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Nachrufe

Die Justus-Liebig-Universität Gießen mit ihren Fachbereichen und Zentren

wird den Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Das Präsidium der JLU

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Wir gedenken:

 

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Prof. Dr. med. Gerd Wengler †

 

* 13. Januar 1941

† 07. November 2022

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin trauern um Prof. Dr. Gerd Wengler, der am 07. November 2022 im Alter von 81 Jahren verstorben ist.

Nach Abschluss seines Studiums der Humanmedizin in Freiburg im Breisgau im Jahr 1966 wurde Gerd Wengler 1969 an der Universität Freiburg promoviert. Im Anschluss an seine Tätigkeit als Medizinalassistent arbeitete er von 1969 bis 1970 als Assistent am Max-Planck-Institut für Virusforschung in Tübingen. In den darauffolgenden Jahren war er im Rahmen eines Forschungsstipendiums am Schweizer Institut für experimentelle Krebsforschung in Lausanne tätig. Ab 1972 war er wissenschaftlicher Angestellter am Virologischen Institut der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Gießen und im Sonderforschungsbereich „Pathogenitätsmechanismen von Viren“. Im Jahre 1976 habilitierte er sich und wurde 1979 zum Professor ernannt. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2006 hatte er die Professur für Virologie inne. Das wissenschaftliche Wirken von Prof. Dr. Gerd Wengler war national und international anerkannt. Seine Arbeiten wurden in hochrangigen Zeitschriften publiziert. Zusammen mit seiner Frau Gisela Wengler führte er u.a. Studien zur Molekularbiologie von Alpha- und Flaviviren durch und galt als bedeutender Virusforscher. Bei den Studierenden war Prof. Dr. Gerd Wengler ein geschätzter und geachteter Hochschullehrer.
Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

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Prof. Dr. jur. Otto Rudolf Kissel †

 

* 8. Januar 1929

† 1. November 2022

Prof. Dr. Otto Rudolf Kissel, Foto: Evangelische Kirche Hessen-Nassau
Prof. Dr. Otto Rudolf Kissel, Foto: Evangelische Kirche Hessen-Nassau
Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Rechtswissenschaft trauern um
Prof. Dr. jur. Otto Rudolf Kissel, der am 1. November 2022 im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, den beiden juristischen Staatsexamen und der Promotion begann Otto Rudolf Kissel seine berufliche Laufbahn 1956 als Richter am Arbeitsgericht Frankfurt. Von dort wechselte er ins Hessische Ministerium der Justiz und leitete in den Jahren 1963 und 1964 die Vertretung des Landes Hessen beim Bund. Danach übernahm er die Leitung der Abteilung für Privatrecht, öffentliches Recht, Gerichtsorganisation und Gesetzgebungsangelegenheiten im Hessischen Ministerium der Justiz. 1970 wurde er Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main. Im Januar 1981 wurde er zum dritten Präsidenten des Bundesarbeitsgerichts ernannt. Dort übernahm er bis zum seinem Eintritt in den Ruhestand im Januar 1994 den Vorsitz im ersten Senat, der vor allem für das Betriebsverfassungsrecht und das Arbeitskampfrecht zuständig ist. Im Jahr 1982 wurde er zum Honorarprofessor an der Justus-Liebig-Universität Gießen ernannt. Von 1969 bis 1996 war er Präses der Kirchensynode der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Daneben engagierte er sich in zahlreichen Ehrenämtern, unter anderem als Mitglied des Verwaltungsrats des Hessischen Rundfunks und als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Den Fachbereich Rechtswissenschaft hat Otto Rudolf Kissel als ein herausragender Vertreter der arbeitsrechtlichen Praxis in der Lehre und in der Forschung bereichert. Mit Begeisterung und Zuverlässigkeit hat er bis zu seiner Abschiedsvorlesung im Jahr 1997 als Honorarprofessor 30 Semester lang Lehrveranstaltungen vor allem zum arbeitsgerichtlichen Verfahren, zum Gerichtsverfassungsrecht und zum kollektiven Arbeitsrecht gehalten. Dadurch hat er maßgeblich zum Stellenwert des Arbeitsrechts in der Juristenausbildung am Fachbereich beigetragen. Aus seinem umfangreichen wissenschaftlichen Werk sind insbesondere der von ihm begründete und über sechs Auflagen gepflegte Standardkommentar zum „Gerichtsverfassungsgesetz“, sein umfangreiches Handbuch zum „Arbeitskampfrecht“ sowie der Bildband mit Reflexionen über „Die Justitia“ herauszuheben. Den Kollegen des Arbeitsrechts am Fachbereich blieb Otto Rudolf Kissel noch lange über die Beendigung seiner Lehrtätigkeit hinaus persönlich verbunden.
Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Rechtswissenschaft werden Professor Dr. Otto Rudolf Kissel stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

