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Didaktik der Geschichte

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Im Zentrum unserer geschichtsdidaktischen Forschung und Lehre steht der gegenwärtige Umgang mit Geschichte(n) an den verschiedenen geschichtskulturellen Orten, in seinen verschiedenen geschichtskulturellen Formen und Praktiken. Diesen Umgang mit Geschichte(n) versuchen wir theoretisch zu ergründen, empirisch zu erfassen und pragmatisch zu ermöglichen. Dabei widmen wir uns verstärkt dem Lehren und Lernen von Geschichte(n) im schulischen Geschichtsunterricht, beziehen aber auch andere geschichtskulturelle Orte, Formen und Praktiken mit ein.

Als Arbeitsbereich stehen wir für eine theoretisch-reflektierte Geschichtsdidaktik, die sich einbringt, positioniert und sich selbst immer wieder in Frage stellt. Dabei verfolgen wir das Ziel, die Ambivalenzen historisch-politischer Bildung in den verschiedenen gesellschaftlichen Handlungsfeldern zu problematisieren, um so für die Herausforderungen und Möglichkeiten des Geschichtslernens und Geschichte Lehrens zu sensibilisieren. 

Aktuelles

Aktuelles der Geschichtsdidaktik

 

Der Eintritt in die Universität ist ein komplexer Prozess des Student:in-Werdens und alles andere als ein linearer Übergang. Dieses Werden ist von vielen Herausforderungen geprägt, die durch Her- und Zukünfte und ihre spezifischen Machtverhältnisse bedingt werden.

Der Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte der JLU Gießen organisierte im vergangenen Jahr Lehrveranstaltungen, in denen Studierende ihre eigenen Bildungsgeschichten reflektierten und künstlerisch-literarisch darstellten. Diese Geschichten geben Einblicke in die Spannung zwischen institutioneller Reproduktion von Differenz und den individuellen Versuchen, sich in Schule und Universität einen Platz zu erarbeiten.

Im Rahmen der Kulturnacht werden Lehramtsstudierende der JLU aus ihren vielfältigen bildungs|geschichten vorlesen. Sie zeigen, was es heißt zu studieren: als fortwährender Prozess der (Selbst-)Positionierung in Familie und Gesellschaft.

Diese Ambivalenz greift auch die geplante Lesung auf: Der Wetzlarer Autor Fikri Anıl Altıntaş liest aus seinem Werk, in dem er von der Beziehung zu seinen Eltern und von (Nicht-) Zugehörigkeit zwischen Mittelhessen und der Türkei erzählt. Begleitet wird die Veranstaltung von einer Fotoausstellung, die Gegenstände zeigt, die eng mit den vorgetragenen bildungs|geschichte(n) verbunden sind.

Weitere Informationen zur Kulturnacht finden Sie hier

Hannah Van Reeth hält am 7. Mai 2026 im Rahmen der Ringvorlesung „Klassiker der Geschichtstheorie und -didaktik neu gelesen“ des Münsteraner Instituts für Didaktik der Geschichte einen Vortrag „über die geschichtstheoretischen Grundlagen von Jörn Rüsens Sinnbildungstypen“. Weitere Informationen finden sich hier.

Buchdarstellung von Praktiken der Erinnerung

Praktiken der Erinnerung. Holocaust und Nationalsozialismus im Deutschunterricht der Zukunft. Hrsg. von Anja Ballis, Anette Sosna und Dieter Wrobel. WVT: Trier, 2026.
Hier auch erhältlich als Open Access.

Dieser Sammelband enthält trotz der Fokussierung auf den Deutschunterricht auch zwei geschichtsdidaktische Beiträge.

Der Aufsatz von Monika Rox-Helmer „Vorbei ist eben nicht vorbei“. Die Nachgeschichte von Nationalsozialismus und Holocaust in der aktuellen Jugendliteratur als Anlass zur unterrichtlichen Reflexion von Praktiken des Erinnerns“ geht der Frage nach, wie die aktuelle Jugendliteratur die ‚zweite Geschichte‘ des Nationalsozialismus darstellt und damit als Praktik des Erinnerns fungiert bzw. Praktiken sogar literarisch thematisiert. Er fragt außerdem nach Herausforderungen und Chancen für historisches Lernen an und mit solchen Texten im Deutschunterricht, im Geschichtsunterricht oder fächerverbindend.

KunstGeschichte(n). Über die ästhetische Dimension der Geschichtskultur. Hg. v. Christian Heuer, Georg Marschnig & Britta Breser. Frankfurt a. M.: Wochenschau-Verlag 2025 […]

Die Autor:innen diskutieren in diesem Band die bislang vernachlässigte ästhetische Dimension gegenwärtiger Geschichtskulturen und leuchten das Verhältnis von Künsten und Geschichte(n) sowie kultureller, ästhetischer und historisch-politischer Bildung aus. Dabei stehen die ästhetischen Dimensionen geschichtskultureller Orte (bspw. Museum, Gedenkstätte, Klassenzimmer, Geschichtsunterricht etc.), Formen und Praktiken im Vordergrund. Zusätzlich bietet der Band weitere Beiträge zu aktuellen geschichtsdidaktischen Projekten aus Österreich.

