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aktuelle Projekte

aktuelle Projekte

TeachRead: Unterrichtsqualität in der Leseförderung

Projektleitung: Prof.in Dr. Juliane Dube

Projektlaufzeit: Mai 2025 - April 2026

Finanzierung: Reinhard Mohn Stiftung

Um passgenaue Lesefördermaßnahmen für die eigenen Schülergruppen anbieten zu können, bedarf es nicht nur einer regelmäßigen Diagnostik, sondern auch der Umsetzung von dem Lernstand entsprechender differenzierender Fördermaßnahmen. Hierzu muss nicht nur die Komplexität der zur Förderung ausgewählten Texte stärker in den Blick geraten, sondern vor allem auch der Einsatz dieser in unterschiedlichen methodischen Settings. Statt primär an der Bewertung des Lernoutput interessiert zu sein, steht demnach die Erfassung, Beschreibung und Weiterentwicklung von Merkmalen der Prozessqualität der Leseförderung im Fokus des aktuellen Forschungsvorhabens. Doch während es zahlreiche Hinweise zu Methoden und Konzepten der Leseförderung gibt, ist die Zahl an Forschungsarbeiten, die sich mit der konkreten Umsetzung dieser unter Aspekten von Unterrichtsqualität beschäftigen, nach wie vor überschaubar (vgl. u. a. Ohle-Peters et al. 2020: 863). Ziel der Pilotierungsstudie ist es demnach, Unterrichtsqualität nicht allein über Lernergebnisse der Schüler*innen (Outcomes) zu bestimmen, sondern die Merkmale von Unterricht sowohl auf Oberflächen- als auch Tiefenebene stärker in den Blick zu nehmen. Hierfür soll in Diskussionsrunden mit Expert*innen aus Theorie und Praxis ein Beobachtungsraster entwickelt werden. Die Auswertung der erhobenen Daten vor dem Hintergrund der Leistungsdaten aus dem Online-SLS ermöglicht anschließend eine Antwort auf die Frage, warum der entsprechende Unterricht (oder eine bestimmte Methode) mehr oder weniger förderlich für die Entwicklung basaler Lesekompetenzen ist und wie Unterricht im Projekt „Lies mit“ infolgedessen ‚lernwirksamer‘ gestaltet werden kann.

 

Lies Mit + Systematische Leseförderung und Diagnostik an Ganztagsschulen

Projektleitung: Prof.in Dr. Juliane Dube

Projektlaufzeit: August 2025 - Juli 2028

Finanzierung: Crespo Foundation

Ziel von „Lies mit +“ ist die Erweiterung von „Lies mit“ auf Strukturen des Ganztages sowie die Erweiterung der Kenntnisse zu einer datengestützten Leseförderung. Hierzu sollen im engen Austausch mit den Akteur*innen vor Ort Fort- und Weiterbildungsmaterialien für das pädagogische Fachpersonal im Ganztag überarbeitet und erweitert werden und ein Konzept für eine datengestützte Leseförderung an den Schulen erarbeitet werden. Der Beginn der Implementierung von "Lies mit +" ist für das Frühjahr 2026 geplant. 

 

Vorlesekompetenz und Leseförderung im Lehramtsstudium (VoLL)

Projektleitung: Prof.in Dr. Juliane Dube

Projektlaufzeit: August 2024 - Sept. 2025

Als Reaktion auf die Ergebnisse der letzten IQB-Bildungstrendstudien und der daraus resultierenden Empfehlung der SWK (SWK 2022, 58) sowie der positiven Evaluationen von Vor- und Lautleseprojekten (vgl. Belgrad & Klipstein 2015; Gailberger et al. 2021; Dube & Gediga 2024) haben verschiedene Bundesländer dem Vor- und Lautlesen inzwischen einen festen Platz im Stundenplan eingeräumt. Neben dem klassischen Vorlesen wird dabei auf unterschiedliche Lautleseverfahren gesetzt. Alle Methoden arbeiten dabei mit der Idee eines kompetenten Lesevorbilds (Kraus et al. 2022, 6). Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es um die sprachlichen Ausdrucksmittel von Sprechstimme und Körper weiß und diese gezielt einsetzen kann, wenngleich die Anforderungen je nach Methode variieren. Jenen didaktischen und fachlichen Kompetenzen, die es bedarf, um lautes Lesen als Arbeits- und Lernform im Unterricht erfolgreich umzusetzen, werden in der universitären Ausbildung allerdings bisher kaum Beachtung geschenkt (Lösener 2018, 4).

Im Projekt VoLL - Vorlesekompetenz und Leseförderung im Lehramtsstudium sollen in Universitätsseminaren im WS 2024/25 & SoSe 2025 über den Zeitraum von 4-6 Wochen Videosequenzen von Studierenden ausgewertet werden. Diese sollen einen Einblick in Ausgangspunkt und Entwicklung der Vorlesekompetenzen bei angehenden Lehrpersonen für die Grundschule geben. Ergänzt werden die Videodaten um die qualitative Auswertung von Reflexionsfragen zu Erfahrungen und Einstellungen der Seminarteilnehmer*innen in Bezug auf das Vorlesen im Rahmen eines Portfolios zu Beginn und am Ende der Übungssequenzen.

