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Artikelaktionen

Medien und Gender

Aktivitäten

Aktivitäten

Internationale Tagung: Trans*Time in TV Series: (Inter)National Projections

Internationale Tagung: Trans*Time in TV Series: (Inter)National Projections

TransTime Plakat

Vor etwa einem Jahrzehnt, im März 2007, wurden die international anerkannten Yogyakarta-Prinzipien festgehalten, die erste systematische Menschenrechtsgewährleistung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT). In ihnen wurden zum ersten Mal Anforderungen formuliert, die die Menschenrechtsstandards in Bezug auf sexuelle Minderheiten festschrieben. Punkt 18 geht explizit auf die Pathologisierung der Geschlechtsidentität ein und verlautbart, dass „niemand [...] aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität gezwungen werden [darf], sich irgendeiner Form von medizinischer oder psychologischer Behandlung, Untersuchung oder Maßnahme zu unterziehen, oder in eine medizinische Einrichtung eingewiesen zu werden“ (Hirschfeld-Eddy-Stiftung, 2008: 28). Dieser Meilenstein kristallisierte die Arbeit von trans* Aktivist*Innen weltweit. 

In den letzten Jahrzehnten heraus und diente als Sprungbrett für weitere Aktionen. Die Bemühungen zielten besonders auf die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und trugen zur Verbesserung der Situation von trans* Personen in verschiedenen Ländern bei, z. B. durch Gesetzesänderungen, wie sie die internationale Kampagne STP ,Stop Trans Pathologization‘ herbeiführte.

Zehn Jahre später, 2017, ist das Bild widersprüchlich. Einerseits ist Studien von The Human Rights Campaign Foundation und Trans People of Color Coalition zufolge die Zahl der registrierten Morde an trans* Personen die höchste aller Zeiten. Andererseits war in diesem Jahr die World Pride in Madrid dem trans* Kollektiv gewidmet, was ein Zeichen für die Anerkennung und Unterstützung innerhalb der LGTBIQ*-Bewegung ist.

Was die Sichtbarkeit von trans* Personen in den Medien angeht, was in der LGBTIQ*- Bewegung nahezu einstimmig als unabdingbarer Voraussetzung zur gesellschaftlichen Normalisierung von Minderheiten betrachtet wird, ist in den letzten Jahren ein Höhepunkt zu konstatieren. Das GLAAD-Media Institute, – Gay and Lesbian Allianc

e Against Defamation – begrüßte 2016 die zunehmende Präsenz von trans* Figuren aus verschiedenen identitären Intersektionen in Crenshaws Sinne in Serien (vgl. Loughrey 2016). Sophia Burset in Orange is the New Black oder die Protagonistin der Serie Transparent, Maura, sind gute Beispiele. Allerdings kritisiert GLAAD die einseitige und/oder oberflächliche Darstellung, die die Pathologisierung und/oder Stigmatisierung des Kollektivs reproduziere (vgl. Respers France 2017).

Auch in den letzten Jahrzehnten ist eine deutliche Popularisierung der Serien sowohl im Fernsehen als auch auf international verfügbaren Online-Streaming Plattformen, wie z. B Netflix, Amazon Prime und Hulu, festzustellen, sodass die Rede von einer Art Golden Age von Serien ist (vgl. Smith 2018: 72; de Gorgot 2014). Die Zuschauerquoten von Serien steigen ständig, was auch ihre zunehmende gesellschaftliche, akademische und wissenschaftliche Anerkennung bedingt. Das renommierte Filmfestival von Cannes beispielsweise hat eine separate Sektion für Serien eingerichtet, was diesen Anerkennungsprozess spiegelt (vgl. Muñoz Fernández 2016: 69).

Wie diese Beispiele zeigen, ist eine vergleichende Annäherung seitens der Medienwissenschaften methodisch sinnvoll und gesellschaftlich relevant. Dem Verständnis folgend, dass Serien Gesellschaftsmodelle anbieten und gewissermaßen befördern, zielt unsere Tagung darauf ab, die multisemiotischen Darstellungen (vgl. Kress 2010) von trans* Personen in den letzten Jahrzehnten in Serien zu untersuchen. Spezifischer geht sie der Hypothese nach, dass die Popularisierung von trans* Personen in kommerziellen Serien den „good-Trans*“ herstellt und dadurch die von Ihnen potenziell verkörperte Transgression verschleiert. Ferner setzt sich diese Tagung als Ziel, zu erläutern, durch welche - gerade medialen - Mittel dies stattfindet.

Die englischsprachige Tagung findet vom 30. bis 31. Januar 2020 im Margarete-Bieber-Saal der JLU Gießen statt.

Kontakt: Dr. Danae Gallo González


(19.09.2019, Berit Beckers)

Konferenz: Renegotiating Minoritarian In_Visibilities – englischsprachige, interdisziplinäre Konferenz

Konferenz: Renegotiating Minoritarian In_Visibilities – englischsprachige, interdisziplinäre Konferenz

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In recent years, the relation between visibility and invisibility of minoritarian subject positions has been renegotiated and led to a preliminary re-assessment of the political potential of the concept of visibility. Thereby, invisibility or imperceptibility are subject to significant revaluation. Especially from activist, cultural and political points of view and in the contexts of queer or non-racist politics of migration, attempts have been made to question the topos of visibility and its positive connotations. However, the debate about a possible end of the critique of representation often disregards that politics of becoming imperceptible or invisiblecan indeed develop new modes of presentation and perception and therefore cannot unfold beyond representation.

