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Artikelaktionen

Otto Behaghel-Professur

Otto Behaghel-Professur

Otto Behaghel-Professur

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Inhaber der Otto Behaghel-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen

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Prof. Dietmar Rösler – Foto: JLU-Pressestelle / Rolf Wegst
Prof. Dr. Dietmar Rösler

Zentrum für Medien und Interaktivität

Ludwigstraße 34

35390 Gießen

Tel.: +49 641 99 16350

Fax: +49 641 99 16359

E-Mail: dietmar.roesler

Staff:

Prof. Dr. Dietmar Rösler wurde im Wintersemester 2017/ 2018 als erster Amtsinhaber auf die Otto Behaghel-Professor berufen. Von 1996 bis 2017 lehrte Dietmar Rösler an der Justus Liebig-Universität Deutsch als Zweit- und Fremdsprache. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen das Verhältnis von gesteuertem und natürlichem Fremdsprachenlernen, Interkulturelle Kommunikation, Technologie und Fremdsprachenlernen, Grammatikvermittlung und Lehrmaterialanalyse.

Dietmar Rösler ist Direktoriumsmitglied des ZMI und Sprecher der Sektion 3 Educational Linguistics.

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Moodle-Modul zu Unterrichtsmethoden für die Ausbildung von Deutschlehrkräften weltweit

Beitrag der JLU zum Projekt Dhoch3 des DAAD abgeschlossenBildschirmfoto 2019-11-02 um 15.05.22.png

Finanziert vom Auswärtigen Amt haben in den letzten Jahren acht an deutschen Universitäten angesiedelte Professuren für Deutsch als Fremdsprache das digitale Angebot Dhoch3 entwickelt. Es richtet sich an Hochschullehrende und Studierende auf Masterniveau weltweit, besonders an Standorten, an denen die akademische Deutschlehrerausbildung gerade aufgebaut wird. Jedes der acht Module befasst sich mit einer bestimmten Thematik, die Module werden interessierten Hochschulen auf Moodle kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit diesen Modulen, deren Entwicklung jetzt abgeschlossen ist, bietet der DAAD Germanistiken im Ausland Einheiten an, die sich in bestehende Strukturen und in neue Studiengänge integrieren lassen.  

Von der JLU haben Prof. Rösler und Fillipa Buda in Zusammenarbeit mit dem Team von Prof. Nicola Würffel der Universität Leipzig die Entwicklung des ersten Moduls übernommen, das in die Methoden und Prinzipien der Fremdsprachenvermittlung einführt.  

 

 

Mehrsprachigkeit und digitale Medien

Wenn man in der Datenbank des Marburger Informationszentrums für Fremdsprachenforschung das Suchwort 'Mehrsprachigkeit' eingibt, erhält man 1928 Treffer, bei 'digitalen Medien' 3288. Wenn man 'Mehrsprachigkeit' und 'digitale Medien' kombiniert, bleiben 66 Treffer.  Die beiden Themen scheinen in der Forschung nicht intensiv zusammengedacht zu werden. Was bisher behandelt worden ist, hat Dietmar Rösler in einem Überblick zusammengefasst: den Umgang mit der sprachlichen Vielfalt im Internet, die Vorteile digitaler Publikationsmöglichkeiten für mehrsprachige Projekte, die Arbeit mit digitalen Ressourcen in der Mehrsprachigkeitsdidaktik, die Entwicklung der Klassiker der Mehrsprachigkeitsdidaktik, ‚Galanet‘ und ‚EuroCom‘,  die eine Lernplattform für die panromanische Interkomprehension bieten, den Fokus auf rezeptive Mehrsprachigkeit am Beispiel adaptiver Kinderliteratur und faszinierende Beispiele für Code-Switching beim gesteuerten Englischlernen, die die Abkehr von der dogmatischen Einsprachigkeit in der Englischdidaktik unterstützen. Nachzulesen in Dietmar Röslers Beitrag ‚Mehrsprachigkeit und digital gestütztes Lehren und Lernen fremder Sprachen‘ im neuen von Christiane Fäcke und Franz-Joseph Meißner herausgegebenen Handbuch Mehrsprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik

 

Laudatio auf Förderpreisträgerin des Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preises

 