Plakat Kulttreff Paderborn

Am 4. Dezember 2025 hielt Prof. Dr. Christian Heuer einen Vortrag mit dem Titel „Gegenwarten? Praktiken historischer Bildung“.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der studentischen Initiative Kulttreff sowie in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Theorie und Didaktik der Geschichte der Universität Paderborn statt.


Das vollständige Video zum Vortrag finden Sie hier

Der Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte lädt zur Vorführung des im August erschienenen Historienfilms In die Sonne schauen von Masha Schilinski ein. Mit diversen Zeitsprüngen erzählt der Film die Geschichten von vier jungen Frauen über einen Zeitraum von hundert Jahren. Er spielt an einem altmärkischen Bauernhof, in dem die unsichtbaren inneren Kämpfe hervortreten, die die Protagonistinnen mit sich selbst und ihrer Umgebung austragen.

Durch Schilinskis Versuch, diese stillen Zwischenräume durch gespenstische Annäherungen sicht- und hörbar zu machen, wird der Film zu einem äußerst interessanten Objekt geschichtsdidaktischer Fragestellungen. So wirft In die Sonne schauen zentrale Fragen nach generationellem Trauma, patriarchalen Strukturen, historischen Orten und dem (Nicht-)Erzählbaren auf und eröffnet damit die Möglichkeit, aus einer künstlerischen Perspektive das gegenwärtige Geschichtserzählen neu zu denken.

Eintritt: gratis

Wann? 09.12.2025, 18 Uhr
Wo? Kinocenter Gießen
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=IeecDPkGDLg

 

⚠️ Triggerwarnung

psychische Belastungen / Trauma / Andeutungen von Suizid / düstere verstörende Bild- und Tonsequenzen / flackernde, schnell wechselnde Bildeffekte.

Du kannst nicht neutral sein!?

Aus aktuellem Anlass wollen wir gemeinsam mit den Kolleg:innen aus der Zeitgeschichte, der Fachjournalistik und der Didaktik der Sozialwissenschaften eine Möglichkeit zur Diskussion schaffen.

Dienstag 25.11.2025 18 - 19:30 Uhr 

Raum B009 

Fachtag Geschichte 2025 

Ambivalente Demokratiegeschichte(n)

Im Rahmen des diesjährigen Fachtags „Ambivalente Demokratiegeschichte(n)“ werden an einem zentralen demokratiegeschichtlichen Ort Hessens, dem Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen, zeitgemäße Konzepte der Demokratiebildung und ihrer Vermittlung vor Ort und in der Schule thematisiert, problematisiert und entwickelt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten dabei Einblicke in die Aufgaben der historisch-politischen Bildung im Kontext des übergreifenden Querschnittsthemas der Demokratiebildung, lernen einen neu eröffneten Lern- und Erinnerungsort und sein vielfältiges Vermittlungsprogramm kennen und diskutieren Möglichkeiten der Demokratiebildung vor Ort.

Der Fachtag richtet sich somit an Lehrerinnen und Lehrer der sozial- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, insbesondere an Lehrpersonen der Fächer Geschichte und Politik. Der Fachtag versteht sich als ein Forum der Kommunikation und des Austauschs zwischen Universität, Schule und außerschulischen Partnern.

 

Anmeldung: https://www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/zfl/lefobi-2/anmeldung-ambivalente-demokratiegeschichte-n-fachtag-geschichte

 

Programm:

9.00-9.30 Uhr

- Ankommen und Kaffee

9.30-9.45 Uhr

- Begrüßung durch PD Dr. Florian Greiner (Lern- und Erinnerungsort)

- Vorstellung des Anliegens und des Ablaufs durch Prof. Dr. Christian Heuer (AB Didaktik der Geschichte)

9.45-10.45 Uhr

- Vortrag von Prof. Dr. Michele Barricelli (LMU München) Von umstrittener zu notwendiger Demokratiegeschichte. Aufgaben historischer Bildung und schulischen Unterrichts in einer beunruhigenden Gegenwart. 

10.45-11.00 Uhr 

- Pause

11.00-12.00 Uhr  

- Führung durch die Dauerausstellung (Geschäftsführer PD Dr. Florian Greiner & Pädagogische Leitung Nicola Roether)

12.00-13.00 Uhr 

- Gemeinsames Mittagessen und Pause

13.00-14.00 Uhr 

- Freier Besuch der Dauerausstellung (mit Reflexionsaufgaben)

14.00-15.00 Uhr 

- Vorstellung des Bildungsprogramms und Diskussion

15.00-16.00 Uhr 

- Reflexion, Evaluation und Abschluss 

 

Anmeldeschluss: 13.11.2025

Lesung mit Autorengespräch zum „Wenn die Welt unsere wäre“ von Christian Linker

Am 18.11. liest Christian Linker aus seinem Roman „Wenn die Welt unsere wäre“ und steht für ein Gespräch über seine literarische Verarbeitung von Geschichte ebenso bereit wie über seine Erfahrungen mit Lesungen des Romans in Schulen.