 

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Prof. Dr. Franz-Joseph Meißner †

 

* 16. April 1946

† 29. August 2022

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. Franz-Joseph Meißner, der am 29. August 2022 im Alter von 76 Jahren verstorben ist.

Franz-Joseph Meißner studierte Romanische Philologie, Geschichte, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Köln, Paris, Pavia und Düsseldorf. Im Jahr 1978 wurde er promoviert. 1988 habilitierte er sich an der Universität zu Köln. Er war zunächst u.a. als Gymnasiallehrer und Oberstudienrat tätig. Im Jahr 1995 wurde er an der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Universitätsprofessor ernannt und hatte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2011 die Professur für Didaktik der Romanischen Sprachen und Literaturen inne. In den Jahren 1998 bis 2000 stand er dem Fachbereich zunächst als Prodekan und später als Dekan vor. Darüber hinaus engagierte sich Prof. Dr. Meißner als geschäftsführender Direktor und Leiter des Referats Fremdsprachen im Zentrum für interdisziplinäre Lehraufgaben. Prof. Dr. Meißner trat mit wegweisenden Arbeiten zur didaktischen Lexikographie, zur Didaktik des gesprochenen Französisch und zur Sprachenpolitik hervor. Insbesondere widmete er sich der romanistischen Mehrsprachigkeitsdidaktik, deren konzeptuelle und empirische Entwicklung sowie Verbreitung ihm in besonderer Weise zu verdanken sind. Seine Forschungsarbeit und Mitwirkung in verschiedenen internationalen Projekten fand nationale und internationale Anerkennung und hat zur Profilbildung des Instituts für Romanistik und zur Sichtbarkeit der gesamten Universität beigetragen. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur werden Prof. Dr. Meißner stets ein ehrendes Andenken bewahren. 

 

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Prof. Dr. agr. Jochen Alkämper †

* 28. Mai 1927

† 17. Oktober 2022

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement trauern um Prof. Dr. Jochen Alkämper, der am 17. Oktober 2022 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Jochen Alkämper nahm nach einer Landwirtschaftslehre das Studium der Landwirtschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen auf. 1953 schloss er dieses mit dem Diplom ab und arbeitete anschließend als akademischer Mitarbeiter am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Gießen, wo er im Jahr 1957 promoviert wurde. Nach der Promotion übernahm er 1958 die Leitung des universitären Versuchsfeldes Groß-Gerau und wurde 1962 wissenschaftlicher Assistent. Ab 1966 war er an der Ethio-German Agricultural Research Station Bako/Shoa in Äthiopien tätig, die er später auch leitete. 1970 kehrte er an das Wissenschaftliche Zentrum Tropeninstitut der Universität Gießen zurück, wo er 1972 zum Professor ernannt wurde und sich im Jahr 1976 habilitierte. Er lehrte und forschte hier bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1992.
Während seiner langjährigen Tätigkeit an der Universität Gießen legte Prof. Dr. Jochen Alkämper seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkt insbesondere auf das Gebiet der Organischen Düngung, unter anderem im Zusammenhang mit der Verwendung von Primärwaldabfällen in den Tropen sowie der mechanischen und chemischen Unkrautbekämpfung in Wechselwirkung zur Düngung. Seine Forschungsergebnisse haben vielfach Einzug in die Praxis der Landwirtschaft gefunden. Prof. Dr. Jochen Alkämper beteiligte sich an zahlreichen Projekten und trug durch seine Arbeit sehr zum Ansehen des Wissenschaftlichen Zentrums Tro-peninstitut sowie der gesamten Universität bei. Sein großes Engagement zeigte sich vor allem durch seine regelmäßigen internationalen Forschungsaufenthalte. Prof. Dr. Jochen Alkämper war ein überaus geachteter Hochschullehrer und Wissenschaftler. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanage-ment werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