ZMI-Team mit starken Beiträgen auf der Konferenz der Fremdsprachenforscher

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Foto: Selmin Hayircil / ZMI

Vom 25. bis 28. September fand in Würzburg die 28. Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung statt. Ihr Rahmenthema: Sprachen, Kulturen, Identitäten: Umbrüche durch Digitalisierung? Das ZMI war gleich mit drei Vorträgen vertreten: Selmin Hayircil analysierte, wie ausländische Studierende an deutschen Universitäten in ihrem deutschsprachigen Alltag ihre Smartphones nutzen, um zu kommunizieren und um ihren Deutscherwerb voranzutreiben. Tamara Zeyer hatte auf der 27. Konferenz gezeigt, wie Lernende eine interaktive und animierte Lernsoftware zum Grammatiklernen auf der Grundstufe nutzen. Diese Daten aufnehmend zeigte sie, wie sich im Kontext der Digitalisierung die Lehrwerkanalyse wegbewegt von der bisher eher werkanalytischen Vorgehensweise hin zu einer rezeptionsanalytischen, der es gelingt, die tatsächliche Vielfalt der Nutzung digitaler Materialien von Lernenden zu beschreiben und zu systematisieren. Und schließlich stellten Tamara Zeyer und Dietmar Rösler die ersten Ergebnisse ihrer Studie zum Mediennutzungsverhalten erfolgreicher Fremdsprachenlernender vor; diese Studie ist Teil des am ZMI angesiedelten, vom HMWK geförderten Projekts zum Deutscherwerb erfolgreicher studieninteressierter Geflüchteter.

 

Lehrmaterialanalyse: Vortrag für Deutschlehrkräfte in Griechenland

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Foto: Ellinogermaniki Agogi


Am 13. und 14. September fand die elfte Konferenz für griechische Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache in Pallini unter dem Motto stand statt: Effizienter, kooperativer, kommunikativer: Deutsch als Fremdsprache heute. Ausrichter der Veranstaltung war die Ellinogermaniki Agogi in Kooperation mit dem Goethe-Institut Athen, der Zentralstelle für Auslandsschulwesen und dem panhelladischen DeutschlehrerInnenverband. Professor Dietmar Rösler eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag zur Geschichte und den Aufgaben und Methoden der Lehrmaterialanalyse, wobei Gemeinsamkeiten und Unterschiede der werkanalytischen und der rezeptionsanalytischen Vorgehensweisen für Printlehrwerke und digitale Lernmaterialien diskutiert wurden.

 

 

Kinderliteratur im Fremdsprachenunterricht

Dass man mit Kinderliteratur im Fremdsprachenunterricht für Kinder und mit Jugendliteratur im Fremdsprachenunterricht für Jugendliche arbeitet, scheint einleuchtend. Aber wie sieht es mit Kinderliteratur im Unterricht mit Erwachsenen aus? Wann ist es legitim, mit gekürzten Fassungen zu arbeiten? Darf man mit literarischen Texten Grammatik vermitteln? Welche Rolle spielen Bilderbücher bei der Vermittlung von Landes- und Kulturkunde? Was ist bei der Arbeit mit zweisprachigen kinderliterarischen Texten zu beachten? Das sind einige der Fragen, für die Emer O’Sullivan (Leuphana Universität Lüneburg) und Dietmar Rösler in ihrem Beitrag Kinder- und Jugendliteratur für den neuen, im de Gruyter Verlag erschienenen Band Literaturdidaktik der Reihe ‚Grundthemen der Literaturwissenschaft‘ den Stand der Forschung zusammenfassen.

 

Fortbildung im Tessin

Für italienischsprachige Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache in der Schweiz führte Prof. Rösler eine zweiteilige Fortbildung durch, die die Verbindung von Grammatikvermittlung und inhaltlich und kommunikativ interessanten Kontexten zum Thema hatte. Nach einer Überblicksveranstaltung im September 2018 standen im August 2019 die Präsentationen von Praxiserkundungsprojekten im Mittelpunkt, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Unterrichtsversuche, die sie im Laufe des Jahres durchgeführt hatten, vorstellten und diskutierten. 

 

Smartphone, Virtual Reality, Assistenzsysteme: Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien heute und in der nahen Zukunft

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Foto: Selmin Hayircil / ZMI

 

Mit aktuellen und in der nahen Zukunft zu erwartenden Tendenzen des Fremdsprachenlernens mit digitalen Medien befasste sich vom 11. bis 13. Juli 2019 die sog. TechAG, eine inzwischen internationale Gruppe von Forscherinnen und Forschern, die vor 22 Jahren als informelles Treffen der von Prof. Michael Legutke und Prof. Dietmar Rösler betreuten Gießener DoktorandInnen begann, die sich mit dem zu dieser Zeit exotischen Gegenstand Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien befassten.

