunderts
October 25th, 2011
Reinhard Möller – Zentrale Konzepte in der britischen Ästhetik des späten 18. Jahrhunderts: Beyond the Beautiful?
Zahlreiche Theorien ästhetischer Erfahrung und Kommunikation, die ihren Ursprung im 18. Jahrhundert haben, bilden bis heute eine zentrale Grundlage für die konkrete Auseinandersetzung der Literatur-, Kultur- und Kunstwissenschaften mit ihren jeweiligen Gegenständen. Die Vorlesung führt in zentrale Konzepte der britischen Ästhetik jener Zeit ein und richtet dabei ihren Fokus auf solche ästhetischen Denkfiguren, die Alternativen zum traditionellen Verständnis der Ästhetik als einer „Lehre vom Schönen“ präsentieren und das Spektrum ästhetischer Kategorien über das Schöne hinaus erweitern. Hierzu zählt vor allem Edmund Burkes einflussreiche Philosophical Enquiry into the Origin of our Ideas of the Sublime and Beautiful von 1757, deren zentrale Thesen wie die Unterscheidung des jeweiligen Vergnügens am Schönen und Erhabenen als „pleasure“ bzw. „delight“ ebenso vorgestellt und diskutiert werden sollen wie ausgewählte Beispiele Burkes für nicht schöne, aber dennoch ästhetisch faszinierende Phänomene. Neben einem vergleichenden Blick auf analoge Debatten in der deutschen Ästhetik (speziell Kants Erhabenheitsbegriff) sollen außerdem auf Burkes Entwurf des Erhabenen antwortende spätere Konzeptionen wie die Kategorie des Pittoresken bei William Gilpin und Uvedale Price sowie vergleichende und vermittelnde Auseinandersetzungen mit dem Erhabenen und Schönen in der englischen Romantik (u.a. William Wordsworth) präsentiert werden.