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Prof. Dr. Horst Brinkmann †

* 13. Mai 1924

† 13. Oktober 2022

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. Horst Brinkmann, der am 13. Oktober 2022 im Alter von 98 Jahren verstorben ist.

Horst Brinkmann studierte Slavische und Englische Philologie an der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. An der Justus-Liebig-Universität führte er ab 1960 als Assistent am Seminar für Englische Philologie sein Studium der Anglistik, Slavistik und Osteuropäischen Geschichte weiter und wirkte beim Wiederaufbau des Englischen Seminars mit. Im Jahr 1963 wurde er promoviert. Zwei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Akademischen Rat und 1969 die Beförderung zum Akademischen Oberrat am Seminar für Englische Philologie in Gießen. 1972 wurde er zum Universitätsprofessor ernannt und hatte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1989 die Professur für Neuere Englische und Amerikanische Literatur inne. Während seiner Tätigkeit stand er dem damaligen Fachbereich Anglistik für ein Jahr als Dekan vor. Prof. Dr. Brinkmann war ein äußerst beliebter Hochschullehrer, dem es mit seiner zugewandten, freundlichen und motivierenden Art stets gelang, bei den Studierenden Interesse und Begeisterung für seine Themen zu wecken. Er blieb vielen von ihnen in sehr guter Erinnerung. Auch nach seinem Ruhestand blieb er dem Institut für Anglistik eng verbunden. Prof. Dr. Brinkmann war ein einzigartiger Wissenschaftler und Kollege. Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur werden Prof. Dr. Horst Brinkmann stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

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Prof. Dr. rer. nat. Roland Friedrich †

* 06. März 1942

† 12. September 2022

Die Justus-Liebig-Universität Gießen, ihr Fachbereich Medizin und das Universitätsklinikum Gießen und Marburg trauern um Prof. Dr. rer. nat. Roland Friedrich, der am 12. September 2022 im Alter von 80 Jahren verstorben ist.

Nach seinem Studium der Biologie in Bonn, Freiburg und Tübingen, das er im Jahr 1969 abschloss, war Herr Prof. Friedrich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Freiburg, San Francisco und Berlin tätig. Im Jahr 1973 wurde er promoviert zum Dr. rer. nat. und habilitierte sich 1985 im Fach “Molekulare Genetik und Virologie“ an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Im Jahr 1986 wurde Herr Prof. Friedrich auf die C3 Professur für Virologie am Fachbereich Medizin der JLU in Gießen berufen und zum Leiter des Funktionsbereichs Molekulare Onkologie im Medizinischen Zentrum für Medizinische Mikrobiologie und Virologie bestellt. Der Verstorbene engagierte sich neben seinen vielfältigen Aufgaben als Wissenschaftler und Hochschullehrer auch in Selbstverwaltungsaufgaben. So war Herr Prof. Friedrich für mehrere Jahre Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Medizinische Mikrobiologie und Virologie und übte diese Aufgabe bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im März 2007 aus.