 

Literacy in Post-Migrant Society (LiPS)

Projektleitung: Prof.in Dr. Juliane Dube; PD Dr. Ines Heiser (Universität Marburg); Dr. Claudia Willms (JLU-Gießen)

Projektlaufzeit: August  2023 - August 2024

Finanzierung: Forschungscampus Mittelhessen

Heranwachsende werden in Familien und Bildungseinrichtungen literarisch sozialisiert, d.h. dass sie die literarischen Interaktionsmuster von zwei sozial, kulturell und funktional unterschiedlich strukturierten Institutionen kennen- und anzuwenden lernen. In aktiver Auseinandersetzung mit den jeweiligen sprachlichen und kulturellen Logiken bilden sie ihre je individuelle Literacy aus. Im Projekt soll nun genau die Schnittstelle der familialen und schulischen Literacy untersucht werden. Um die bislang kaum untersuchten, institutionsüberschreitenden und intersektionalen Praktiken, Erfahrungen und Aushandlungen der Heranwachsenden methodisch erfassbar zu machen, werden in der angestrebten Studie sowohl qualitative Interviews mit Erstakademiker*innen mit Migrationserfahrung durchgeführt als auch aktuelle schulische Lehrwerke im Deutschunterricht in Bezug auf ihre migrationsgesellschaftliche Öffnung sowie kulturelle und sprachliche Hybridisierung analysiert. Aus intersektionaler Perspektive soll herauszuarbeitet werden, ob unterschiedliche Bildungs-, Literatur- und Lesekonzepte auf Seiten der Lernenden zu Bildungsbenachteiligung im Deutschunterricht führen und/oder fehlende mehrsprachige und mehrkulturelle Literaturangebote im Deutschunterricht angestrebte identifikatorische und literar-ästhetische Bildungsprozesse verhindern (vgl. u.a. Deutsches Institut für Menschenrechte 2023). 

 

Leseförderung im Projekt "Lies mit"
(im Auftrag der Reinhard Mohn Stiftung, dem Kompetenzteam, dem Bildungsbüro und den Schulaufsichten im Kreis Gütersloh)

Projektleitung: Dr. Juliane Dube

Projektlaufzeit: Mai 2021 - Dezember 2023

Finanzierung: Reinhard Mohn Stiftung

In NRW erreichen 15,7 Prozent der Kinder nicht den Mindeststandard im Lesen. Dieses Kompetenzniveau hat das IQB 2016 ermittelt. Für die Kinder hat dies erhebliche, negative Auswirkungen auf ihren Bildungsverlauf bis hinein in das Erwerbsleben, da es sich beim Lesen um eine Schlüsselkompetenz handelt, die den Kompetenzerwerb auch in anderen Fächern beeinflusst. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Lehrkräfte bezüglich der Diagnose- und Förderprozesse und der damit verbundenen Vorschriften verunsichert ist. Oftmals fehlen an den Schulen außerdem solide Handlungsgrundlagen für die Förderung der Lesekompetenzen sowie gemeinsam getragene Konzepte, die eine durchgängige Förderung in allen Jahrgansstufen beinhaltet. Angeregt durch die positiven Erfahrungen aus dem Hamburger Leseband starten zum Schuljahr 2022/2023 nun auch vier Grundschulen und eine Förderschule mit einer systematischen Leseförderung in den Klassen 2-4. Die Entwicklung der Leseleistung und der Lesemotivation werden hierbei regelmäßig (alle 10-12 Wochen) mit einer Online-Variante des Salzburger Lesescreenings und einem kleinen digitalen Fragebogen zu Lesemotivation und -verhalten über den Projektzeitraum von 1,5 Jahren erfasst und ausgewertet. 


Evaluation der digitalen Fortbildung zum Projekt „Lies mit“
(Im Auftrag der Reinhard Mohn Stiftung, dem Kompetenzteam, dem Bildungsbüro und den Schulaufsichten im Kreis Gütersloh)

Projektleitung: Dr. Juliane Dube

Projektlaufzeit: April 2022 – April 2024

Finanzierung: Reinhard Mohn Stiftung

Begleitend zur Umsetzung der Leseförderung im Projekt „Lies mit“ nehmen alle Lehrer*innen der teilnehmenden Grund- und Förderschulen über einen Zeitraum von 18 Monaten an sieben Fortbildungsmodulen teil.

Fragestellungen innerhalb der Begleitstudie zielen einerseits auf die Weiterentwicklung professioneller Handlungskompetenzen und anderseits auf die Veränderung unterrichtlichen Handelns, inklusive der zu fördernden Schülerleistungen. Hierzu werden entsprechend des Vier-Ebenen-Modells von Kirkpatrick (1979):

  1. Daten zum fachlichen, fachdidaktischen und pädagogischen Wissen sowie zu subjektiven Theorien und Überzeugungen der Lehrpersonen,
  2. zur Qualität und Quantität der Lerngelegenheiten während der Fortbildung,
  3. zu Voraussetzungen der Schüler*innen,
  4. zum Schulkontext quantitativ und qualitativ erhoben.

