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Artikelaktionen

Der neue „Spiegel der Forschung“ ist erschienen

 
Von Friedrich dem Großen und seiner Furcht vor der „polnischen Freiheit“ bis zum Beitrag der Gießener Physiker zum Exzellenzzentrum HIC for FAIR

Nr. 115 • 13. Juni 2012

Die neue Ausgabe des Wissenschaftsmagazins der Justus-Liebig-Universität Gießen, der „Spiegel der Forschung“ Heft 1-2012, ist jetzt erschienen. Beiträge aus der Geschichte und den Wirtschaftswissenschaften, der Musik- und der Theaterwissenschaft, den Neurowissenschaften, der Medizin und der Umweltforschung geben Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten und Projekte an der Universität Gießen.

„Wenn wir im Jahr 2012 den 300. Geburtstag „Friedrichs des Großen“ in Ausstellungen feiern und uns vor dem Hintergrund der fest gefügten deutschen Tradition in erster Linie an den Philosophen und Aufklärer Friedrich erinnern, sollte auch an Friedrich als Verächter „polnischer Freiheit“ und als Politiker erinnert werden, der ein gerüttelt Maß zur deutsch-polnischen Verfeindung beitrug“, so der Historiker Hans-Jürgen Bömelburg in seinem Beitrag über „Die polnische Freiheit und Preußens Friedrich“.

Einen Überblick über die Situation der Juden in Hessen und Deutschland im 19. Jahrhundert gibt der Historiker Helmut Berding unter dem Titel „Von der Judenemanzipation zum Antisemitismus“: Die Geschichte der Juden und der Judenfeindschaft hat in Deutschland eine lange Tradition, die sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Mit der Entstehung des Christentums und dem jüdisch-christlichen Religionsgegensatz bildete sich der christliche Antijudaismus heraus und wurde zu einem festen Bestandteil der christlich-abendländischen Kultur. Die jüdische Minderheit lebte, wenn sie nicht verfolgt oder zumindest diskriminiert, gedemütigt und ausgebeutet wurde, Jahrhunderte lang meist in ärmlichen Verhältnisse am Rande der christlichen Gesellschaft, bis etwa um das Jahr 1800 ein neues Zeitalter anbrach. Die alte europäische Ordnung löste sich auf, und der Übergang zu neuen Formen des politischen und gesellschaftlichen Lebens veränderte auch die Lage der jüdischen Minderheit. Gleichzeitig entstand aber auch eine moderne Form des Antisemitismus, der in die Schrecken des Holocaust mündete.

Olga Spomer und Nancy V. Wünderlich berichten über ein Projekt zum Thema „Stadtmarketing“ für die Universitätsstadt Gießen, das die Professur für BWL I gemeinsam mit der Gießen Marketing GmbH im Sommersemester 2011 organisierte. Die Universitätsstadt Gießen, die deutschlandweit mit über 32.000 Studierenden im Jahr 2011 bei einer Wohnbevölkerung von rund 75.000 Einwohnern wohl die höchste Dichte an Studierenden in Deutschland aufweist, hat in ihrer Außenwahrnehmung mit Defiziten zu kämpfen. So betitelte die FAZ einen Artikel über die Stadt sogar mit „Lehrstunde, wie man es nicht machen darf“. Studierende der Wirtschaftswissenschaften erarbeiteten in einem Seminar Vorschläge, wie man es besser machen könnte.

„Müssen wir uns noch bewegen?“, fragt die Sportpsychologin Britta Lorey in ihrem Beitrag. Mittels mentaler Kräfte die Körperkraft steigern, das ist ein Traum nicht nur für Sportler. Warum Mentales Training wirkt und wie ähnlich die bloße Vorstellung vom Handeln dem Handeln selbst ist, dies ist eine zentrale Forschungsfrage der Abteilung für Sportpsychologie und Bewegungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. Britta Lorey hat mit dieser populärwissenschaftlichen Zusammenfassung ihrer Arbeit über „Körperkraft durch Mentales Training?“ den Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2011 im Bereich Neurowissenschaften gewonnen.