Connecting theory and practice, the conference will provide spaces for various artistic, scholarly and political forms of exchange.

The three-day conference will take place on November 12–14, 2019 at the Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) of the Justus-Liebig-University Giessen, Germany. The conference is organized by the Research Area Visual and Material Culture Studies of the GCSC in cooperation with the ZMI-section Media and Gender. If you need childcare for the duration of or part of the conference, kindly let us know well in advance.

For questions, please contact in-visibility@gcsc.uni-giessen.de

Organisation:

  • Oliver Klaassen (Queer Art Studies, PhD student at the GCSC; Lecturer at various German universities)
  • Jana Tiborra (Art Pedagogy, Research Assistant at the Institute for Art Pedagogy, JLU; PhD student at the GCSC)
  • Katharina Wolf (Contemporary History, PhD student and Research Assistant at the GCSC)
  • Cathérine Ludwig-Ockenfels (Early Modern History, PhD student at the GCSC)

 

(19.09.2019, Berit Beckers)

Podiumsdiskussion: Autoritäre Populisten gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die AFD

Podiumsdiskussion: Autoritäre Populisten gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die AFD

autoritäre populistenAutoritäre Populisten erfahren in vielen Ländern wachsenden Zuspruch durch die Wahlbevölkerung. Staaten von weltpolitisch zentraler Bedeutung wie die USA und Brasilien werden mit Donald Trump und Jair Bolsonaro inzwischen von autoritären Populisten regiert. Auch in Europa wird mit Ungarn durch die langjährige Regierung Victor Orbans ein Land durch die Herrschaft eines autoritären Populisten seit Jahren stark umstrukturiert. In Deutschland wachsen die Tendenzen ebenfalls hin zu einem autoritären Populismus: Indikatoren dafür sind die bundesweiten Wahlerfolge der AfD, die es als Partei erst seit wenigen Jahren gibt.

Zentrale Elemente des politischen Handelns autoritärer Populisten sind Angriffe gegen demokratische und egalitäre Geschlechtervorstellungen, und ganz konkret gegen Frauen und LGBTIQ*. Diese Angriffe finden in verschiedensten Formen statt: verbal, physisch, diskursiv, symbolisch, institutionell und nicht zuletzt durch Regierungshandeln. Ein Charakteristikum dieses genderfeindlichen populistischen Handelns ist seine mediale Dimension, und insbesondere die direkte Kommunikation autoritärer Populisten über soziale Medien.

Die Podiumsdiskussion möchte das Phänomen der „autoritären Populisten“ anhand der zentralen Akteure Donald Trump und Jair Bolsonaro im Hinblick auf deren Gender-Handeln und ihre damit verbundenen medialen Strategien beleuchten. Im Hinblick auf Deutschland wird gefragt, inwiefern Angriffe auf Geschlechtergleichheit, Frauen und LGBTIQ* auch hier Teil eines autoritären Populismus sind, oder ob die in Deutschland beobachtbaren Phänomene kategorial anders eingeordnet werden müssen. Nicht zuletzt interessieren auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der medialen Strategie sowie die Bedeutung unterschiedlicher Medien und Medienformate für den Erfolg autoritärer Populisten.

Die Veranstaltung findet am 24. Oktober um 18 Uhr c.t. in der Aula der JLU statt; die Referierenden sind Dr. Dinah Leschzyk (ZMI-Sektion Medien und Gender), Prof. Dorothée de Nève (stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des ZMI) und Prof. Greta Olson (ZMI-Sektion Medien und Gender).

 

 

 

 

(19.09.2019, Berit Beckers)

Veröffentlichung der Broschüre "Wissenschaftlerinnen der Universität Gießen"

Veröffentlichung: Broschüre "Wissenschaftlerinnen der Universität Gießen: Unkonventionelle Wege verändern die akademische Welt"

Broschüre "Wissenschafterlinnen der Universität Gießen"
Wissenschafterlinnen der Universität Gießen: Unkonventionelle Wege verändern die akademische Welt

 

Die Broschüre "Wissenschafterlinnen der Unviersität Gießen: Unkonventionelle Wege verändern die akademische Welt" ist ab sofort erhältlich.

 

Gemeinsam mit dem Akademischen Auslandsamt und der Zentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten hat das ZMI die Broschüre Wissenschaftlerinnen der Universität Gießen: Unkonventionelle Wege verändern die akademische Welt herausgegeben. Angestoßen durch die Jubiläumsveranstaltung mit Podiumsdiskussion "100 Jahre FrauenWahlRecht: Bewegte Zeiten seit 1918", die am 12. November 2018 stattfand, leistet die Broschüre einen wichtigen Beitrag zur frauengeschichtlichen Erinnerungskultur der Justus-Liebig-Universität.

 

Neben Eindrücken von der Jubiläumsveranstaltung präsentiert die Broschüre Kurzportraits einiger Studentinnen und Wissenschaftlerinnen der JLU, die sich ihrerzeit den gängigen Rollenbildern widersetzten und so eine Vorreiterinnenfunktion übernahmen.

