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Tipps zur Förderung der Biodiversität

Garten/Balkon

Insbesondere beim Zugang zu Grünflächen, wie einem Garten oder Balkon, kann ein Beitrag zum Erhalt der Biodiversität geleistet werden, indem sie zur Lebensoase umgestaltet werden. Hierbei ist weniger mehr, denn je unaufgeräumter der Garten ist, desto mehr Unterschlupf finden beispielsweise Igel und andere Tiere.[1]

Hilfreich ist es außerdem, Pflanzen zu setzen, die Vögeln und Insekten sowohl Futter als auch Lebensraum bieten. Durch die Aussaat von Frühblühern und Herbstblumen entsteht nicht nur eine lang andauernde Nahrungsquelle für Insekten, sondern der Garten blüht nahezu das ganze Jahr über. Bei der Wahl der Pflanzen sollte zudem auf den Verzicht von (invasiven) Neophyten geachtet werden. Diese gebietsfremden Arten siedeln sich unter menschlicher Mitwirkung außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets an. Neophyten sind dann invasiv, wenn sie heimische Arten, Biotope oder ganze Lebensräume gefährden. Ein Beispiel für einen invasiven Neophyten ist das indische Springkraut.[2]

Neben Blumen können auch Kräuter auf dem Balkon für Bienen als Nahrungsquelle dienen. Wichtig ist hierbei, darauf zu achten, dass sie blühen. Zu den blühenden Kräutern gehören beispielsweise Salbei, Thymian, Rosmarin, Oregano oder Majoran. Tummeln sich um die Blumen und Kräuter Insekten und Schmetterlinge, bietet es sich auch an, eine Nistmöglichkeit für die Tiere anzubieten. Viele Nistplätze auf kleinstem Raum bieten sogenannte Insektenhotels, die je nach Bauweise einer oder auch verschiedenen Insektenarten ein Zuhause bieten.

Doch auch Obstbaumschnitt eignet sich, um Lebensraum zu schaffen. Ein Teil des Grünschnitts kann zu einer sogenannten Benjeshecke aufgeschichtet werden, sodass Insekten, Vögel und Kleintiere wie Igel Unterschlupf, Nahrung und Baumaterial finden. Auch auf einem Balkon lässt sich eine Benjeshecke anlegen, indem markhaltige Stängel wie die von der Himbeere, Brombeere oder Heckenrose in lange Stücke geschnitten und senkrecht in Blumenkästen gesteckt werden.[3]

Zur Schädlingsbekämpfung sollte auf chemische Gifte wie Herbizide, Insektizide und Fungizide verzichtet werden, da diese die Artenvielfalt zerstören. Stattdessen sollte bei der Schädlingsbekämpfung auf den Einsatz von Nützlingen wie Marienkäfern oder Schlupfwespen gesetzt werden.[4]

 

Küche

Alte Obst- und Gemüsesorten sowie Tierrassen tragen nicht nur zum Erhalt der Artenvielfalt bei, sondern fördern auch die genetische Vielfalt und Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen. Diese Sorten sind oft robuster gegenüber Schädlingen und Krankheiten, benötigen weniger Pestizide und sind an die lokalen Umweltbedingungen angepasst. Ihr Anbau unterstützt nachhaltige Landwirtschaft und bietet eine große Auswahl an Farben, Formen und Geschmacksrichtungen.[5]

Auch in der Fischzucht kann durch bewusste Auswahl ein Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet werden. Dabei sollten Arten aus nicht gefährdeten Beständen oder aus nachhaltigen Teichwirtschaften bevorzugt werden.[6]

Für Palmölplantagen werden täglich Regenwaldflächen gerodet, was zu dem Verlust von Tausenden Tier- und Pflanzenarten führt. Daher lohnt es sich, bei der Nutzung palmölhaltiger Produkte auf eine nachhaltige Produktion zu achten.[7]

 

Kosmetik und Putzartikel

Viele konventionelle Kosmetika und Reinigungsmittel enthalten Mikroplastik, Chemikalien oder Inhaltsstoffe, die als Kleinstpartikel über das Abwasser in Böden, Flüsse und Meere gelangen.[8] Um den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt zu reduzieren, setzen immer mehr Hersteller auf natürliche und biologisch abbaubare Inhaltsstoffe sowie umweltfreundliche Verpackungslösungen.[9]