 

 

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Prof. Dr. phil. Siegfried Filippi †

* 02. Dezember 1929

† 25. August 2022

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie trauern um Prof. Dr. phil. Siegfried Filippi, der am 25. August 2022 im Alter von 92 Jahren verstorben ist.
Siegfried Filippi studierte ab 1953 Mathematik, Physik, Philosophie und Psychologie in Innsbruck. Im Anschluss an seine Promotion im Jahre 1958 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Geometrie und Praktische Mathematik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. 1964 habilitierte er sich und wurde zum Dozenten ernannt. Im selben Jahr ging er in die USA und war dort für die NASA in Huntsville/Alabama und die Georgia Tech in Atlanta tätig. 1968 wurde er zunächst zum außerplanmäßigen Professor und kurz darauf zum wissenschaftlichen Abteilungsvorsteher und Professor an der RWTH Aachen ernannt. Ein Jahr später folgte er dem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen und hatte dort bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 die Professur für Numerische und Instrumentelle Mathematik inne. Er war Mitdirektor des Mathematischen Instituts, Direktor des Rechenzentrums und stand dem damaligen Fachbereich Mathematik dreimal als Dekan vor.

Prof. Dr. Siegfried Filippi zeigte einen hohen Einsatz in Forschung und Lehre. Er leistete u.a. wichtige Beiträge auf dem Gebiet der numerischen Methoden zur Berechnung von Raketenbahnen. Große wissenschaftliche Verdienste hat Prof. Dr. Filippi zudem bei der numerischen Integration von Differentialgleichungen aufzuweisen. Eine mathematische Methode zur Approximation eines Integrals hat den Namen „Filippi-Verfahren“ erhalten. Prof. Dr. Filippi begleitete zahlreiche Studierende bis zum Diplom oder Staatsexamen sowie zur Promotion und Habilitation. Es war ihm ein besonderes Anliegen, seinen über 300 Diplomandinnen und Diplomanden bereits während des Studiums durch regelmäßige Exkursionen und Industriekontakte mögliche Karrierewege aufzuzeigen.

 


 

 

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Prof. Dr. Eduard Alter †

* 21. Juli 1944

† 22. Juni 2022

Foto: Manuel Heinrich

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Justus-Liebig Gesellschaft Gießen trauern um Prof. Dr. Eduard Alter, den ersten Vorsitzenden der Justus-Liebig-Gesellschaft, der am 22. Juni 2022 im Alter von 77 Jahren verstorben ist.

Eduard Alter wurde am 21. Juli 1944 in Karlsbad (heutiges Tschechien) geboren. Im Sommer 1946 war er unter den über zwei Millionen Sudetendeutschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Seine Familie kam zunächst in ein Flüchtlingslager in Lich und wurde dann bei Bauern in Harbach untergebracht. Hier besuchte er auch von 1951 bis 1955 die Grundschule. Sein Abitur absolvierte er 1965 am Aufbaugymnasium in Friedberg. Eduard Alter war Diplom-Chemiker und hat nach seinem Chemiestudium am Institut für anorganische und analytische Chemie der JLU bei Prof. Dr. Rudolf Hoppe promoviert. Auf diese Zeit war er besonders stolz und hat auf sie in vielen persönlichen Gesprächen gerne zurückgeblickt. Eduard Alter zog es dann in die Praxis, wo er von 1973 bis 1980 in der Produktionsabteilung der Erdölchemie GmbH, einer Tochtergesellschaft der Bayer AG in Köln/Worringen, tätig war. Als Betriebsleiter der Ethylenoxidanlagen war er verantwortlich für die Inbetriebnahme der damals größten Anlage der Welt. Seine Unternehmenserfahrungen brachte er von 1980 bis 2014 an der Technischen Hochschule Mittelhessen ein, wo er die Fächer Organische Chemie, Instrumentelle Analytik sowie Kunststoffchemie und -technik am Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik bis zu seiner Pensionierung lehrte.