 

(24.07.2019, Berit Beckers)

Vortrag: Die Rolle des Internets bei globalen feministischen Bewegungen: Schwerpunkt Südamerika

Sektionsmitglied Dr. Dinah Leschzyk hält einen Vortrag über die Rolle sozialer Medien bei feministischen Bewegungen, insbesondere im lateinamerikanischen Raum.

Vortrag: "Die Rolle des Internets bei globalen feministischen Bewegungen: Schwerpunkt Südamerika"

Sektionsmitglied Dr. Dinah Leschzyk gibt einen Überblick, wie feministische Bewegungen in Lateinamerika soziale Medien nutzen. Eine Vorreiterrolle nehmen dabei Aktivist*innen aus Argentinien ein, die unter dem Motto #NiUnaMenos hunderttausende Menschen auf die Straße gebracht haben, um gegen Gewalt gegen Frauen zu demonstrieren. Der lateinamerikaweite Ruck nach rechts der letzten Jahre erschwert den Kampf um Gleichstellung. Besonders drastisch hat sich die Lage in Brasilien entwickelt, nachdem die erste Frau im Präsidentschaftsamt mittels umstrittener Anklagepunkte ihres Amtes enthoben wurde.

 

Der Vortrag findet am Donnerstag, den 13.06.2019 um 18:30 Uhr in der Landeszentrale für politische Bildung RLP statt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



(12.06.2019, Berit Beckers)

Vortrag: "The Disabled Body and the U.S. Body Politics"

Vortrag: "The Disabled Body and the U.S. Body Politics"

Im Rahmen der Vorlesung „The United States in the Twenty-first Century: From the ‚Stolen Election of 2000‘ to the Trump Era“ von Sektionsmitglied Prof. Dr. Greta Olson findet am 27. Mai von 18 bis 20 Uhr ein Gastvortrag statt. Die Gastvortragende Kim Nielsen ist Disability-Forscherin an der University of Toledo, und in ihrem Vortrag wird sie die Situation von Menschen mit Behinderung im Kontext der aktuellen politischen Lage in den Vereinigten Staaten thematisieren.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung nicht notwendig. Die Veranstaltung findet im Hörsaal A1 am Philosophikum I der JLU statt.

 

 

 

 

(22.05.2019, Berit Beckers)

Vortrag: "Richtig gendern" von Duden-Autorinnen

Vortrag: "Richtig gendern" von Duden-Autorinnen

Richtig_GendernSeit seiner Veröffentlichung im Jahr 2017 sorgt der Dudenband Richtig gendern für hitzige Diskussionen rund um den geschlechtergerechten Sprachgebrauch. Nun bietet sich die Möglichkeit, mit den Autorinnen des Ratgebers ins Gespräch zu kommen.

Am 6. Juni 2019 halten die Autorinnen Prof. Dr. Gabriele Diewald und Dr. Anja Steinhauer des Ratgebers Richtig gendern. Wie Sie angemessen und verständlich schreiben einen Vortrag an der Justus-Liebig-Universität. In Form eines Werkstattberichtes erläutern die Autorinnen die Hintergründe der Entstehungsgeschichte sowie Inhalte des Nachschlagewerkes. Was waren Anreize und Überlegungen, die die Veröffentlichung angeregt haben? Welche Inhalte wurden aufgenommen und welche nicht? Und von welchen Reaktionen und Rezensionen können die Autorinnen berichten? In ihrem Vortrag berichten die Wissenschaftlerinnen auch über die Reaktionen und Rezensionen nach der Veröffentlichung des Dudenbandes.

Nach dem etwa einstündigen Vortrag bietet sich dem Publikum die Möglichkeit zum Austausch mit den Verfasserinnen. Von großem Interesse sind dabei sicherlich auch Fragen nach der praktischen Anwendung des Ratgebers im alltäglichen Sprachgebrauch und in Zusammenhang mit der Einführung des dritten Personenstandes.

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr und findet im Margarete-Bieber-Saal (Ludwistraße 34, 35390 Gießen) statt. Die Veranstaltung wird von Dr. Jutta Hergenhan, der wissenschaftlichen Geschäftsführerin des ZMI sowie Sprecherin der Forschungssektion Medien und Gender, moderiert. Organisiert wird der Vortrag von dem hessenweiten Netzwerk Gender in der Lehre in Kooperation mit dem ZMI. Interessenten sind herzlich willkommen; der Eintritt ist frei. 

 

 

(14.05.2019, Rahel Schmitz)

Filmfest Giessener First Steps mit Kurzfilmen von Studierenden

Filmfest Giessener First Steps mit Kurzfilmen von Studierenden

Im vergangenen Wintersemester verband das Seminar Media Analysis through Media Creation Theorie mit Praxis: Unter der Leitung von Prof. Greta Olson und mit der Unterstützung der deutschen Schauspielerin und Filmemacherin Lisa Friederich konnten die TeilnehmerInnen der Veranstaltung eigene Kurzfilme drehen.