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Foto: Tamara Zeyer / ZMI

 

Beiträge der in Leipzig und Wien arbeitenden Kolleginnen befassten sich mit der Frage, wie digitale Kompetenz in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und in der Hochschuldidaktik verankert werden kann. Torben Schmidt und Carolin Blume berichteten vom beeindruckenden Lüneburger Projekt der Multiperspektivischen Unterrichtsvideos in der Lehrerbildung, mit dem ein weitaus komplexerer Blick auf Unterricht möglich wird, als dies in den meisten videographischen Projekten zur Zeit der Fall ist.

 

Das ZMI war mit drei Beiträgen vertreten. Zur Frage, wie Deutschlernende ihr Smartphone außerhalb des Unterrichts nutzen, um im Alltag zu bestehen, stellte Selmin Hayircil erste Ergebnisse ihres Promotionsprojekts vor. Tamara Zeyer und Dietmar Rösler gaben Einblicke in ihr Forschungsprojekt zur Mediennutzung erfolgreich Deutsch lernender studieninteressierter Geflüchteter. Und Ralph Zoth löste mit seiner Einführung in die Welt der Virtuellen Realität, die von den Teilnehmenden begeistert erprobt wurde, eine intensive und kreative Diskussion über zukünftige Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie beim Fremdsprachenlernen aus. Perfekt organisiert wurde auch die diesjährige Tagung von Tamara Zeyer.

 

Häufigkeit ist nicht alles. Kriterien für die Auswahl von Wortschatz für den Anfängerunterricht

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Foto: Tamara Zeyer / ZMI

Die 4000 häufigsten Wörter des Deutschen sorgen für eine Textdeckung von 95%, heißt es. Ein beruhigender Satz für Deutschlerner, der riesige Wortschatzberg scheint so besser erklimmbar. Aber: Wenn ein Deutschlerner in China einem deutschen Besucher die dortigen Essgewohnheiten erklären möchte, braucht er Wörter wie Klebreisrolle und gefüllte Dampfnudel. Die befinden sich natürlich nicht unter den Top-4000. Ebenso wenig wie Teile des Wortschatzes, den Lokführer und Pflegekräfte auf dem Weg nach Deutschland durch ihren Berufsbezug schon früh benötigen. Und dass, wie Gerhard Augst in seinem gerade erschienenen Buch ‚Der Bildungswortschatz. Darstellung und Wörterverzeichnis‘ nachgewiesen hat, auch der überwiegende Teil des deutschen Bildungswortschatzes in den Frequenzlisten einen schweren Stand hat, zeigt, dass auch Deutschkurse für Studienbewerber sich nicht allein auf nach Häufigkeit sortierende Wortschatzlisten verlassen können. 

In seinem Vortrag  ‚Wortschatzerwerb im Sprachnotstandsgebiet A - warum die schönen Frequenzlisten allein leider nicht ausreichen‘ diskutierte Dietmar Rösler die verschiedenen Kriterien, die man bei der Bestimmung des Wortschatzes für bestimmte Lernergruppen mit bestimmten Lernzielen heranziehen muss. Das geschah im Rahmen der eintägigen Tagung Bildung – Sprache – Wortschatz, die am 5. Juli 2019 als Abschiedskolloquium für Prof. Gerhard Augst an der JLU stattfand, organisiert von Prof. Helmuth Feilke.

 

Forschungsprojekte zum Deutscherwerb studieninteressierter Geflüchteter: Koordinationstreffen der hessischen DaF-Professuren in Kassel

Seit gut einem Jahr finden an den Lehrstühlen für Deutsch als Fremdsprache der hessischen Universitäten Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Kassel und Marburg Forschungsvorhaben zur wissenschaftlichen Untersuchung unterschiedlicher Szenarien statt, in denen Geflüchtete Deutsch lernen und Bildungsgänge durchlaufen, um sich erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert diese Forschungsprojekte im Rahmen des Hessischen Aktionsplans zur Integration von Flüchtlingen. Das Gießener Projekt untersucht in der ersten Phase die Rolle, die die digitalen Medien beim Deutschlernen erfolgreicher Lerner spielen. Prof. Dietmar Rösler und Dr. Tamara Zeyer nahmen am 28. Juni in Kassel am Koordinationstreffen der fünf Projekte teil, auf dem der aktuelle Stand der Forschung in den jeweiligen Projekten und Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit diskutiert wurden.