Im Mai 2013 löste er Prof. Dr. Wolfgang Laqua als Vorsitzenden der Justus-Liebig-Gesellschaft ab, der das Amt zuvor 14 Jahre innegehabt hatte. Eduard Alter setzte sich unermüdlich für alle Belange des Liebig-Museums ein. Insbesondere der Erhalt des Laboratoriums als weltweit bekannte einmalige historische Stätte der Chemie war ihm ein großes Anliegen. Seine Vision, das Labor als Welterbe-Stätte anzuerkennen, hat viele Menschen inspiriert. Die positive Darstellung der Chemie in der Öffentlichkeit und insbesondere die vielfältigen Angebote für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Fachkollegen und Privatpersonen lagen ihm immer sehr am Herzen. Sein Wunsch war es immer, dass möglichst viele Gießener diesen besonderen Ort besuchen, den die ehemalige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei ihrem Besuch im August 2021 als „ein ganz wirkliches Schatzkästchen oder Kleinod von historischer Bedeutung“ würdigte“. Die coronabedingte Absage der 100-Jahr-Feier des Liebig-Museums und seine Schließung für die Öffentlichkeit setzten ihm ganz besonders zu, und er kommentierte seinen Gemütszustand sehr treffend mit „Als wäre plötzlich der Stecker gezogen worden“. Nichtsdestotrotz schob er weitere Aktivitäten, insbesondere im Bereich der Digitalisierung, maßgeblich an.

Mit Hilfe von eingeworbenen Spenden und Fördergeldern des Landes Hessen wird das Liebig-Museums und die Bedeutung von Justus von Liebig für die moderne Chemie inzwischen auf einer zeitgemäßen Homepage auch online dargestellt. Die zukünftige Aufnahme der Liebig-Briefe und weiterer digitalisierter Archivalien in weltweit zugänglichen Datenbanken wird auch die Wissenschaftswelt begeistern. Die internationale Bedeutung und Einmaligkeit des Liebig-Museums wurde 2021 durch die Verleihung des „Historical Landmarks Award 2020 – European Level der European Chemical Society” gewürdigt. Die ersten Vorbereitungen für die Feierlichkeiten wurden noch von Eduard Alter koordiniert. Viele aus Gießen und der Umgebung kannten Eduard Alter persönlich, nicht zuletzt von Treffen auf dem von ihm besonders geschätzten Gießener Wochenmarkt. Auch hier pflegte er en passant seine vielfältigen Kontakte zum Wohle der Liebig-Gesellschaft.

 

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Prof. Dr. theol. Adolf Anton Hampel †

* 7. September 1933

† 12. Juni 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Dr. theol. Adolf Anton Hampel, der am 12. Juni 2022 im Alter von 88 Jahren verstorben ist.

Adolf Anton Hampel studierte ab 1953 Katholische Theologie an der Philosophisch-theologischen Hochschule Königstein und der Päpstlichen Universität Gregoriana Rom. Im Jahr 1962 wurde er promoviert. Noch im gleichen Jahr kehrte er an die Philosophisch-theologische Hochschule Königstein zurück. Dort wirkte er als Assistent und Dozent. 1969 nahm er den Ruf der Justus-Liebig-Universität Gießen auf die Professur für katholische Kirchengeschichte und Moraltheologie an. Zeitweise engagierte er sich auch als Dekan an seinem Fachbereich. Prof. Dr. Hampel bettete sozialethische und politikwissenschaftliche Fragestellungen in ihre geschichtlichen und kirchenpolitischen Kontexte ein. Das Verhältnis von Kirche und Staat reflektierte er mit einem spezifischen Blick auf Ost- und Südosteuropa, der sich nicht zuletzt in einer Reihe einschlägiger Publikationen widerspiegelt. Auch nach seinem Ruhestandseintritt im Jahr 1995 blieb ihm die politische Einheit Europas in Ost und West ein Anliegen. Im Jahr 1977 war er an der Gründung der Deutschen Korczak-Gesellschaft e. V. beteiligt. Wegen seiner profunden Kenntnisse der Länder des ehemaligen Ostblocks wurde er bei kirchlichen und politischen Entscheidungsträgern gleichermaßen geschätzt. Als Vertreter der Ökumene, der die Reformbedürftigkeit der eigenen Kirche nie aus den Augen verlor, genoss er hohes Ansehen als kritischer Berater. Seit 1974 sanierte er mit Gleichgesinnten das vom Haus Braunfels über-nommene Schloss Hungen. Die Stadt Hungen verlieh Prof. Dr. Hampel im Juli 2021 das Ehrenbürgerrecht, um sein unermüdliches Engagement für soziale Belange zu würdigen.