Unter dem Titel Giessener First Steps – Filmfest featuring Short Films by Students in the Media Analysis Seminar werden diese Filme nun gezeigt. Die Vorführung findet am Freitag, den 3. Mai, von 15:00-18:00 Uhr im Vorlesungssaal A 1, Philosophikum I statt.

Auch in diesem Semester erhalten Studierende erneut die Möglichkeit, in dem Seminar Media Literacy through Media Creation eigene Kurzfilme zu kreieren. Im Rahmen des Co-Teaching-Projekts wird die Veranstaltung erneut von Greta Olson und Lisa Friederich durchgeführt.

 

 

 

 

 


(02.05.2019, Berit Beckers)

Interview: Drei Fragen an... Franziska Schutzbach

Interview: Drei Fragen an... Franziska Schutzbach

Franziska Schutzbach sprach mit dem ZMI darüber, welchen Wert Hashtags wie #MeToo oder #Aufschrei haben, was die Schweiz ihren Frauen schuldig ist und inwiefern Hasskom-mentare zu Wahrnehmungsverzerrung beitragen. Franziska Schutzbach ist Geschlechterforscherin und Soziologin. Sie lehrt an der Universität Basel und der Technischen Universität Berlin. Außerdem ist sie feministische Aktivistin und Bloggerin. Sie gibt das Online-Magazin Geschichte der Gegenwart mit heraus und veranstaltet zweimal im Monat den Feministischen Salon in Zürich und Basel. Sie ist im Vorstand von Terre des Femmes. 2016 initiierte sie mit einigen anderen den Hashtag #SchweizerAufschrei. Kürzlich veröffentlichte sie im Xanthippe Verlag das Buch Die Rhetorik der Rechten. Rechtspopulistische Diskursstrategien im Überblick.



Franziska Schutzbach besuchte das ZMI im Rahmen der Veranstaltung "100 Jahre FrauenWahlRecht: Bewegte Zeiten seit 1918", bei der sie an der Podiumsdiskussion teilnahm. In Bezug auf diese Veranstaltung kommt bald eine Broschüre zu den ersten Akademikerinnen der Universität Gießen heraus, an dessen Konzeption sich die Sektion "Medien und Gender" beteiligt hat.


(25.04.2019, Berit Beckers)

Vortrag: "Gendern in Frankreich: Von der Feminisierung der Berufsbezeichnungen zum inklusiven Schreiben"

Vortrag: "Gendern in Frankreich: Von der Feminisierung der Berufsbezeichnungen zum inklusiven Schreiben"

In der Vortragsreihe der ZMI-Sektion Educational Linguistics sprach Dr. Jutta Hergenhan, wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZMI, am 15. Januar 2019 zum Thema Gendern in

Programm Educational Linguistics 2018/19

Frankreich. Sie befasste sich mit den politischen, gesellschaftlichen und linguistischen Debatten um geschlechtergerechte Sprache in Frankreich seit dem Beginn der 1980er Jahre, mit den grammatischen Ausgangsbedingungen, den konkreten Gestaltungsmöglichkeiten und -grenzen geschlechteregalitärer Ausdrucksweise sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen der heute zunehmend geforderten écriture inclusive.

Wie Jutta Hergenhan ausführte, fand die Debatte um einen veränderten Sprachgebrauch in Frankreich zunächst ausgehend von der „Feminisierung der Sprache“ statt. Damit sollte es Frauen im beruflichen Kontext ermöglicht werden, im Femininum statt im generischen Maskulinum angesprochen zu werden. Im Zuge der Weiterentwicklung der Geschlechtertheorie führte dieses Anliegen schließlich zur Forderung nach einer écriture inclusive: einer „inklusiven Schreibweise“. Diese soll dazu dienen, die Dominanz des Maskulinums in Grammatik und Sprachgebrauch, und perspektivisch auch eine binäre Geschlechterrepräsentation innerhalb der sprachlichen Ordnung zu überwinden. Bis heute kommt es immer wieder zu öffentlichen Auseinandersetzungen um diesen geschlechtergerechten Sprachgebrauch. GegnerInnen des Anliegens – wie etwa die Académie française – argumentieren, dass Sprache sich nur durch ihre „natürliche“ Weiterentwicklung, nicht aber durch aktive Eingriffe verändern sollte. Eine sprachhistorische Betrachtungsweise zeigt jedoch, dass Grammatik keineswegs naturgegeben ist, sondern dass die Regel des generischen Maskulinums im Französischen diskursiv und sprachinstitutionell geschaffen wurde. Hergenhan betonte daher zum Schluss ihres Vortrags, dass Grammatik auch in früheren Jahrhunderten kontrovers diskutiert wurde und sich – nicht zuletzt in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Vorstellungen und Anforderungen an die Sprache – änderte.

 

Dr. Jutta Hergenhan hat gemeinsam mit Prof. Katrin Lehnen das deutsch-französische Forschungsprojekt zu „Geschlechtergerechter Sprache in schulischen Lehrbüchern in Deutschland und Frankreich“ ins Leben gerufen, an dem WissenschaftlerInnen der Universitäten Gießen, Marburg, Paris 13 – Sorbonne Paris Cité und Paris Est Créteil beteiligt sind.

