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„Der Papst hat sich zu Tod gefallen, von seinem hohen Stuhle“

Zum 500. Reformationsjubiläum führt die Theatergruppe des Instituts für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen Heinrich Kielmanns Komödie „Tetzelocramia“ auf – Vorstellungen am 1., 7., 9., 11. und 14. Dezember 2017

Nr. 214 • 17. November 2017

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Die Theatergruppe des Instituts für Germanistik der JLU unter der Leitung von Prof. Dr. Cora Dietl (Bild oben, im Hintergrund, Mitte) bringt im Jahr des 500. Reformationsjubiläums Heinrich Kielmanns „Tetzelocramia“ auf die Bühne. (weitere Darsteller v.l.n.r. Mike Hedrich, Melissa Heerz und Adrian Verscharen)
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Scarlett Marie Lüsser, Christine Kluge, Joana Cramm (v.l.n.r.) bei einer Probe. Fotos: JLU-Pressestelle / Rolf K. Wegst
Ist Gelegenheitsdichtung nicht in dem Moment hinfällig, in dem der Anlass für ihre Komposition verstrichen ist? Sicherlich nicht, wenn das Jubiläum des Anlasses alle 100 Jahre wiederkehrt und die Texte mit Witz und Verstand verfasst sind. – Dieser Gedanke steht hinter der Textauswahl der Theatergruppe des Instituts für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) für das diesjährige Reformationsjubiläum. Mit Heinrich Kielmanns „Tetzelocramia“ bringen die Gießener Studierenden aus der großen Auswahl von Schauspielen, die für das erste Reformationsjubiläum 1617 verfasst worden sind, jenes Stück auf die Bühne, das sicherlich mit dem meisten Witz die Vorgaben umsetzt, die in verschiedenen protestantischen Ländern für die Feier des 100. Jubiläums des sogenannten Thesenanschlags Luthers erlassen worden waren.

Es handelt sich bei „Tetzelocramia“ um eine erneute Kostprobe frühneuzeitlicher Polemik, wie immer mit einem Augenzwinkern und großer Spielfreude vorgetragen von den Studierenden der JLU unter der Anleitung der Germanistin Prof. Dr. Cora Dietl. In diesem Jahr sind besonders viele Aufführungen geplant: am 1. Dezember in Bamberg, am 7. Dezember in Hungen, am 9. Dezember in Grünberg, am 11. Dezember in Gießen und am 14. Dezember 2017 in Marburg. Das Gießener Publikum sollte sich besonders den Termin am 11. Dezember 2017 um 18 Uhr in der Pankratiuskapelle im Kalender vormerken.

Das Stück „Tetzelocramia“ ist ursprünglich für die Fürstenschule in Pommern-Stettin geschrieben worden. Heinrich Kielmann lässt sich von den Lesungstexten anregen, die für die Festgottesdienste vorgeschriebenen waren: die Warnung vor falschen Predigern und die Ankündigung des Sturzes Satans. Den Ablassprediger Johannes Tetzel stilisiert Kielmann daher zum Prediger des Antichrist und Papst Leo zum stürzenden Satan. Er folgt dabei allerdings entschieden seiner Grundüberzeugung, dass Feste in übermütiger Stimmung zu feiern seien. Es sei geradezu notwendig, erklärt er, „gesalzene“ Scherze in den Text einzufügen. Der Narr Miska etwa kann dadurch seinem losen Mundwerk freien Lauf lassen und sich weigern, dem Papst den A... zu küssen. Schließlich werden ja all die losen Sprüche des „Michelchens“ hinterher durch den Erzengel Michael auf eine höhere Ebene gehoben. Und Beelzebub darf seine große Freude daran haben, dass er (wenn auch nicht ganz freiwillig) als „sanctus“ angerufen wird, auch wenn das letztlich nur seinen Untergang einläutet. Die Gäste dürfen sich auf eine bissige und turbulente Komödie freuen.

  • Mitwirkende:

Prof. Dr. Cora Dietl – Religio; Conscientia
Ronja Boiger – Miska; Coridon; Beelzebub
Joanna Cramm – Veritas
Mike Hedrich – Hybristes; Gollius
Melissa Heerz – Hans; Fürst; Michael
Christine Kluge – Tetzel
Scarlett Lüsser – Hofteufel; Exorzist
Adrian Verscharen – Schatzmeister; Junker; Luther

Der Eintritt ist zu allen Aufführungen frei.

  • Termine

Aufführungen:
01.12.2017, 18 Uhr: Universität Bamberg, Hörsaal U7/01.05
07.12.2017, 19 Uhr: Hungen, Evangelische Stadtkirche
09.12.2017, 16 Uhr: Grünberg, Hospitalkirche
11.12.2017, 18 Uhr: Gießen, Pankratiuskapelle
14.12.2017, 18 Uhr: Universität Marburg, Alte Aula.

  • Pressetermin:

Generalprobe am Montag,  27. November 2017, um 17 Uhr,
Philosophikum I, Otto-Behaghel-Straße 10,  Haus E, Raum E 104

  • Weitere Informationen

http://www.coradietl.de
http://www.staff.uni-giessen.de/~g91159/theaterprojekte.htm

  • Kontakt


Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen
Otto-Behaghel-Straße 10 B; 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-29080; Fax: 0641 99-29089

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041