 

Vortrag und Workshop an der Tongji-Universität Shanghai

Workshop Shanghai 1
Foto: Julia Weber
Workshop Shanghai 2
Foto: Julia Weber

 

 

 

Auf Einladung von Professor Jin Zhao, der Leiterin der Deutschen Fakultät der Tongji-Universität, und der Zweigstelle Shanghai der Gesellschaft für deutsche Sprache hielt Prof. Rösler am 11. Juni einen Vortrag mit dem Titel Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien -  Individualisierung, Differenzierung, Kooperation, der sich mit den neueren Entwicklungen des Fremdsprachenlernens mit digitalen Medien befasste. Am folgenden Tag stand ein Expertengespräch mit denjenigen Kolleginnen und Kollegen der Tongji auf dem Programm, die sich mit der Entwicklung von MOOCs für das Fremdsprachenlernen befassen. Am 14. und 15. Juni schließlich folgte auf dem chinesisch-deutschen Campus in Zusammenarbeit mit Julia Weber, DAAD Lektorin an der Tongji, ein zweitägiger Workshop zur Arbeit mit Dhoch3, einem Angebot des DAAD zur Ausbildung von Deutschlehrkräften weltweit, an dessen Entwicklung die JLU-DaF-Professur beteiligt ist. 

Globale Methoden, lokale Lerntraditionen – Eröffnungsvortrag auf dem japanischen Germanistentag

Japan Germanistentag
Foto: Marco Raindl

Unter dem Titel ‘Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie lieber Ihren lokalen Didaktiker - globale Methoden und Prinzipien der Fremdsprachenvermittlung und die Vielfalt des Lehrens und Lernens vor Ort’ beschäftigte sich Prof. Rösler am 8. Juni auf der Frühlingstagung der Japanischen Gesellschaft für Germanistik in Tokio mit der Frage, wie sich als universal verstehende Konzepte des Fremdsprachenlernens und Lerntraditionen konkreter Regionen in der Aus- und Fortbildung von Deutschlehrkräften in einen produktiven Dialog gebracht werden können. 

Nach einem kritischen Blick auf die Diskussion globaler Methoden der Fremdsprachenvermittlung im 20. Jahrhundert stand vor allem die Frage im Vordergrund, welche Auswirkungen die zunehmende Medialisierung des Alltags der Lernenden auf deren Lernverhalten, Konzepte der Fremdsprachenvermittlung und die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften hat und haben wird. 

Performative Fremdsprachendidaktik?

Als Manfred Schewe in den frühen 1990er Jahren Elemente des britischen Theatre in Educationaufnahm und als ‚Dramapädagogik‘ für das Fremdsprachenlernen fruchtbar machte, ließ sich nicht erahnen, wie weitgehend sich die manchmal als ‚alternativer Ansatz‘ klassifizierte Beschäftigung mit der Inszenierung als wesentlichem Aspekt des Fremdsprachenlernens durchsetzen und Teil des Mainstreams der Fremdsprachendidaktik werden würde. Einen Überblick über diese Entwicklung und die sich verändernden Fragestellungen und Praktiken der inzwischen performative Fremdsprachendidaktik genannten Konzeption gibt Dietmar Rösler in seinem Artikel Performative Fremdsprachendidaktik als Leitprinzip des Fremdsprachenlernens?in dem von Susanne Even, Dragan Miladinovic und Barbara Schmenk herausgegebenen Sammelband Lernbewegungen inszenieren: Performative Zugänge in der Sprach-, Literatur- und Kulturdidaktik, der 2019 zu Ehren von Manfred Schewe im Narr Verlag erschienen ist.


Feedback beim Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien – Vortrag auf dem ungarischen Deutschlehrertag

Feedback-Ungarn
Foto: ELTE, Budapest

Im Gegensatz zu gedruckten Lehrwerken kann digitales Lehrmaterial direkt auf Eingaben der Lernenden reagieren, also eine Art Feedback geben. Ein unbestreitbarer Vorteil, möchte man glauben, aber warum gibt es dann in der fremdsprachendidaktischen Fachliteratur einen Begriff wie ‚Feedbackverdrossenheit‘? Und warum kann man als erfahrene Lehrkraft manchmal bei im Internet kostenfrei zugänglicher Lernsoftware bei deren Reaktion auf Lernereingaben nur ungläubig mit dem Kopf schütteln? 

