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Veranstaltungen im SS 2016

 

 

Professor Dr. Thomas Möbius:

 

Seminare:


"Kinder- und jugendliterarische Kurzformen im DaF-Unterricht". Ein kroatisch-deutsches Kooperationsprojekt, Do., 10 - 12, Phil. I, B 210

In diesem Seminar geht es um deutsche und kroatische Beispiele für kinder- und jugendliterarische Kurzformen. Neben Sagen, Fabeln und Erzählungen wird auch der Märchendichtung ein breiter Raum gewidmet sein. Aus der Gattung der Kunstmärchen werden beispielsweise besprochen: Ivana Brlić-Mažuranić: Das Schlangenmädchen aus dem Zauberwald; Heidi Stahl-Bialecki: Rotkäppchen und der Wolf; Erich Kästner: Das Märchen vom Glück.
Das Seminar ist als Kooperationsseminar mit dem Germanistischen Institut der Universität Osijek/Kroatien geplant, die Zusammenarbeit wird über eine Moodle-Installation stattfinden.

Studierende, die an dem Seminar teilnehmen wollen, sollten Interesse an internationaler Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Vermittlung im DaF-Unterricht mitbringen und bereit sein, mit kroatischen DaF-Studierenden intensiv zusammenzuarbeiten.

Ein Reader mit sämtlichen Quellentexten wird zur Verfügung gestellt.

Ein benoteter Leistungsnachweis wird mit einer Hausarbeit erworben; ein Teilnahmeschein setzt die regelmäßige Anwesenheit und Mitarbeit voraus.

 

"Das kinder- und jugendliterarische Werk Michael G. Bauers",  Do., 16-18, Phil. I, B 210

 

Das Werk des australischen Schriftstellers Michael Gerard Bauer wird zunehmend auch in Deutschland rezipiert, dies beweisen die zahlreichen Nominierungen seiner Romane für den Deutschen Kinder- und Jugendliteraturpreis, die Inszenierung von Don’t call me Ishmael am jungen theater dresden und nicht zuletzt die Auswahl seines Romans Running Man als Pflichtlektüre für die Abschlussprüfung der Realschule in Baden-Württemberg. Bauer selbst führt schon seit Jahren einen eigenen Blog (http://michaelgerardbauer.com/), ist auf den einschlägigen sozialen Netzwerken präsent und damit als Autor für seine Leser jederzeit ansprechbar (und auch stets zu Antworten bereit). Das Seminar wird sich mit dem bislang noch übersichtlichen, in deutscher Sprache erschienenen Romanwerk Bauers beschäftigen. Als Themen werden dabei neben einer genrespezifischen Einordnung und einem Vergleich mit anderen Adoleszenzromanen die Merkmale von Bauers Erzählweise sowie seine typischen Themen und Motive behandelt. Ideal wäre es, wenn Studierende, die an dem Seminar teilnehmen wollen, auch über gute Englischkenntnisse verfügten, da dann geplant werden kann, auch einige der nicht auf Deutsch publizierten Werke zu lesen. Da das Seminar auch eine didaktische Ausrichtung hat, wird die Einordnung der Texte in das hessische Kerncurriculum genauso beschrieben werden wie die didaktische Modellierung möglicher Unterrichtsszenarien. Da die Texte auch für die Primarstufe geeignet sind, richtet sich das Seminar an Studierende aller Lehrämter.

Die Primärtexte müssen angeschafft oder ausgeliehen werden. Forschungsliteratur wird als Scan auf Stud.IP bereitgestellt. Lesen Sie als Vorbereitung entweder einige der Romane Bauers oder den Beitrag von Möbius, Thomas: Michael Bauers Running Man. Hollfeld 2014.

 

"Leseförderung: Theorie – Diagnostik – Fördermethoden", Mo., 10 - 12, Phil. I, B 128

Lese­kompe­tenz ist eine Schlüsselqualifikation für den Bildungserfolg und für eine selbstbe­stimmte Lebensge­stal­tung. Im schulischen Bereich ist daher die Förderung des Lesever­stehens eine zentrale Aufgabe nicht nur des Deutschunterrichts. Ältere Vorstellungen, nach denen sich die Lesekompetenz „beiläufig“ nach dem Erstleseun­terricht entwickelt und nach der Lehrkräfte die Jugendlichen einfach zu mehr Lektüre bewegen müssten, haben sich als unzutreffend erwiesen, denn die Schulleistungsstudien zeigen, dass rund 25% der lese­schwachen 15-Jährigen von so einem „beiläufigen“ Verfahren nicht profitieren. Diese Erkenntnis hat zu der Forderung nach einer differenzierten Leseförderung geführt, die Förder­konzepte realisiert, die von einem ganzheitlichen Kom­petenzmodell ausgehen, gleichzeitig aber auch die Teilprozesse des Leseverstehens eindeutig bestimmt.