Der bekannte Jugendbuchautor hat sich in seinem ersten dezidiert historischen Roman mit den Vorstellungen von Freiheit zu verschiedenen Zeiten beschäftigt. Über drei jugendliche Figuren erkundet er die Bedeutung von Freiheit und Unfreiheit für das Individuum in unterschiedlichen Gesellschaften, die er über breit angelegte Zeitpanoramen verstehbar werden lässt. Er zeigt, an den Figuren, wie junge Menschen in den jeweiligen historischen Strukturen gehandelt, gedacht, geträumt haben könnten, an welche Grenzen sie gestoßen sind und wie sie sie überwinden konnten. Er erzählt über Vergangenheiten ebenso wie über die Gegenwarten und das mit einer Hoffnung für die Zukünfte.

 

 

 

Kontakt

Personen

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Professur


Portraitfoto Prof. Dr. Christian Heuer

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Tel: 0049-641-99-28310
Fax: 0049-641-99-28309
Otto-Behaghel-Str. 10, D-35394 Gießen, Haus C Raum 205

christian.heuer

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Sekretariat


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Wissenschaftliche Angestellte


Dr. Monika Christiane Rox-Helmer, OStR i.H. [mehr ...]

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Caroline.Clormann


Portraitfoto Hannah Van Reeth

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hannah.van.reeth

 

 


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Hilfskräfte


 

Ceyda Canzis 

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Lehraufträge

 

Tom Erdmenger

Dr. Stefanie Hahn 

Kai Kalich 

 

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Ehemalige

 

Prof. Dr. Vadim Oswalt (WiSe 2004/05 - SoSe 2024) [mehr ...]

 

Rita Rohrbach (SoSe 2004 - WiSe 2013/14)

Regina Krause-Gäth (WiSe 2005/06 - SoSe 2008)

Dr. Olaf Hartung PD (SoSe 2006 - SoSe 2013)

Dr. Jeanette van Laak (SoSe 2008 - 2012)

Dr. Jens Aspelmeier (WiSe 2008/09 - SoSe 2012)

Dr. Sebastian Bode (2009 - 2012)

Dr. Mathias Renz (2009 - 2012)

Tobias Kuster (WiSe 2012/13 - SoSe 2015)

Stefanie Hustedt (WiSe 2012/13 - SoSe 2018)

Monja Geretschläger (2013 - 2025) 

Jane Winter (SoSe 2014 - WiSe 2018/19)

Dr. Andreas Willershausen (WiSe 2015/16 - SoSe 2021)

Thomas Göttlich (WiSe 2018/19 - SoSe 2024) 

 

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Lehre

Lehre

Als wissenschaftliche Disziplin stellt die Geschichtsdidaktik diskursive Wissensordnungen, theoretische Erkenntnisse und Modellierungen, empirische Ergebnisse sowie pragmatische Vorschläge für eine qualitätsvolle Praxis der Ermöglichung historischer Bildung an den verschiedenen geschichtskulturellen Orten zur Diskussion. Die Lehre im Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte geht somit über die Vermittlung von Regel- und Methodenwissen für die Praxis des Geschichtsunterrichts hinaus. Das geschichtsdidaktische Wissen kann den Professionals in den jeweiligen Handlungsfeldern als spezifisches Reflexionswissen dienen, um ihre Praxis als Ermöglichung historischer Bildungsprozesse und der Entwicklung dafür notwendiger Kompetenzen zu deuten und zu orientieren. Das disziplinäre Wissen der Geschichtsdidaktik wird aber erst durch die reflexive Übersetzung zu handlungsfeld-relevantem Professionswissen, das für ein kompetentes Handeln in diesen Feldern unabdingbar ist.

 

Über die Praxis der Geschichtsdidaktik

Zum aktuellen Lehrveranstaltungsangebot siehe eVV 

 

 

 

Forschung

Forschung

Die Didaktik der Geschichte als forschende Wissenschaft setzt sich mit der theoretischen Ergründung, der empirischen Erfassung und der pragmatischen Ermöglichung des Umgangs mit Geschichte(n) an den unterschiedlichen geschichtskulturellen Orten, in seinen verschiedenen geschichtskulturellen Formen und Praktiken auseinander. 

Aktuelle Forschungsschwerpunkte unseres Arbeitsbereiches liegen in den Bereichen der Professionalisierungs- und Geschichtsunterrichtsforschung, der geschichtsdidaktischen Grundlagenforschung, der reflexiven Disziplingeschichte sowie der geschichtsdidaktischen Entwicklungs- und Geschichtskulturforschung. 

Als Mitglied in verschiedenen Forschungsnetzwerken und als Ansprechpartner für Fragen der historischen Bildung pflegt der Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte zahlreiche Kontakte im regionalen, nationalen und internationalen Raum und nimmt an nationalen und internationalen Forschungsprojekten teil.