Feedback erhält man als Fremdsprachenlerner im Klassenzimmer von den Lehrkräften und den anderen Lernenden. Auch beim Lernen mit digitalen Medien können diese als Feedbackgeber aktiv sein, als Online-Tutoren oder Kommunikationspartner in telekollaborativen Projekten. Das wirft Fragen auf: (Wie) verändert sich Feedback durch Lehrkräfte und andere Lernende, wenn die Kommunikation digital verläuft? Wie motivierend aber auch wie demotivierend kann es sein? 

Das waren einige der Fragen, die Prof. Rösler in seinem Vortrag auf der Jahrestagung des ungarischen Deutschlehrerverbandes am 11. Mai in Budapest behandelte.

Humor und Komik im Fremdsprachenunterricht?

Lachen ist ja angeblich nicht nur gesund, sondern auch ein Beförderer von Motivation für das Fremdsprachenlernen und Koproduzent eines guten lernfreudigen Klimas im Klassenzimmer. Aber wenn man einen Witz langsam Schritt für Schritt erklären muss, verliert er seine Witzigkeit, wenn eine Komik generierende Inkongruenz nicht verstanden wird, kommt es zu einem falschen Textverständnis, wenn die Offenkundigkeit einer falschen Aussage nicht erkannt wird, wird Ironie evtl. nicht für Ironie, sondern für Lüge gehalten usw. Und wie riskant für Lehrkräfte ist heutzutage die Arbeit mit Texten, die Komik durch den Einsatz nationaler Stereotype produzieren? Mal ganz abgesehen vom berühmt-berüchtigten Stereotyp, dass die Deutschen keinen (Sinn für) Humor haben? Es gibt also durchaus gewichtige Bedenken, die dafür sprechen, dass eine von Lehrkräften vielleicht gewünschte Verwendung von komischen Elementen im Fremdsprachenunterricht in manchen Situationen vielleicht weniger willkommen ist als ursprünglich geplant oder sogar den gegenteiligen Effekt erzeugt.

Einen Überblick über den Stand der Forschung zu den vielen unterschiedlichen Vorkommensweisen und Funktionen von Humor im und für den Fremdsprachenunterricht gibt Dietmar Rösler in seinem Artikel: Nichts zu lachen? – Komik und Humor im gesteuerten Fremdsprachenlernen. Erschienen in dem von Eva Burwitz-Melzer, Daniela Caspari und Emer O’Sullivan herausgegebenen Sammelband Komik in der Kinder- und Jugendliteratur.

 

Workshop in Hanoi: Gute Vorträge und Diskussionen auf internationalen Konferenzen

Hanoi
Prof. Rösler mit Dr. Dang Thi Thu Hien, der Leiterin der Abteilung für Deutsche Sprache (2. v. l.), und Kolleginnen.

Wie ‚überlebt‘ man seine ersten Vorträge und die sich daran anschließenden Diskussionen auf internationalen Konferenzen? Wie geht man mit ‚schrägen‘ Fragen um, die relativ wenig mit dem zu tun haben, worüber man gesprochen hat? Wie reagiert man auf Angriffe, wie auf Lob, auf das  keine Frage folgt? Was muss man beachten, wenn man die Diskussionsleitung übernimmt?

Das waren einige der Fragen, die vom 21.-23. März 2019 in einem Workshop  für die Germanistinnen und Germanisten der Deutschabteilung der Universität Hanoi behandelt wurden. Der Workshop fand im Rahmen der von Prof. Mathilde Hennig eingeworbenen Germanistischen Institutspartnerschaft der JLU mit der Universität Hanoi statt. Er basiert auf einem von Prof Rösler für das GCSC entwickelten Konzept, nach dem im Rahmen einer Konferenzsimulation, bei der die Teilnehmenden die Rollen als Vortragende, Diskussionsleiter und Diskussionsteilnehmende übernehmen, alle für sie relevanten Fragen zum Verhalten auf internationalen Konferenzen angesprochen und systematisch behandelt werden. 

Nachwuchstagung der Fremdsprachenforscher an der JLU

DGFF Nachwuchstagung 2019
Foto: Jan Simon Schäfer / JLU

Dr. Tamara Zeyer und Selmin Hayircil gehörten zum Organisationsteam des Gießener Kolloquiums Fremdsprachendidaktik und Sprachlehrforschung, das dieses Jahr die Nachwuchstagung der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung an die JLU holte. Die Tagung wurde mit einer Podiumsdiskussion über Zukunftsperspektiven in der Fremdsprachenforschung eröffnet. Danach konnten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus unterschiedlichen Fremdsprachendidaktiken ihre Projekte in sechs thematisch ausgerichteten Sektionen oder in Datensitzungen zu Erhebungs- und Auswertungsmethoden der qualitativen und quantitativen Forschung präsentieren und mit eingeladenen Expertinnen und Experten diskutieren. Zum zweitägigen Programm am 12. und 13. März gehörten auch Vorträge zu den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Auswertungssoftware sowie zur Forschungsethik. In einer der Sektionen stellte Selmin Hayircil ihr Forschungsprojekt zum außerschulischen Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien vor. 