Im Wörterbuch des Politikunterrichts, herausgegeben von Sabine Achour, Matthias Buch, Christian Meyer-Heidemann und Peter Massing im Wochenschau Verlag, erscheint in Kürze Jutta Hergenhans Eintrag zum Begriff „Gender“.

 

(25.04.2019, Berit Beckers)

CfP: "Renegotiating Minoritarian In_Visibilities"

CfP: "Renegotiating Minoritarian In_Visibilities"

Call for Papers für die englischsprachige, interdisziplinäre Konferenz "Renegotiating Minoritarian In_Visibilities" (12.-14. November 2019)

 

In recent years, the relation between visibility and invisibility of minoritarian subject positions has been renegotiated and led to a preliminary re-assessment of the political potential of the concept of visibility. Thereby, invisibility or imperceptibility are subject to significant revaluation. Especially from activist, cultural and political points of view and in the contexts of queer or non-racist politics of migration, attempts have been made to question the topos of visibility and its positive connotations. However, the debate about a possible end of the critique of representation often disregards that politics of becoming imperceptible or invisible can indeed develop new modes of presentation and perception and therefore cannot unfold beyond representation.

In an attempt to distance the renegotiation of minoritarian in_visibilities from post-representational arguments, this conference approaches visibility and invisibility as two mutually entangled and interdependent concepts. By using the underscore in the orthography (in_visibility), we want to highlight two approaches to these terms: On the one hand, the underscore indicates the processual continuum between the two concepts. On the other hand, we want to approach the conceptual gap between visibility and invisibility as a discursive space for the negotiation of ambiguity, vagueness and indeterminacy. The use of the term “minoritarian”, moreover, points towards context-specific processes and situations of structural discrimination due to categories of difference, thus, it highlights the process of becoming-minoritarian. However, without reducing subjects to this position, we ask how a seemingly minoritarian status can be transformed into political agency. Accordingly, our research interests focus on strategies of becoming in_visibile from a minoritarian point of view. The conference will investigate how minoritarian strategies in art and visual culture can undermine hegemonic regimes of representation and challenge the dominant patterns of visibility, assimilation and intelligibility. Recent political developments, be they the worldwide growth of repressive regimes or the neoliberal ideology of the so-called ‘Global North’, together with their accentuation of representation and enforced identity politics, underline the topicality and urgency of this approach.

Following a power-analytical as well as a critical stance toward domination and ideology, the conference will explore the connections between strategies of becoming in_visible in art and visual culture and their potential for developing individual or collective political agencies. The relations between implicit (closed, camouflaged, invisible, etc.) and explicit (blunt, open, visible, etc.) strategies of becoming in_visible and their specific, context-dependent potential for political agency shall be investigated in detailed analyses of case studies.

The societal relevance of this conference is grounded in its investigation of aesthetic strategies that counteract processes of discrimination and stereotyping due to gender, sexuality, race, ethnicity, age and further categories of difference. Considering close connections between academia, art critique/practice and activism, we want to examine the social productivity of images and develop new conceptual approaches for the comprehension of politics and emancipation in art and visual culture.

The conference will deal with the following questions and topics (amongst others):

  • How do strategies of in_visibility in art and visual culture produce and reinforce political agency for minoritarian subject positions?
  • Who is able to utilize in_visibility for political agency? Whom is this strategy denied?
  • How can minoritarian subjects become visible in art and visual culture but avoid subsequent re-discrimination and stereotyping due to their recently acquired visibility?
  • To what extent is it possible to evade intelligible and assimilationist patterns of comprehensibility by using minoritarian politics of in_visibility?
  • Who is in charge of the global circulation and the directions, speed and properties of the dissemination and marketing of minoritarian forms of in_visibility in art and visual culture?
  • How are forms of in_visibility modified by processes of imaging, image formation and mediality?
  • How can we shed light on blind spots; in particular, how can we become aware of ‘our’ ignorance of forms of invisibilities?
  • Is it possible to differentiate various forms and functions of in_visibility from a historical perspective? How and why do these forms change?
  • Analyses of different visual-aesthetic strategies and case studies of in_visibility may refer to the following theories and concepts, without being limited to them: demoulding (= EntFormen) (Fahim Amir and Johanna Schaffer 2012), Mimicry and third space (Homi K. Bhabha (1994), un-disambiguation (= VerUneindeutigung) (Antke Engel 2002), opacity (Glissant 1990), aesthetical ambiguity (Verena Krieger 2010), space-off (Teresa de Lauretis 1999); abstract drag (Renate Lorenz 2014).

 

Conference format:

Connecting theory and practice, the conference will provide spaces for various artistic, scholarly and political forms of exchange. Therefore, we ask for submissions for various forms of contribution (papers for panel discussions, workshops and/or other experimental formats). Seeking trans- and interdisciplinary exchange, we invite proposals from the disciplines of cultural studies, visual communication, art history and theory, art education as well as art practice and aesthetic-political activism, photojournalism, cultural education, history and media studies (amongst others).

Abstracts for contributions should not exceed 400 words and should be accompanied by a brief curriculum vitae of maximum three pages.

Panel presentations are scheduled for 20 minutes and subsequent discussion. Workshops and other experimental formats will take 90 minutes.

A subsequent publication of the contributions is intended.

