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Vorbereitungen für den Bau des außeruniversitären Instituts für Lungengesundheit beginnen

Neues Forschungsgebäude entsteht in der Schubertstraße – Weitere Stärkung der Gießener Lungenforschung

Nr. 19 • 17. Februar 2021

ilh
Visualisierung des Entwurfs für den Neubaus des außeruniversitären Instituts für Lungengesundheit (ILH). Grafik: Carpus + Partner AG
Ein weiterer Meilenstein der Gießener Lungenforschung wird in Kürze sichtbar: Im Februar beginnt die Vorbereitung des Baufeldes für das Gebäude des neuen außeruniversitären Instituts für Lungengesundheit (Institute for Lung Health, ILH). Weitere vorbereitende Infrastrukturmaßnahmen erfolgen ab Mitte des Jahres. Der Neubau entsteht oberhalb des Biomedizinischen Forschungszentrums (BFS) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) in der Schubertstraße. Auf der anderen Seite des BFS am Aulweg befindet sich das kürzlich bezogene Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) der JLU.

Die vorbereitenden Baumaßnahmen sollen etwa Mitte 2023 abgeschlossen werden. Danach wird das Gebäude erstellt, wofür eine Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren vorgesehen ist. Realisiert wird ein Entwurf des Architekturbüros Carpus + Partner AG aus Aachen, das im Verhandlungsverfahren zur Auswahl eines Objektplaners nun den Zuschlag erhalten hat. Das Forschungsgebäude hat eine Hauptnutzfläche von 2.200 Quadratmetern und kostet inklusive der wissenschaftlichen Geräteausstattung nach derzeitiger Schätzung rund 36 Millionen Euro. Bauherr ist der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH).

Auch wenn das Gebäude noch nicht steht: Die Forschung am außeruniversitären Institut für Lungengesundheit läuft bereits. Die von Bund und Land gemeinsam finanzierten, beteiligten Forschergruppen werden nach und nach aufgebaut. Am ILH konzentrieren sich aktuell bereits drei Professuren und zwei Nachwuchsgruppen unter Nutzung von vier eigens implementierten Plattformen für innovative Technologien auf die Erforschung und Entwicklung neuer Behandlungskonzepte für Erkrankungen des Lungengewebes. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen die Widerstandsmechanismen der Lunge gegenüber exogenen und endogenen Belastungen, die krankheitsbedingten Umbauprozesse, welche die Lungenfunktion einschränken, sowie neue präventive und therapeutische Ansätze, um die Gesundheit der Lunge zu erhalten oder wiederherzustellen.

„Schon vor Corona war die Erforschung von Ursachen und Therapien von Lungenkrankheiten ein bedeutender Schwerpunkt der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dem herausragenden Engagement der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben wir eine große Expertise auf diesem Gebiet zu verdanken – sie ist in diesen Pandemie-Zeiten wichtiger denn je und bleibt es auch in Zukunft: Viren, die die Atemwege angreifen, bedrohen uns weiterhin, und aus den Erkenntnissen der Corona-Pandemie müssen weitere Lehren gezogen werden. Deshalb lohnt sich die gemeinsame Kraftanstrengung für den Bau des Instituts für Lungengesundheit“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn.

„Der Neubau des Instituts für Lungengesundheit ist ein weiterer zentraler Baustein am Standort Seltersberg. Die neuen Räumlichkeiten werden exzellente Bedingungen für die Forscherinnen und Forscher an der Universität in Gießen im Kampf gegen tückische Lungenkrankheiten bieten. Ich freue mich, dass im Auswahlverfahren ein Entwurf gefunden wurde, der sowohl die hohen technischen Anforderungen an die Labore als auch die Bedürfnisse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausreichend berücksichtigt, durch kurze Wege, gut vernetzt, erfolgreich Forschung betreiben zu können. Das Land Hessen investiert kräftig in den neuen Standort für Lungengesundheit in Gießen. Es ist eine wichtige Investition in die Gesundheit der Menschen“, erklärte Finanzminister Michael Boddenberg.

„Die Gießener Lungenforscherinnen und -forscher sind seit Jahren international an der Spitze – wie wichtig ihre Arbeit ist, zeigt sich in der Corona-Pandemie einmal mehr sehr deutlich“, so JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Ich bin dem Land Hessen äußerst dankbar für die großzügige Förderung des ILH.“

Lungenkrankheiten gehören zu den weltweit häufigsten Todesursachen – nicht erst seit COVID-19. „Sehr beunruhigend ist, dass die Inzidenz vieler respiratorischer Erkrankungen weiterhin ansteigt, auch unabhängig von der gegenwärtigen dramatischen COVID-19 Pandemie. Gerade unser Lungenzentrum in Gießen muss sich dieser Herausforderung stellen“, so der Gießener Lungenforscher Prof. Dr. Werner Seeger, Vorsitzender des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL). Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, Vorstand des Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), hebt hervor: „Der neuartige Ansatz des ILH besteht darin, nicht nur die gestörte Funktion erkrankter Lungen symptomatisch zu verbessern, sondern – aus der Biologie lernend – Mechanismen der Lungengewebebildung zur Verbesserung der Widerstandfähigkeit und der Regeneration der Lungenstruktur therapeutisch zu nutzen. Vereinfacht formuliert ist das die Hilfe zur Selbsthilfe für die kranke Lunge.“

Zusammen mit dem DZL, das seinen Sitz in Gießen hat, dem UGMLC, dem Exzellenzcluster Cardio-Pulmonary Institute (CPI) sowie mehreren weiteren Forschungskonsortien wie Sonderforschungsbereichen und Klinischen Forschergruppen konzentriert die JLU grundlagenwissenschaftliche, technologisch-methodische, translationale und klinische Kompetenzen in der Lungenforschung, die in dieser Dichte in Deutschland und auch – so die Aussage internationaler Expertinnen und Experten im Rahmen verschiedener Begutachtungen – in Europa einmalig sind. Das Ziel ist, den Erhalt gesunder Lungenstruktur und die Behandlung von Lungenerkrankungen in eine neue Dimension ursachenbezogener und personalisierter Konzepte zu überführen und neue klinische Standards zu setzen.

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