Lernmaterialien und Medien – Neubearbeitung des Moduls zur Lehrerfortbildung des Goethe-Instituts

Lernmaterialien und Medien Deutsch Lehren Lernen, das Fortbildungsangebot des Goethe-Instituts für Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache, das auf eine Expertise der JLU-Professuren Michael Legutke und Dietmar Rösler zurückgeht, hat sich seit seiner Einführung 2012 zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Mit der Printversion und in Online-Kursräumen per Moodle wurden in der ganzen Welt Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt. Jetzt beginnen die Überarbeitungen. Zur Zeit wird das Modul, das sich mit der Rolle von Lernmaterial und der Bedeutung der digitalen Medien für das Deutschlernen beschäftigt, aktualisiert und überarbeitet. Dies geschieht in Kooperation von Prof. Dietmar Rösler und Prof. Nicola Würffel, Universität Leipzig. Ende 2019 soll die neue Fassung vorliegen.

Grammatik, Inhalt, Kommunikation – das schwierige Verhältnis der großen Drei des Fremdsprachenlernens

Wer anfängt, eine neue Fremdsprache zu lernen, hat viel Interessantes sagen – oft auch in mehreren Sprachen, bloß nicht in der, die er gerade lernt. Inhaltlich ist der Anfängerunterricht zumeist unterfordernd, wenn man etwas Differenziertes über die Zielkultur sagen möchte, muss man in eine andere Sprache wechseln – was unter dem Gesichtspunkt des Sprachenlernens nicht unbedingt die beste Lösung ist.  

Die Fremdsprachendidaktik ist mit dieser Problematik auf unterschiedliche Weisen umgegangen. Lange war das Lernen auf Vorrat die gängige Praxis – man lernt erst einmal die korrekten Formen, über relevante Inhalte sprechen kann man dann später. Unter Motivationsgesichtspunkten nicht unbedingt das optimale Vorgehen. Gegen dieses Vorratslernen setzte sich Mitte der 1970er Jahre der kommunikative Ansatz durch und wurde zum Mainstream. Mit der Nebenwirkung, dass manchmal die Arbeit an der Form zu wenig Beachtung findet. 

Mit dem schwierigen Verhältnis von Grammatik, Inhalt und Kommunikation und der Frage, wie im Kontext der Digitalisierung eine neue Balance zwischen den drei erreicht werden kann, befasste sich Prof. Rösler in seinem Plenarvortrag auf dem Weltkongress der Deutschlehrer in Fribourg im August 2018. Nachzulesen ist der Vortrag jetzt hier.

European Studies in Hongkong evaluiert

Als Teil eines fünfköpfigen Teams aus vier Kontinenten evaluierte Prof. Rösler das Department of Government and International Studies der Baptist University Hongkong.  Die Beschäftigung mit dem deutschsprachigen Raum in Forschung und Lehre ist dort Teil der European Studies, wobei im Studiengang intensiver Spracherwerb des Deutschen und die inhaltliche Beschäftigung mit Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Geschichte des deutschsprachigen Raums kombiniert werden.

Content and language integrated learning (CLIL), in Deutschland zumeist bezogen auf  Schulcurricula diskutiert, wird dort zur Antwort auf die Frage, die (fast) jede Regionalwissenschaft umtreibt: Wie kann man ermöglichen, dass Studierende ohne Vorkenntnisse in der Fremdsprache  diese im Studium intensiv lernen, ohne dass das Studium auf Spracherwerb reduziert wird, damit fachliche Kenntnisse und Praxisrelevanz nicht zu kurz kommen? Prof. Hess und seine Mitstreiter in Hongkong waren vor 20 Jahren Pioniere dieser Entwicklung.


Digitale Medien in Integrationskursen an Deutschen Volkshochschulen

Am 19. und 20. November 2018 fand die Fachtagung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes “Digitales Lernen in Grundbildung und Integration” in Köln statt. Dr. Tamara Zeyer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten; leitete den Workshop zum Thema “Digitale Medien im Sprachunterricht - Von der Idee zum Konzept”, in dem das Potenzial der digitalen Medien für die Sprachförderung von DaF-/DaZ-Lernenden besprochen wurde. Es wurde darüber diskutiert, wie digitale Medien in die Arbeitskontexte der Workshopteilnehmenden sinnvoll eingebunden werden könnten.