The three-day conference will take place on November 12–14, 2019 at the Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) of the Justus-Liebig-University Giessen, Germany. The conference is organized by the Research Area Visual and Material Culture Studies of the GCSC. If you need childcare for the duration of or part of the conference, kindly let us know well in advance.

Please send your proposals to

Deadline for submission is April 10, 2019.

For questions, please contact

 

Organisation:

  • Oliver Klaassen (Queer Art Studies, PhD student at the GCSC; Lecturer at various German universities)
  • Jana Tiborra (Art Pedagogy, Research Assistant at the Institute for Art Pedagogy, JLU; PhD student at the GCSC)
  • Katharina Wolf (Contemporary History, PhD student and Research Assistant at the GCSC)
  • Cathérine Ludwig-Ockenfels (Early Modern History, PhD student at the GCSC)

 

 

Selective bibliography:

Amir, Fahim / Schaffer, Johanna (2012): Die Arbeit der Form/losigkeit. Ein ästhetischer Einwand gegen die Affirmation der ‚Unsichtbarkeit‘ oder ‚postrepräsentationaler Politiken‘. In: diskurs: Frankfurter Student_innen Zeitschrift, Heft Nr. 1.12, Dezember 2012 – 61. Jahrgang, 24-30.

Bhabha, Homi K. (1994): The Location of Culture. London.

Engel, Antke (2002): Wider die Eindeutigkeit. Sexualität und Geschlecht im Fokus queerer Politik der Repräsentation. Frankfurt/M.

Glissant, Édouard (2010): Poetics of Relation [1990]. Ann Arbor.

Krieger, Verena (Hg.) (2010): Ambiguität in der Kunst: Typen und Funktionen eines ästhetischen Paradigmas. Köln et al.

Lauretis, Teresa de (1999): Die andere Szene: Psychoanalyse und lesbische Sexualität. Frankfurt a. M.

Lorenz, Renate (2012): Queer Art. A Freaky Theory. Bielefeld.

 

 

 

(05.03.2019, Berit Beckers)

 

Women's March 2019 Frankfurt

Women's March 2019 Frankfurt

Die Sektion Medien und Gender weist auf den Women's March 2019 hin. Von womensmarchglobal.org: women's march

 

"T'S TIME TO MARCH AGAIN 

Liebe Frauen*, liebe Mitstreiter*innen,

seit unserem ersten gemeinsamen March in Frankfurt vor zwei Jahren hat sich viel getan. Wir waren viele, wir waren laut, und wir waren stark!

Am 19. Januar 2019, zu unserem zweiten Jahrestag, wollen wir noch viel lauter, und noch viel größer werden!

Warum? Weil wir auf 100 Jahre Frauenwahlrecht zurückblicken, weil wir als Organisationskomitee vielfältiger geworden sind und eine verstärkte intersektionale Agenda verfolgen. 

Dies ist notwendig, weil wir mit Besorgnis den nationalen sowie internationalen Anstieg und die Normalisierung von rassistischen, antisemitischen, (hetero)sexistischen, und kapitalistischen Angriffe und Diskurse in der Gesellschaft und Politik beobachten. 

Um darauf aufmerksam zu machen und dagegen vorzugehen nehmen wir uns erneut die Straßen Frankfurts. Noch lauter, noch kompromissloser, noch kritischer und noch intersektionaler!

Für eine solidarische und gerechte Gesellschaft. Für eine solidarische und gerechte Welt. Eine Gesellschaft und Welt, in der die marginalisiertesten Stimmen und Bedürfnisse laut und klar im Zentrum unserer feministischen solidarischen Kämpfe stehen. 

IT'S TIME TO MARCH AGAIN! LOUDER & STRONGER!"

 

(18.01.2019, Berit Beckers)

Podiumsdiskussion zum Ergebnis der Midterm Elections in den USA

Podiumsdiskussion zum Ergebnis der Midterm Elections in den USA: "Abstimmung über Trump. Was bedeuten die US-Zwischenwahlen für Trump und für uns?" 

In den USA wurden am 6. November 2018 die Zwischenwahlen abgehalten. Während die Republikaner im Senat einen Sieg davontrugen, mussten sie im Repräsentantenhaus die Kontrolle an die Demokraten abgeben. In diesem Jahr waren die Wahlen von besonderem gesellschaftlichem und politischem Gewicht: Die Midtermsund ihre Ergebnisse können als eine Abstimmung über Trump und seine Präsidentschaft gelesen werden, denn die Zusammensetzung des Kongresses beeinflusst maßgeblich die Handlungsfreiheit des Präsidenten. Könnte eine Erschwerung der Durchsetzung von Trumps innenpolitischen Zielen durch einen geteilten Kongress dazu führen, dass er sich verstärkt der Außenpolitik zuwendet? Macht der Verlust einer Mehrheit im Repräsentantenhaus ein Amtsenthebungsverfahren möglich? 