 

Second Hand und Upcycling

Die Herstellung von Kleidung erfordert große Mengen an Wasser und Chemikalien, die sowohl der Gesundheit als auch der Umwelt schaden. Wenn diese Chemikalien in die Umwelt gelangen, etwa durch Abwasser in Flüsse, hat dies gravierende Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Besonders bei der Produktion von Fast- und Ultra-Fast-Fashion herrschen solche Bedingungen. Eine umweltfreundlichere Alternative besteht darin, auf Second-Hand-Kleidung umzusteigen oder alte Kleidung upzucyclen, um ihr damit einen neuen Zweck zu verleihen. An der JLU werden regelmäßig Kleidertauschpartys organisiert, an der alte Kleidung gegen neue, gebrauchte Lieblingsstücke ausgetauscht werden können.[10]

 

Nachhaltiges Reisen

Auch beim Reisen lassen sich Maßnahmen ergreifen, um die Biodiversität zu schützen und Artenschutz umzusetzen. Die Wahl des Transportmittels beeinflusst den ökologischen Fußabdruck erheblich. Flugreisen verursachen hohe CO₂-Emissionen, die zum Klimawandel beitragen und somit die Biodiversität gefährden. Ein wichtiger Schritt kann also sein, Flugreisen zu reduzieren und wenn möglich auf klimafreundlichere Verkehrsmittel wie die Bahn umzusteigen.[11]

Auch die Entscheidung für umweltfreundliche Unterkünfte kann zum Schutz der Biodiversität beitragen. Solche Unterkünfte setzen auf erneuerbare Energien, Wassersparmaßnahmen und Abfallreduktion.[12] Während des Aufenthalts sollte zudem die lokale Flora und Fauna respektiert werden. Dies beinhaltet das Vermeiden von Aktivitäten, die Wildtiere stören oder deren Lebensräume zerstören könnten.[13]

 

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[1] Tipps zum Schutz der Artenvielfalt (https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/8-tipps--um-die-artenvielfalt-zu-schonen-30827902.html)
[2] Zum indischen Springkraut (https://rp-giessen.hessen.de/sites/rp-giessen.hessen.de/files/2022-02/flyer_solmsbach.pdf)
[3] Artenvielfalt auf dem Balkon und im Garten (https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-den-garten/13-tipps-fuer-mehr-artenvielfalt-auf-dem-balkon-und-im-garten)
[4] Zu Nützlingen (https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/lexikon-a-z/nuetzlinge
[5] Zu Streuobstwiesen (https://hessen.de/presse/pressearchiv/streuobstwiesen-hotspots-der-artenvielfalt)
[6] WWF Fischratgeber (https://fischratgeber.wwf.de/hard-facts/)
[7]  WWF: Artevielfalt und nachhaltige Landwirtschaft (https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/palmoel/foerderung-des-anbaus-von-nachhaltigem-palmoel)
[8] Studie zu der JLU zu Mikroplastik in Korallen (https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/pressestelle/pm/165-21korallenfilternmikroplastikausmeerwasser)
[9]  Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz: Zur Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln (https://www.bmuv.de/jugend/wissen/details/wasch-und-reinigungsmittel-alltagshelfer-mit-risiken-fuer-umwelt-und-gesundheit-1)
[10] Zu Umweltauwirkungen von Textilproduktion und Abfällen (https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20201208STO93327/umweltauswirkungen-von-textilproduktion-und-abfallen-infografik)
[11] Umweltbundesamt - Umwelttipps für den Alltag (https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/urlaubsreisen#gewusst-wie)
[12] Deutscher Tourismusverband: Praxisleitfaden Nachhaltigkeit (https://www.deutschertourismusverband.de/fileadmin/user_upload/Themen/Nachhaltigkeit/Praxisleitfaden_Nachhaltigkeit.pdf)
[13] International Union for Conservation of Nature: Tourismus und Nachhaltigkeit in Schutzgebieten (https://portals.iucn.org/library/sites/library/files/documents/PAG-027-De.pdf)