 

Der Finkenwerder Weg. Systematische Leseförderung in den Klassenstufen 5-9 im Hamburger Stadtteil Finkenwerder 
(im Auftrag der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) in Hamburg)

Projektleitung: Prof. Dr. Steffen Gailberger, Projektkoordination: Dr. Juliane Dube 

Projektlaufzeit: Aug. 2020 – Aug. 2028

Finanzierung: Behörde für Schule und Berufsbildung (Hamburg)

(Zugleich: Anschlussstudie zu „Systematische Leseförderung für die Primarstufe“. Hamburger Teilstudie im Rahmen der von Bund und Ländern geförderten BiSS-Initiative zu Sprachbildung, Sprachförderung und Sprachdiagnostik)

Wiederholt zeigt sich in (inter-)nationalen Studien, dass etwa 20% der deutschen Schüler*innen nach wie vor nur über eine unzureichende Lesekompetenz verfügen (vgl. u. a. PISA 2019). Insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Digitalisierung ist es heute jedoch wichtiger denn je, dass die Heranwachsenden in der Lage sind, komplexe Texte zu lesen, zu verstehen und zu bewerten, um u. a. ‚Fake News‘ von wahrhaftigen Nachrichten zu unterscheiden. Um dies zu erreichen, braucht es eine Leseförderung von Anfang bis Ende der Schulzeit mit zentralem Platz im schulinternen Curriculum. 

An nahezu allen Hamburger Grundschulen wird inzwischen mehrfach im „Leseband durchgeführt“ (https://www.biss-sprachbildung.de/biss-lesefoerderung-hamburg/). Im Rahmen dieser festen Lesezeit von 20 Minuten werden verschiedene Übungen zur Verbesserung der Leseflüssigkeit umgesetzt, egal, welches Fach auf dem Stundenplan steht. Anknüpfend an den großen Erfolg des Lesebandes, der sich in einer deutlichen Steigerung der Leseflüssigkeit, des Leseverstehens und der Rechtschreibkompetenz bei sprachlich wie sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern inzwischen auch empirisch nachweisen lässt (vgl. Gailberger/Pohlmann/Reichenbach/Thonke/Wolter 2021), wird im Rahmen eines Pilotprojektes (N = 315) in den Schuljahren 2020/2021-2025/26 auch für die weiterführenden Schulen ein Leseband zur systematischen Leseförderung laufend und wissenschaftlich begleitet.

Forschungsfragen im Kontext des Pilotprojektes konzentrieren sich auf Effekte in Bezug auf das Leseverstehen und die Leseflüssigkeit, die Anwendung von Lesestrategien, die Lesemotivation sowie Transfereffekte der Leseförderung auf andere Kompetenzbereiche in den Fächern Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften. In einer Teilstudie soll zudem untersucht werden, inwieweit Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Teilleistungsstörungen von der Leseförderung profitieren. Zur Erhebung der Daten werden neben standardisierten Lesetests und einem Fragebogen auch Lautleseprotokolle und Interviews mit videografischer Beobachtung eingesetzt. 

Erklärvideos im inklusiven Literaturunterricht (EviD)

Projektleitung: Dr. Juliane Dube

Projektlaufzeit: Juli 2021 – Sept. 2023

Seit den 2000er Jahren gibt es eine wachsende Nachfrage nach Online-Videoportalen, allen voran YouTube. Dort kann jeder mit nur einfachen Zugangsvoraussetzungen Videos hochladen und für die gesamte digitalisierte Welt verfügbar machen. Mit der Verbreitung von so genannten Erklärvideos ergeben sich daraus ganz neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung. Ungeachtet der zahlreichen Studien zur Nutzung von Erklärvideos fehlt es jedoch nach wie vor an fachdidaktischen Qualitätskriterien bzw. Aussagen darüber, wie durch den Einsatz von Erklärvideos gelingende Lernprozesse im Literaturunterricht eingeleitet werden können.

Das aktuelle Projekt blickt auf zwei klassische Gegenstände des Literaturunterrichts in den Jahrgängen ab Klasse 7: die Kurzgeschichte und die Ballade. Im ersten Teil des Projektes wurden aktuelle Videoformate zu den ausgewählten Genres kritisch konfrontiert und kategorisiert, um sowohl Theorien als auch analysebasiert ein fachdidaktisches Raster zur Qualitätsanalyse dieser zu entwickeln. Im zweiten Teil des Projektes wurden zehn SchülerInnen der Klassen 8-10 einer Sekundarschule nach dem Prinzip der Varianzmaximierung in der Rezeption von Erklärvideos zum Thema Kurzgeschichten videografisch begleitet und währenddessen und im Anschluss leitfadengestützt zum Umgang mit Erklärvideos befragt.