In dem Seminar wird es zunächst darum gehen, die Begriffe „Literalität“, „Leseverstehen“ und Lesekompetenz“ zu bestimmen, bevor ein eigenes „Didaktisches Mehrebenenmodell der Lesekompetenz“ entwickelt wird. Im Kontext dieses „Mehrebenenmodells“ werden dann empirische Forschungsergebnisse zu Teilprozessen des Le­sens vorgestellt und kritisch gewür­digt. Einen großen Raum werden edumetrische/informelle und standardisierte Diagnosever­fahren einnehmen, mit denen Lehrkräfte Defizite im Bereich des Lesens bestimmen können. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Diagnosen werden dann verschiedene Methoden der systematischen Leseför­derung vorgestellt und kritisch reflektiert.

Voraussetzung für die Bestätigung einer „aktiven Teilnahme“ an dem Seminar ist die Lektüre der im Seminar behandelten Texte. Die Voraussetzung für eine Teilnahmebestätigung ist zudem das Abfassen eines Essays auf der Grundlage von Themen ausgewählter Sitzungen. Ein benoteter Leistungsnachweis kann durch eine Hausarbeit erworben werden.

Eine Literaturliste wird in Stud.IP zur Verfügung gestellt, wo auch die behandelte Forschungsliteratur eingestellt sein wird. Einführend kann gelesen werden: Lenhard, Wolf­gang: Leseverständnis und Lesekompetenz. Grundlagen - Diagnostik - Förderung. Stuttgart: Kohlhammer 2013.

 

"Der Antigone-Stoff im Literaturunterricht", Mo., 12 - 14, Phil. I, B 210

Mit der Antigone begegnen wir einem rund 3000 Jahre alten Mythos, der nach wie vor zu einem argumentativen Topos der Literatur zählt. Wer heute beispielsweise über Mia Holl, die Protagonistin in  Juli Zehs Corpus Delicti, rezensiert, sie verhalte sich wie eine moderne Antigone, der weiß, dass er mit der Namensnennung einen mythischen Raum öffnet, der allgemein geläufig ist; genauso, wie heute nach wie vor mit der Nennung von Namen wie Odysseus und Helena, Eneas und Dido, Siegfried und Kriemhild oder auch Hänsel oder Gretel sagenhaft-mythisch-märchenhafte Räume eröffnet werden, die man nicht mehr explizit erklären muss, weil sie zu einem festen Bestandteil unserer Kultur geworden sind und als Mythos einen nicht beweisbaren, aber kollektiv wirksamen Sinn stiften.

Das Seminar befasst sich zunächst mit der Rekonstruktion des Grundmythos am Beispiel der griechischen und lateinischen Quellen (Aischylos, Die Sieben gegen Theben; Sophokles, Antigone; Ödipus auf Kolonos; Euripides, Phoinissai; Seneca, Phoenissae; Statius, Thebaide). Im Mittelpunkt des Seminars stehen dann Bearbeitungen aus dem 20. Jahrhundert wie beispielsweise Walter Hasenclever, Antigone (1917); Jean Anouilh, Antigone (1944); Bertolt Brecht, Antigone (Sophokles bearb. nach Hölderlin, 1948); Paul Zumthor, Antigone ou l‘espérance (1945); Rolf Hochhuth, Die Berliner Antigone (1966).

Bei der Behandlung der Werke wird es auch um die Frage gehen, wie die Texte im Literaturunterricht vermittelt werden können.

Nähere Informationen über die verwendete Forschungsliteratur und die vorgesehenen Leistungsnachweise werden in der 1. Sitzung gegeben.

Voraussetzung für die Bestätigung einer „aktiven Teilnahme“ an dem Seminar ist die Lektüre der im Seminar behandelten Texte. Die Voraussetzung für eine Teilnahmebestätigung ist zudem das Abfassen eines Essays auf der Grundlage von Themen ausgewählter Sitzungen. Ein benoteter Leistungsnachweis kann durch eine Hausarbeit erworben werden.