 

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Prof. Dr. rer. nat. Udo Haack †

 

* 13. Januar 1940

† 9. März 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um
Prof. Dr. rer. nat. Udo Haack, der am 9. März 2022 im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Udo Haack studierte ab 1959 Geologie in München und Innsbruck und wechselte 1960 an die Universität Göttingen, um dort sein Studium in Mineralogie fortzusetzen. Das Studium schloss er 1965 mit dem Diplom ab. Im Jahr 1968 wurde er ebenfalls an der Universität Göttingen promoviert. Es folgte ein Aufenthalt am Laboratory for Space Physics an der Washington University in St. Louis, USA, als Visiting Assistant Professor. Ab 1970 war er als Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Göttingen tätig, wo er sich 1975 habilitierte. 1978 wurde er zunächst zum außerplanmäßigen Professor und zwei Jahre später zum Professor ernannt. Nach seiner langjährigen Tätigkeit an der Universität Göttingen folgte er 1987 dem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen. Dort hatte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2005 die Professur für Isotopengeochemie/Geochemie-Petrologie inne und engagierte sich als Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geowissenschaften und Lithosphärenforschung. Während seiner wissenschaftlichen Karriere wurde Prof. Dr. Haack u.a. die Ehre zuteil an der Washington University an den ersten Mondproben zu forschen. Er trug dazu bei, Erkenntnisse über die Elementverteilung der kosmischen Strahlung und über die Erosions- und Umwälzraten an der Mondoberfläche zu gewinnen. Darüber hinaus unternahm er Forschungen am Damara-Orogen in Namibia, Afrika und führte Forschungsarbeiten über Blei-Isotope am Laboratoire de Géochimie Isotopique der Universität Montpellier in Frankreich durch. Prof. Dr. Haack beteiligte sich außerdem an den vorbereitenden Untersuchungen zu einem kontinentalen Tiefbohrprogramm. Er erweiterte stets seine wissenschaftlichen Felder und befasste sich beispielsweise mit der Datierung von Gesteinen sowie mit Themen der Archäometrie und Umweltforschung.



 

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Prof. Dr. phil. Bernhard Jendorff †

 

* 23. September 1940

† 27. Februar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um
Prof. Dr. phil. Bernhard Jendorff, der am 27. Februar 2022 im Alter von 81 Jahren verstorben ist.

Bernhard Jendorff studierte Katholische Theologie, Latein und Philosophie an den Universitäten Mainz und Frankfurt am Main. 1966 legte er die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien ab. Nach seiner zweiten Staatsprüfung 1968 wurde er im Jahr 1969 promoviert. Noch im gleichen Jahr nahm er seine Tätigkeit als Studienrat im Hochschuldienst an der Justus-Liebig-Universität Gießen auf. 1972 erfolgte die Berufung auf die Professur für Religionspädagogik. Im Laufe seiner Dienstzeit nahm Prof. Dr. Jendorff zwei Amtszeiten als Dekan des früheren Fachbereichs Religionswissenschaften wahr. In den Jahren 1972 bis 1977 war er außerdem an die damalige Gesamthochschule Kassel, die spätere Universität Kassel, teilabgeordnet, wo er maßgeblich am Aufbau der Lehramtsstudiengänge „Religion“ mitwirkte. Im Jahr 2002 trat Prof. Dr. Jendorff in den Ruhestand. Innerhalb der Religionspädagogik setzte sich Prof. Dr. Jendorff entschieden für die Etablierung und Weiterentwicklung der Korrelationsdidaktik ein. Seine Publikationstätigkeit galt vor allem der Einbindung theologischer und philosophischer Kernthemen in den religionspädagogischen Diskurs. Prof. Dr. Jendorff erachtete nicht nur die Kirchengeschichte als relevant für den Religionsunterricht, sondern auch die biblischen Grundlagen oder kirchliche Kontroversen. Seine Studierenden schätzten ihn stets als anspruchsvollen und präzisen Lehrer.