 

Workshops für studieninteressierte Geflüchtete: Kommunikation an der Universität

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Foto: Christian Gerndt / Buddyprogramm der JLU
Im Rahmen des Buddyprogramms der JLU wurden studieninteressierten Geflüchteten und internationalen Studienbewerbenden im November zwei Workshops zum Thema “Deutsch für die Uni” unter der Leitung von Dr. Tamara Zeyer, Wissenschaftlicher Mitarbeiterin im HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten;  angeboten. In den Workshops wurden strukturelle Aspekte deutscher Hochschulen mit dem besonderen Fokus auf die Kommunikation an der Universität besprochen. Die Teilnehmenden lernten Kommunikationsstrategien in unterschiedlichen Kontexten (in Seminaren, mit Professoren und per E-Mail) kennen und konnten sie in verschiedenen Übungen und Aktivitäten während des Workshops anwenden.

 

 

 

Paradigmenwechsel und ihre Folgen

Nicht nur in den Kulturwissenschaften, auch in der Fremdsprachenforschung ist das leichtfertige Behaupten von immer neuen Turns oder Paradigmen ein beliebtes akademisches Vorgehen. Vom Paradigmabegriff im Kuhnschen Sinne ist dabei wenig übrig geblieben, er rutscht ab ins akademische Marketing.  Welche Auswirkungen dies für die Forschung und die Praxis des Fremdsprachenunterrichts  hat, diskutiert Dietmar Rösler in: The only turn worth watching in the 20th century is Tina Turner’s. How the sloganisation of foreign language research can impede the furthering of knowledge and make life difficult for practitioners. In: Schmenk, Barbara/Breidbach, Stephan/Küster, Lutz (Hrsg): Sloganization in Language Education Discourse. Bristol: Multilingual Matters, 2018, 42-56.


Germanistische Begegnungen: Prof. Dietmar Rösler moderiert Sektion Deutsch als Fremdsprache

BonnJährlich führt der Deutsche Akademische Austauschdienst eine Begegnungstagung durch, auf der sich Germanisten aus einer bestimmten Region mit germanistischen Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland mehrere Tage lang zu einem intensiven Austausch treffen. Dabei stehen sowohl fachliche Themen als auch die Entwicklung der Germanistik in der jeweiligen Region auf dem Programm. Nach Nordamerika im letzten Jahr waren bei der diesjährigen Tagung in Bonn vom 18. bis 21. Oktober die Slowakei, Tschechien und Ungarn die Partnerländer.

In seiner Eigenschaft als Mitglied des Beirats Germanistik des DAAD leitete Dietmar Rösler dabei zusammen mit seiner tschechischen Kollegin Prof. Hana Andrášová von der Südböhmischen Universität České Budějovice die Sektion Deutsch als Fremdsprache, in der in großer thematischer Breite sowohl Forschungsarbeiten zu Lehr-/Lernprozessen und Motiven für das Deutschlernen als auch kontrastive Fragestellungen behandelt wurden.

Werkstattgespräche Deutsch als Fremdsprache

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Foto: Selmin Hayircil / ZMI
Wer anfängt, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, kann didaktische Unterstützung gebrauchen. An sechs Tagen, beginnend mit dem 1. November, bietet Dr. Tamara Zeyer, Mitarbeiterin im HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten,  in diesem Wintersemester in den Räumen des Akademischen Auslandsamts Einführungen in ausgewählte unterrichtsbezogene Themen und Möglichkeiten zur Reflexion der eigenen Praxis an. Zur Auswahl stehen die folgenden Themen: Medien und Apps im DaF-Unterricht, Aussprachetraining, Unterrichtsplanung, Wortschatz- und Grammatikerwerb, Lieder im DaF-Unterricht, Lernen mit Bewegung, Förderung der Mündlichkeit und Kreatives Schreiben. Genauere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findet man hier.