Wie Achtsamkeit gegen Schmerz wirkt, das haben Wissenschaftler aus Gießen, den USA und den Niederlanden erforscht. Der Psychologe Tim Gard, Erstautor einer Publikation über diese Arbeiten in „Cerebral Cortex“, fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt, warum Achtsamkeitsmeditation bei der Behandlung chronischer Schmerzkrankheiten erfolgreich eingesetzt wird und welche neuronalen Prozesse dann im Gehirn ablaufen.

Ernährung ist ein zentrales Grundbedürfnis, das alle Menschen täglich aufs Neue betrifft. Das alltägliche Essen und Trinken unterliegt dabei zahlreichen Einflüssen und hat verschiedenste Auswirkungen sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene. Ein Wissenschaftsgebiet, das sich mit dieser Mehrdimensionalität und Komplexität im Bereich der Ernährung beschäftigt, ist die Ernährungsökologie. Um Lösungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erarbeiten zu können, werden dabei die Dimensionen Gesundheit, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft entlang der gesamten Produktkette in ihren Interaktionen berücksichtigt. Die Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Katja Schneider, Ingrid Hoffmann und Claus Leitzmann schildern in ihrem Beitrag die verschiedenen Interdependenzen.

Um „Mikroalgen – Rohstoffquelle der Zukunft?“ geht es in dem Artikel von Janin Schneider und Stefan Gäth. Die kleinen grünen Einzeller leben in einer Anlage, die von der Professur für Abfall- und Ressourcenmanagement der Universität Gießen in Kooperation mit der Algenland GmbH betrieben wird, in offenen Becken, wandeln klimaschädliches CO₂ in lebensnotwendigen Sauerstoff um und lassen sich anschließend noch zur Energiegewinnung nutzen.

„Auf der Suche nach dem Innersten der Welt“ befinden sich auch einige Physiker der Universität Gießen: Wissenschaftler am zukünftigen internationalen Forschungszentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) in Darmstadt untersuchen in aufwendigen Experimenten die Eigenschaften der innersten Bausteine der Materie. Das von der Hessischen Landesregierung im Rahmen der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) geförderte Exzellenzzentrum „HIC for FAIR“ (Helmholtz International Center for FAIR) macht sie zu wichtigen Partnern in dem weltweit einmaligen Projekt. Christian Fischer, Claudia Höhne, Volker Metag, Ulrich Mosel, Alfred Müller und Christoph Scheidenberger berichten über die geplante Forschungsanlage FAIR und ihre Arbeiten im Rahmen der physikalischen Grundlagenforschung.

Kurz berichtet wird außerdem in der neuesten Ausgabe des „Spiegels der Forschung“ über ein Projekt unter der Leitung der Gießener Musikwissenschaftlerin Claudia Bullerjahn und dem Musikpsychologen Richard von Georgi in Zusammenarbeit mit dem „Institute for Music Performance“ der Hochschule Luzern, das dem „Groove“ auf der Spur ist, über den International Ibsen Award 2012 für den Theatermacher, Komponisten und Professor der Theaterwissenschaft Heiner Goebbels und über ein Höhenforschungslabor auf dem Mount Everest, das die Gießener Lungenforscher Friedrich Grimminger und Ardeschir Ghofrani in Kooperation mit der Universität Lhasa in Tibet aufbauen.

Der „Spiegel der Forschung“ liegt in einigen Bereichen der Justus-Liebig-Universität Gießen (Hauptgebäude, Ludwigstraße 23; UB, Phil I, Otto-Behaghel-Straße 8) aus oder kann kostenlos bei der Pressestelle der Universität Gießen (Telefon: 0641 99-12041) bezogen werden. Er erscheint einmal pro Semester.

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041

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