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Ökosystem Kalkmagerrasen: Flächenverlust führt zu dramatischer Verarmung an Bestäubern

Wissenschaftlerteam der Universitäten Gießen, Göttingen und Würzburg zeigt die Auswirkungen von Habitatverlusten auf Bestäubergemeinschaften – Wechselbeziehungen zwischen den Organismen stärker in den Blick nehmen

Nr. 5 • 15. Januar 2019

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Dr. Birgit Jauker bei der Datenaufnahme mit einem Insektenkescher auf einem Kalkmagerrasen. Foto: Frank Jauker
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Eine Schwebfliege (Helophilus sp.) auf der Blüte einer Wiesen-Flockenblume. Foto: Frank Jauker
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Eine Furchenbiene (Lasioglossum sp.) auf der Blüte einer Wiesen-Flockenblume. Foto: Frank Jauker
Sie zählen in Europa zu den Lebensräumen mit der höchsten biologischen Vielfalt, sind aber durch Nutzungsänderungen stark bedroht: Kalkmagerrasen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Gießen, Göttingen und Würzburg haben die Bestäubergemeinschaften in diesen gefährdeten blütenreichen Grünländern untersucht. Sie konnten zeigen, dass die Bestäubernetzwerke aus Wildbienen und Schwebfliegen mit zunehmendem Verlust an Kalkmagerrasenflächen dramatisch verarmen. Aus diesem Befund lassen sich wichtige Schlussfolgerungen auch für andere Ökosysteme ziehen – immerhin hängen über 70 Prozent der in Europa angebauten Nutzpflanzen von Insektenbestäubung ab.

„Angesichts des Rückgangs der Insektenbiomasse in Deutschland um 75 Prozent zeigen diese Ergebnisse, wie wichtig es ist, dass wir uns auch auf die mit dem Artenverlust verbundenen Veränderungen der Wechselbeziehungen zwischen den Organismen konzentrieren“, sagt Prof. Dr. Volkmar Wolters, Leiter der AG Tierökologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und Koautor der in der Fachzeitschrift Ecology veröffentlichten Studie. „Denn diese Wechselbeziehungen sind der Motor unserer Ökosysteme.“

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten 32 in der Nähe von Göttingen gelegene Kalkmagerrasen. Dabei fanden sie heraus, dass die Verkleinerung der Flächen von fünf auf 0,03 Hektar zu einem Verlust von 80 Prozent der Interaktionsmöglichkeiten zwischen Bestäubern und Pflanzen führte. Die Struktur der verbleibenden kleinen und eng verknüpften Bestäubernetze wird besonders durch den Verlust der Wildbienen beeinflusst. Schwebfliegen, die als robuster gegenüber Umweltstörung gelten, konnten diesen Funktionsverlust nicht ersetzen. Die weitreichenden Konsequenzen für das einmalige Ökosystem wurden deshalb deutlich, weil die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer aufwendigen Analyse erstmals den Beitrag verschiedener Bestäubergruppen zur Netzwerkstruktur quantifizieren konnten.

„Spezialisierte Interaktionen, bei denen die Partner wenig Ausweichmöglichkeiten haben, sind besonders bedroht“, erläutert Dr. Frank Jauker, Erstautor der Studie und Mitarbeiter an der Professur für Tierökologie der JLU. Übrig bleiben Generalisten, die wegen ihrer geringen Ansprüche an die jeweiligen Interaktionspartner weniger leistungsfähig sind. „Es ist für uns erstaunlich und sehr beunruhigend, dass Wildbienen und Schwebfliegen, die in ihrer Funktion doch so verschieden sind, ähnliche Muster zeigten.“ Eine unter Expertinnen und Experten weit verbreitete Meinung könnte sich somit als Irrtum erweisen: Gemeinschaften, in denen Arten mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften interagieren, seien relativ unempfindlich gegen Umweltveränderungen.

  • Publikation

Frank Jauker et al. Partitioning wild bee and hoverfly contributions to plant-pollinator network structure in fragmented habitats. Ecology 2018. DOI: 10.1002/ecy.2569
https://esajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ecy.2569

  • Weitere Informationen

www.uni-giessen.de/fbz/fb08/Inst/tsz/tieroekologie

  • Kontakt


Institut für Tierökologie
Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-35702

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041

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