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Citizen-Science-Projekt zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus in den Gemeinden

Universität Gießen und Deutscher Feuerwehrverband starten das Projekt „Das ‚Dritte Reich‘ und wir“ – Förderung mit rund 255.000 Euro durch die Bundeszentrale für politische Bildung und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Nr. 75 • 17. Juni 2021

Welche Spuren hat die Zeit des Nationalsozialismus in der eigenen Gemeinde hinterlassen? Damit setzt sich ein Projekt der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und des Deutschen Feuerwehrverbands e.V. (DFV) Berlin auseinander. In dem Citizen-Science-Projekt „Das ‚Dritte Reich‘ und wir“ erhalten Bürgerinnen und Bürger aus Städten und Gemeinden in ganz Deutschland die Möglichkeit, sich mit den lokalen Auswirkungen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und die Ergebnisse in ihren Gemeinden zu präsentieren. Das Projekt wird mit rund 255.000 Euro von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert.

„Es gibt unzählige Publikationen zu lokaler NS-Geschichte, aber nur wenige Menschen haben je selbst die Geschichte des Nationalsozialismus erforscht“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Ulrike Weckel, die am Historischen Institut der JLU Fachjournalistik Geschichte lehrt. „Es ist aber ein Unterschied, ob ich eine Dokumentation im Fernsehen über Zwangsarbeit sehe oder ob ich etwas über einen Zwangsarbeiter beim Bauern oder Gastwirt im eigenen Ort erfahre.“ Weckel betont, dass das Projekt nicht moralisieren oder erziehen wolle, sondern Neugier wecken möchte für konkrete Details und Zusammenhänge der NS-Geschichte, die trotz teilweise umfangreichen Wissens gar nicht bekannt seien: „Wir bieten den Menschen bei ihrer Recherche vor Ort bei Bedarf fachliche Unterstützung, keine moralischen Lehren.“
 
Da die Feuerwehren wie kaum eine andere Institution in unser Land hineinwirken, könnten sie bei der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus vor Ort einen wichtigen Beitrag leisten, so DFV-Präsident Karl-Heinz Banse. Die Entscheidung zur Teilnahme sei jedoch den einzelnen Feuerwehrleuten überlassen.

Bei dem Citizen-Science-Projekt „Das ‚Dritte Reich‘ und wir“ entstehen Einzelprojekte, indem sich aus Vereinen, der Feuerwehr und den Kirchengemeinden eines Ortes heraus eine Gruppe von Interessierten zusammenfindet. Innerhalb eines Jahres recherchiert die Gruppe zusammen mit dem Projektmitarbeiter Dr. Clemens Tangerding, Lehrbeauftragter der Fachjournalistik Geschichte an der JLU, zur NS-Zeit in der Gemeinde und bereitet eine Präsentation vor. „In der Gruppe dürfen ruhig auch unterschiedliche Ansichten zur Aufarbeitung und divergierende politische Haltungen aufeinandertreffen“, betont der Historiker. „Natürlich kann es Streit darüber geben, wie freiwillig im Einzelfall eine NSDAP-Mitgliedschaft war, was den Einzelnen antrieb und wie wir das heute einordnen und bewerten.“. Aber es gebe keinen Grund, Angst vor etwaigen Konflikten zu haben: „Vereinsmenschen, Feuerwehrleute und Kirchenmitglieder haben schon vor diesem Projekt viele schwierige Probleme gemeinsam gelöst.“

„Das ‚Dritte Reich‘ und wir“ ist aus dem Projekt „Feuerwehren in der NS-Zeit“ hervorgegangen. In diesem Projekt arbeiteten vier Freiwillige Feuerwehren aus Mannheim, Marburg, Dömitz und Schwedt/Oder die NS-Geschichte ihrer eigenen Wehr auf. Für „Das ‚Dritte Reich‘ und wir“ haben sich bislang die Gemeinden Dietramszell, Oerlinghausen, Heynitz, Radeberg, München und Stuttgart-Riedenberg angemeldet.

  • Weitere Informationen

www.ddruw.de
www.youtube.com/watch?v=JdiQL-pefxA (Video zum Projekt)

  • Kontakt


Lehrbeauftragter Fachjournalistik Geschichte
Telefon: 030 263 763 53

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

abgelegt unter: Forschung