 

Gleichzeitig spiegelt sich im Ablauf der Wahlen auch die aufgeladene genderpolitische Situation in den Vereinigten Staaten: Von Trumps zahlreichen frauenfeindlichen Äußerungen auf Twitter oder in Pressekonferenzen, über die umstrittenen Kavanaugh-Ford-Anhörungen, bis hin zu Unsicherheiten in Bezug auf reproduktive Rechte und die gleichgeschlechtliche Ehe in Anbetracht des nun konservativ besetzten Obersten Gerichtshofes bestehen hier starke Kontroversen. In diesem Kontext sticht besonders heraus, dass 2018 mehr Frauen für den Senat, das Repräsentantenhaus und für Gouverneursämter kandidierten als je zuvor. Nach der Wahl ziehen nun über 100 dieser Frauen in den Kongress ein und tragen damit zu einer größeren Vielfalt bei: Vertreten sind Veteraninnen, queere Frauen, muslimische Frauen, latein- und afroamerikanische sowie indigene Frauen, und auch Frauen der jüngeren Generation.

 

Über die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen, ihre Bedeutung in Bezug auf Trump und ihren Einfluss auf Gesellschaft und Politik in Europa diskutierten am 11. Dezember 2018 Prof. Helmut Breitmeier (Politikwissenschaft JLU), Ralph C. Freund (Republicans Overseas Germany), Prof. Greta Olson (Amerikanistik JLU), und Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau). Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Dorothée de Nève (Politikwissenschaft JLU). Die Veranstaltung fand im Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstraße 34) statt. Sie war öffentlich und der Eintritt war frei.

 

Einen Gastbeitrag von Prof. Olson in der Frankfurter Rundschau zu diesem Thema finden Sie hier. Der Bericht des Gießener Anzeigers über die Podiumsdiskussion kann hier gelesen werden.

 

(26.11.2018, Berit Beckers)

100 Jahre FrauenWahlRecht

Jubiläumsveranstaltung mit Podiumsdiskussion: "100 Jahre FrauenWahlRecht: Bewegte Zeiten seit 1918"

Plakat 100 Jahre Frauenwahlrecht

Am 12. November 1918 wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht verkündet und damit eine wichtige Grundlage für die politische Gleichberechtigung von Frauen und Männern geschaffen. 100 Jahre später sind Frauen weder im Bundestag noch in den Länder- und Kommunalparlamenten gleichberechtigt vertreten. Demokratische Grundwerte werden wieder in Frage gestellt. Die Dynamik von Fort- und Rückschritten im Kampf um politisch-gesellschaftliche Partizipation stand im Zentrum unserer Podiumsdiskussion zur Feier des historischen Jubiläums.

Neben inhaltlichen Debatten würdigten wir den demokratischen Meilenstein FrauenWahlRecht gemeinsam feierlich und diskutierten über die gesellschaftspolitischen Entwicklungen in diesem Kontext lebendig, kritisch und kontrovers. Kreativ wurden wir dabei von zwei Improvisationstheaterkünstlerinnen aus Berlin begleitet.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) der JLU organisiert.

Es diskutierten: Rebecca Beerheide vom Deutschen Journalistinnenbund aus Berlin, Dr. Jana Günther,  Soziologin von der Technischen Universität Dresden, Christel Riemann-Hanewinckel, Parlamentarische Staatssekretärin a.D., und Franziska Schutzbach, Medienwissenschaftlerin und Geschlechterforscherin an der Universität Basel. Die Moderation übernahm Louisa A. Süß. Die Veranstaltung fand am Montag, den 12. November 2018 ab 17:30 Uhr in der Aula des Hauptgebäudes der Justus-Liebig-Universität in der Ludwigstraße 23 statt. Die Veranstaltung war öffentlich, der Eintritt frei.

 

Nachbesprechungen der Veranstaltung finden sich im Gießener Anzeiger und in der Gießener Allgemeinen. Auch das uniforum, die Zeitung der JLU, hat einen Bericht über die Veranstaltung veröffentlicht (Seite 11).

 

Ein Mitschnitt der Veranstaltung findet sich auf dem YouTube-Kanal des ZMI:


 


(23.10.2018, Berit Beckers)

Podiumsdiskussion #MeToo

Podiumsdiskussion: #MeToo - Überfällige Kritik am Patriarchat oder neuer Puritanismus?

Die Podiumsdiskussion "#MeToo – Überfällige Kritik am Patriarchat oder neuer Puritanismus?" fand am 23. April 2018 um 18 Uhr in der Aula der Justus-Liebig-Universität in der Ludwigstraße 23 in 35390 Gießen statt.

Mitte Oktober 2017 berichteten die New York Times und der New Yorker, dass Filmproduzent Harvey Weinstein von zahlreichen Frauen der sexuellen Belästigung, sexuellen Nötigung und/oder der Vergewaltigung beschuldigt wurde. Die Schauspielerin Alyssa Milano rief betroffene Personen dazu auf, über den Hashtag #MeToo auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt öffentlich zu machen. In den darauffolgenden Tagen, Wochen und Monaten wurde der Hashtag immer häufiger von Personen, die sexuelle Belästigungen oder sexuelle Übergriffe erfahren hatten, genutzt. Die Bewegung, die in den USA begann, verbreitete sich international, so dass #MeToo in mindestens 85 verschiedenen Ländern bei Twitter benutzt wurde. 
In Deutschland setzte die Debatte erst im Januar 2018 ein, als Vorwürfe gegen den deutschen Drehbuchautor und Regisseur Dieter Wedel laut wurden. In Frankreich wurde der #MeToo-Bewegung auch von Männern öffentlich Solidarität ausgesprochen, während andererseits namhafte Schauspielerinnen wie Catherine Deneuve sie als eine "Kampagne der Denunziation" kritisierten.

