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Wildkatzen zurück in der Natur

Wildbiologinnen und -biologen der Universität Gießen verfolgen erstmals die Freisetzung von Fund-Wildkatzen

   
Nr. 161 • 26. Oktober 2020

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Eine der beiden freigesetzten Wildkatzen mit Senderhalsband. Foto: AG Wildtierforschung / Marie Wittekind
Auf ins Freiland: Anfang Oktober sind zwei weibliche Wildkatzen wieder in die Natur entlassen worden. Die beiden Tiere waren Fundkatzen und kamen im August und September 2019 in den Opel-Zoo nach Kronberg im Taunus, wo sie aufgezogen wurden. Die Freisetzung wird von Wildbiologinnen und -biologen der AG Wildtierforschung der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) wissenschaftlich begleitet. Erstmals bietet sich hier die Gelegenheit, den Erfolg einer Wiederansiedlung von im Zoo aufgezogenen Wildkatzen zu untersuchen.

Die Tiere hatten im Gemeinschaftsgehege des Opel-Zoos mit anderen Wildkatzen zusammengelebt. Sie wurden nun mit einem GPS-Senderhalsband ausgestattet und zunächst einige Tage im Opel-Zoo beobachtet, bevor sie in ein Übergangsgehege des Forstsamts Weilburg übersiedelten. Hier wurde jeglicher Kontakt zu Menschen vermieden, der über eine Fütterung hinausging. Nach rund dreieinhalb Wochen erhielten die Wildkatzen dann die Möglichkeit, ihr Gehege zu verlassen und in die umliegenden Wälder zu ziehen. Anfangs wurde noch Futter bereitgestellt, die Tiere sind jedoch nicht zum Fressen zurückgekehrt. Ihre Bewegungen werden von den Wildbiologinnen und -biologen der JLU anhand der Standortdaten beobachtet und analysiert.

Bei den beiden Wildkatzen handelt es sich um Ausnahmefälle. Wildkatzenjunge sind in menschlicher Obhut einem sehr hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Zudem ist die Wildkatze eine geschützte Art und darf nicht einfach aus ihrem Lebensraum entfernt werden. „Leider passiert es oft, dass aufgefundene Wildkatzenjunge fälschlicherweise als verlassen und mutterlos wahrgenommen werden, obwohl das Muttertier nur kurz auf Jagd ist oder sich sogar in nächster Nähe befindet“, sagt Teresa Nava von der AG Wildtierforschung an der JLU. „Auch wenn sichergestellt werden kann, dass das Muttertier nicht zurückkehrt, dürfen verwaiste Jungkatzen nur mit entsprechender professioneller Begleitung aufgenommen werden.“ Eine anschließende Aufzucht und Freisetzung sind sehr aufwändig – und die Erfolgschancen noch weitgehend unerforscht. Deshalb wird die Wiederansiedelung der beiden im Opel-Zoo aufgezogenen Wildkatzen wissenschaftlich begleitet.

Sie findet im Zuge des Projekts „Raumnutzungsverhalten der Wildkatze im Waldgebiet Hörre als Grundlage für die Raum- und Verbundplanung“ der AG Wildtierforschung der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der JLU statt. Hier werden in Kooperation mit dem Landesverband Hessen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie mit dem Institut für Tierökologie und Naturbildung Laubach und mit Unterstützung des Forstamts Wetzlar bereits seit Anfang 2020 Wildkatzen im Lahn-Dill-Kreis mit einem GPS-Halsband ausgestattet und telemetrisch verfolgt.

Das Forschungsprojekt wird vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) aus dem Hessischen Biodiversitätsforschungsfonds sowie durch das Regierungspräsidium Gießen mit Mitteln aus der Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen gefördert. Anhand der gewonnenen Daten soll die Raumnutzung der Tiere vor allem im Bereich von Straßen untersucht werden. Denn immer öfter kommt es vor, dass ein Muttertier dem Straßenverkehr zum Opfer fällt – er ist die Haupttodesursache von Wildkatzen. In diesem Zusammenhang untersucht die AG Wildtierforschung auch tot aufgefundene Wildkatzen, bei denen es sich um Straßenverkehrsopfer handelt.

Nun konnte dieses Projekt erweitert werden. Die Gießener Forscherinnen und Forscher erhoffen sich davon Erkenntnisse, die für zukünftige Freisetzung von Wildkatzen genutzt werden können. So soll der Wildkatze die Wiederansiedlung in ihren angestammten Lebensräumen erleichtert werden.

  • Weitere Informationen

www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wildkatze


  • Kontakt


AG Wildtierforschung der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische
Justus-Liebig-Universität-Gießen

Telefon: 0641 99-37722

Telefon: 0641 99-37721

 

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041




Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.