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Sand wie Sand am Meer. JLU erhält weitere Sandsammlung

Die Sandsammlung von Dr. Ralf Milke ergänzt die Bestände der Hermann-Hoffmann-Akademie nun um eine weitere hochkarätige Sammlung.

Nach dem Urlaub am Meer begleitet er uns in allen Schuhen, Socken u.ä. heim, manche Pflanzen und Tiere brauchen ihn sogar, sie sind psammophil. Die Rede ist vom Sand, jenen bis zu 2mm großen Sedimenten, die aus allen möglichen Ausgangsmaterialien entstehen können, vom Quarz, über Glas bis hin zu Edelsteinen oder Lava. Spezifische Qualitäten des Ausgangsgesteins machen ihn zu einem begehrten Rohstoff z.B. im Bauwesen, in der Chipindustrie, für Solarzellen oder schlicht zum Sandburgenbauen und Förmchen füllen im Sandkasten: Sand ist nach Wasser der wichtigste Rohstoff auf der Erde. Sande sind in ihrer weltweiten Vielfalt Ausgangsbasis für Forschung, sei es als Grundlage für Baumaterialien, als Quelle seltener chemischer Verbindungen oder in der Kosmetikindustrie. An der Justus-Liebig-Universität beherbergt die Hermann-Hoffmann-Akademie die universitäre Sandsammlung. Mit insgesamt über 25.000 Proben ist die JLU im Besitz der weltweit größten Sandsammlung an einer Universität. Nun freuen sich Dr. Alissa Theiß, Sammlungskoordinatorin der Universitätssammlungen an der JLU und Prof. Dr. Volker Wissemann, Vorsitzender der Gesellschaft für Universitätssammlungen und Leiter der Hermann-Hoffmann-Akademie über den Neuzugang einer umfangreichen wissenschaftlichen Sandsammlung und danken der Spenderin Gabriele Bergner für die großzügige Schenkung. Es handelt sich um den Nachlass des Berliner Mineralogen Dr. Ralf Milke (1965–2022), der die Sammlung über Jahrzehnte sorgfältig angelegt und dokumentiert hat. Die Sammlung umfasst gut 3.700 Sandproben aus Afrika, Amerika, Asien und Europa. Die Sande stammen von Stränden, aus Wüsten und Flüssen, Seen, Gruben und Gebirgen und beeindrucken durch die vielfältigen Farben und Zusammensetzungen. Jede Probe ist ein erdgeschichtliches Archiv. Die Sande der Sammlung decken die Erdzeitalter von der heutigen Zeit bis zurück ins Miozän vor 20 bis 5 Millionen Jahren ab, also die Zeit, in der sich die Hominiden und Frühmenschen entwickelten. Die Proben aus dem Miozän stammen unter anderem aus der hessischen Wetterau. Die Sande kommen sowohl für die Forschung als auch für Lehre und Ausstellungsprojekte zum Einsatz. Die Hermann-Hoffmann-Akademie ist ein Ort des Lernens und vermittelt naturwissenschaftliche Themen anschaulich an ein vielfältiges Publikum. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Angeboten für Kinder und Jugendliche, denen allerdings weder Sand in die Augen gestreut wird noch Proben für das Sandmännchen mitgegeben werden. Die Sandsammlung von Dr. Ralf Milke ergänzt die Bestände der Hermann-Hoffmann-Akademie nun um eine weitere hochkarätige Sammlung.