Um #MeToo und die von der Berufswelt der Medien ausgehende Debatte über sexualisierte Gewalt eingehender zu betrachten, veranstaltete das ZMI am Montag, den 23. April 2018, eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "#MeToo – Überfällige Kritik am Patriarchat oder neuer Puritanismus?". Dabei wurden die durch die Bewegung offengelegten Missstände und damit verbundene mediale Phänomene thematisiert. Zudem ging es um Formen und Inhalte medial vermittelter Kritik an der Bewegung, ihre Verortung in einem breiteren feministischen Kontext und um länderspezifische Ausprägungen der #MeToo-Debatte.

Mit dem Publikum diskutierten Prof. Dr. Greta Olson (Amerikanistik/Anglistik JLU & ZMI), PD Dr. Elisabeth Schäfer-Wünsche (Nordamerikanistik Universität Bonn), Verena Lueken (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Dr. Jutta Hergenhan (ZMI). Die Veranstaltung wurde von der Zentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der JLU, Dr. Nadyne Stritzke, eröffnet. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Dr. Birte Christ (Anglistik JLU). Die Podiumsdiskussion stellte die Auftaktveranstaltung der im Dezember 2017 gegründeten ZMI-Sektion "Medien und Gender" dar.


Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet. Sie können die Diskussion über den YouTube-Kanal des ZMI ansehen:

 

 

Der Gießener Anzeiger berichtete in einem ausführlichen Artikel über die Podiumsdiskussion, der hier nachzulesen ist, und Prof. Dr. Greta Olson gab im Anschluss der Zeitschrift Mittelweg 36 ein Interview zu der Thematik, das in der Ausgabe 4/2018 des Magazins veröffentlicht wurde. Außerdem hat Prof. Olson einen Gastbeitrag mit dem Thema #MeToo in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht, der hier nachzulesen ist.

(23.10.2018, Berit Beckers)

Überblick

Überblick

Sprecherin: Dr. Jutta Hergenhan

Die Sektion „Medien und Gender“ befasst sich mit aktuellen Entwicklungen der Mediengesellschaft aus einer geschlechtersensiblen Perspektive. Geschlecht wird dabei als eine Kategorie betrachtet, die die Gesellschaft fundamental strukturiert (körperlich, sprachlich, rechtlich, sozial). Darüber hinaus spielt die Kategorie Geschlecht auch bei der Analyse anderer gesellschaftlicher Ungleichheitsphänomene (Rassismus, Klassismus, Ableism) und ihrer gegenseitigen Bedingtheit (Interaktivität) eine wichtige Rolle.

Medien spielen eine zentrale Rolle bei der Konstruktion individueller und kollektiver Geschlechteridentität(en). Über Medien erfolgen geschlechtliche Zuschreibungen und werden Stereotype herausgebildet. Gleichzeitig werden insbesondere soziale Medien genutzt, um gegen stereotype Geschlechterbilder zu protestieren, sie zu dekonstruieren und neue Geschlechterbilder herzustellen. Ein wichtiges Forschungsfeld ist in diesem Zusammenhang die Analyse medialer Inszenierung und Verherrlichung von sexualisierter Gewalt, ebenso wie der mediale Protest degegen (z. B. #MeToo, #aufschrei).

Auch die Herstellung medialer Produkte und die Nutzung von Medien besitzen eine Geschlechterdimension, insofern als beispielsweise Männer und Frauen in unterschiedlicher Weise daran beteiligt sind. In diesem Zusammenhang möchten wir informelle Prozesse von Inklusion und Exklusion im Hinblick auf Geschlecht beleuchten, insbesondere in Verbindung mit Digitalisierungsphänomenen. Nicht zuletzt spielen auch Mensch-Maschine-Problematiken eine zentrale Rolle am Schnittpunkt von Medien- und Geschlechterforschung.

Die Sektion richtet ihren Fokus explizit nicht nur auf Geschlechterthematiken des globalen Nordens, sondern besitzt ein methodisch und thematisch breites Forschungsinteresse. Wir sind insbesondere auch neugierig auf Medienthematiken aus den technischen, medizinischen, natur- und humanwissenschaftlichen Disziplinen, bei denen eine Geschlechterdimension vielleicht erst bei näherem Hinsehen erkennbar wird.

 

Nächste Treffen:

Donnerstag, 31. 10. 2019

Donnerstag, 28. 11. 2019

Donnerstag, 23. 01. 2020

jeweils 12-14 Uhr s.t. 

Neuerscheinungen

Neuerscheinungen

Hergenhan, Jutta. Rezension: Bargetz, Brigitte/Kreisky, Eva/Ludwig, Gundula (Hg.): Dauerkämpfe. Feministische Zeitdiagnosen und Strategien (2017). In: Femina Politica, 28. Jg, H. 1/2019, S. 148-150.

 

Greta Olson, Daniel Hartley, Mirjam Horn-Schott, and Leonie Schmidt, eds. (2018). Beyond Gender: Futures of Feminist and Sexuality Studies – An Advanced Introduction. Abingdon: Routledge.