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MAPROLEIT - Materielle und prozedurale Leitbilder der Raumplanung im Wandel (DFG)

Nicht erst seit den disziplinären Anfängen der Raum- und Stadtplanung werden als „handlungsorientierte Gedanken“ städtebauliche und stadtplanerische Leitbilder formuliert und implementiert. Das Forschungsprojekt betrachtet Leitbilder in der deutschen Raumplanung auf allen räumlichen Ebenen hinsichtlich zweier Aspekte: Ihrem materiellen und ihren prozeduralen Gehalt. Materielle Leitbilder beziehen sich auf die (gebauten) Ergebnisse von Planung. Im Wandel der Zeiten markieren sie die Epoche bildenden Vorstellungen über Funktion und Gestaltung von Stadt und Region.  Prozedurale Leitbilder befassen sich hingegen mit dem Weg, der zu diesen Ergebnissen führt und drücken aus, wie und nach welchen Vorstellungen Planungsprozesse zu gestalten sind. Dahinter stehen Planungsverständnisse, in denen sich auch immer ein politisches Bild über Funktion, Reichweite und Sinnhaftigkeit von (öffentlicher) Raumplanung ausdrückt. 

Bislang verliefen die Diskussionsstränge zu materiellen und prozeduralen Leitbildern weitestgehend getrennt. Zu vermuten ist jedoch, dass Zusammenhänge bestehen. Ziel des Forschungsvorhabens ist daher, diese zusammenzuführen. Neben einer historisch orientierten Nachzeichnung materieller und prozeduraler Leitbilder und ihrer Wechselwirkungen, erfolgt eine Analyse aktueller Planungen unterschiedlicher Planungstypen auf örtlichen und überörtlichen Ebenen sowie die Untersuchung von Form und Funktion materieller und prozeduraler Leitbilder aus der Sicht von Planenden. 

Projektbearbeitung: Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Christian Diller und Franziska Kreszentia Beck, MSc

Laufzeit: 2023-2026

Weitere Informationen: https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/522473128?context=projekt&task=showDetail&id=522473128&