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Ehrenpromotion der Universität Gießen für Erich Loest

 
Unter dem Titel „Tangenten oder ‚Die Geschichte dampft noch’“ findet aus Anlass der Ehrenpromotion vom 23. bis 25. November 2009 eine Tagung im Gästehaus der Universität statt

Nr. 268 • 12. November 2009

Der Schriftsteller Erich Loest wird am Dienstag, den 24. November 2009, mit dem Titel eines Ehrendoktors der Philosophie der Justus-Liebig-Universität Gießen ausgezeichnet. Die Feier findet um 16 Uhr s.t. im Alexander-von Humboldt-Haus, dem Gästehaus der Universität, (Rathenaustraße 24, 35394 Gießen) statt. Bereits am Montag, den 23. November 2009, beginnt um 14 Uhr im Gästehaus der Universität eine international besetzte Tagung aus Anlass der Ehrenpromotion von Erich Loest, die bis Mittwoch, den 25. November 2009 dauert. Unter dem Titel „Tangenten oder ‚Die Geschichte dampft noch’“ setzen sich 17 Tagungsteilnehmer aus Literatur- und Filmwissenschaft, Hörfunk, Verlag und Birthler-Behörde 20 Jahre nach Öffnung der Berliner Mauer mit dem Werk und der Bedeutung Erich Loests für die jüngere deutsche (Literatur-)Geschichte auseinander. „Erichs Loests Werk wie seine persönliche Biografie legen Zeugnis ab, auf welche Weise beharrliches künstlerisches Engagement und Zivilcourage der friedlichen Revolution von 1989 vorgearbeitet und einen Beitrag zur inneren Einheit geleistet haben“, heißt es in der Begründung für die Verleihung des Titels Dr. h.c. an den Schriftsteller. Die Tagung wird organisiert von den beiden Literaturwissenschaftlern Prof. Dr. Carsten Gansel und Prof. Dr. Joachim Jacob, Institut für Germanistik der Universität Gießen.

Erich Loest, Jahrgang 1926, „wurde wie kaum ein anderer deutschsprachiger Autor in die gesellschaftlich-politischen Konflikte nach 1945 hineingezogen“, so die Organisatoren der Tagung. Loest gehört zu jener Generation, die noch am Ende des Zweiten Weltkrieges von der Oberschule weg „als Hitlers letztes Aufgebot“ einberufen wurde. Nach der Rückkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft holte er das Abitur nach und war von 1947 bis 1950 als Journalist bei der Leipziger Volkszeitung tätig. Seit dem Erscheinen seines ersten Romans »Jungen die übrigblieben« (1950), der ihn schlagartig bekannt machte, arbeitete Erich Loest als freischaffender Autor. Hatte er als Vorsitzender des Schriftstellerverbandes Leipzig und SED-Mitglied zunächst die DDR-Politik unterstützt, nahm Erich Loest im Anschluss an die Ereignisse um den 17. Juni 1953 eine zunehmend kritische Haltung gegenüber der DDR-Politik ein. Seine Opposition führte 1957 zur Verurteilung wegen angeblicher »konterrevolutionärer Gruppenbildung« und zu acht Jahren Haft mit striktem Schreibverbot im Zuchthaus Bautzen II.

Nach der Haftentlassung 1964 begann Erich Loest als Autor wieder von vorn. Doch bereits ab Anfang der 1970er Jahre geriet er erneut in Konflikt mit dem SED-Apparat. Nachdem die zweite Auflage seines Romans »Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene« (1978), eingezogen worden war, trat er aus Protest gegen die Zensurmaßnahmen aus dem Schriftstellerverband der DDR aus.

1981 übersiedelte er in die Bundesrepublik. Dies bedeutete für Erich Loest den nächsten Neubeginn, musste er sich nun als Autor im westdeutschen Literaturbetrieb durchsetzen. Seit Ende der 1980er Jahre hat sich Erich Loest in einer Reihe von weiteren wichtigen Romanen vor allem mit der deutschen Teilung und der Wiedervereinigung auseinandergesetzt. Sein Drehbuch (später Roman) »Nikolaikirche« wurde als erfolgreicher TV-Mehrteiler unter der Regie von Frank Beyer verfilmt.

„Wenn im Jahre 2009 in einer Reihe von Veranstaltungen an das Jahr 1989 erinnert wird, … dann erscheint es einmal mehr dringlich, sich einem Autor zuzuwenden, der sich in vielfältiger Weise für den demokratischen Erneuerungsprozess und für die kritische Auseinandersetzung mit der jüngsten deutsch-deutschen Geschichte eingesetzt hat“, so die Organisatoren der Tagung Carsten Gansel und Joachim Jacob.

  • Termin:

Ehrenpromotion von Erich Loest: 24. November 2009, 16 Uhr s.t.,
Tagung „Tangenten oder ‚Die Geschichte dampft noch’“ vom 23. November, ab 14 Uhr s.t., bis 25. November im Gästehaus der Universität Gießen, Rathenaustraße 24

  • Weitere Informationen:

http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb05/germanistik/abliteratur/ndlg

  • Kontakt:

Prof. Dr. Carsten Gansel
Prof. Dr. Joachim Jacob
Institut für Germanistik
Otto-Behaghel-Straße 10, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-29145 oder 99-29070

 

Herausgegeben von der Pressestelle der Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041