Weiterbildung für hessische Lehrkräfte im Fach Deutsch als Zweitsprache – drei Jahre intensiver Einsatz des Fachgebiets Deutsch als Fremdsprache der JLU kommt zu einem Ende

2015 begann die Hessische Lehrkräfteakademie mit einer Reihe von einjährigen Weiterbildungsveranstaltungen für das Fach Deutsch als Zweitsprache. Hessische Lehrkräfte mit dem Fach Deutsch oder einer Fremdsprache erarbeiteten sich das Erweiterungsfach Deutsch als Zweitsprache. In den letzten vier Jahren durchliefen insgesamt elf Gruppen mit jeweils ca. 35 Teilnehmenden das Programm.

Das Konzept wurde in enger Abstimmung mit Prof. Dietmar Rösler entwickelt. Das Gießener DaF-Team – Prof. Rösler, Dr. Tamara Zeyer, Sandra Köppen, Fillipa Buda – übernahm die Veranstaltungen zu Themen wie Grammatikvermittlung, die Rolle digitaler Medien beim Zweitspracherwerb, dramapädagogische Vermittlungsformen, Formen und Bedeutung des Input, Zielgruppenbezug von Lehrwerken, Mehrsprachigkeits- und Spracherwerbstheorien, zielsprachige Normen und Umgang mit Fehlern. Teilnehmende, die nicht das Fach Deutsch vertraten, erhielten zusätzlich eine intensive Schulung zur deutschen Sprache, veranstaltet von Prof.Mathilde Hennig und ihrem Team.

Zentral für jede Gruppe: ein sog. Praxiserkundungsprojekt, in dem die TeilnehmerInnen ein von ihnen selbst bestimmtes Thema bearbeiteten, das ihnen in ihrer Praxis besonders unter den Nägeln brannte.

Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien – Jahrestreffen in Rauischholzhausen

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Foto: Selmin Hayircil / ZMI

Vor 21 Jahren begann es als informelles Treffen der von Prof. Michael Legutke und Prof. Dietmar Rösler betreuten Gießener DoktorandInnen, die sich mit dem zu dieser Zeit exotischen Gegenstand Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien befassten. Die DoktorandInnen von damals haben die JLU verlassen und betreuen inzwischen selbst die nächste ForscherInnengeneration und so trafen sich am 27. und 28. Juli 2018 TeilnehmerInnen aus Braunschweig, Hanoi, Heidelberg, Hongkong, Leipzig, Lüneburg, Siegen, Tokio und natürlich Gießen zu einem produktiven Austausch über aktuelle Projekte, perfekt organisiert von Dr. Tamara Zeyer.

Diskutiert wurden unter anderem Fragen der Gamifizierung, des Stellenwerts des digitalen Selbstlernens, der Aufgabengestaltung in Online-Umgebungen und der Konsequenzen, die die Digitalisierung für die Lehrerbildung hat.  Auch das große, gerade anlaufende Kooperationsprojekt  Integrated Language Learning & Social Awareness, das die Baptist University Hongkong mit verschiedenen Universitäten in Europa, u.a. mit der JLU, durchführt, wurde vorgestellt.  Der nicht-akademische Höhepunkt der Tagung: die gemeinsame Suche nach dem roten Mond der totalen Mondfinsternis, die aufgrund der Wetterverhältnisse zu einer kleinen Nachtwanderung durch die Umgebung Rauischholzhausens wurde.

Neues Forschungsprojekt am ZMI

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert die Erforschung der Rolle digitaler Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten

Wie kann die Verwendung digitaler Medien innerhalb und außerhalb des Unterrichts den Deutscherwerb verbessern? Wie kann die Nutzung von Smartphones bei der Bewältigung von kommunikativen Herausforderungen im universitären Alltag zur Basis für einen Unterricht werden, der genauer auf die Lebenswelt der Lernenden bezogen ist? Welchen Beitrag leisten digitale Medien zu einem erfolgreichen Übergang vom Sprachkurs ins Studium? Wie können sie studienbegleitend erfolgreiches Studieren in den ersten Semestern unterstützen?

Dies sind die leitenden Fragestellungen eines neu an der Otto-Behaghel-Seniorprofessur angesiedelten Forschungsprojekts. Es ist eines von fünf Projekten an den Universitäten Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Kassel und Marburg, die im Rahmen des hessischen Aktionsplans zur Integration von Flüchtlingen und Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert werden. Geplant ist eine Kooperation mit dem Akademischen Auslandsamt, das Deutschkurse für studieninteressierte Geflüchtete anbietet.

Projektteam: Prof. Dietmar Rösler, Dr. Tamara Zeyer, Selmin Hayircil, M.A., Merve Usta, M.A.

Verbesserung der Ausbildung von Lehrkräften für Deutsch als Fremdsprache weltweit

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Foto (v. r. n. l.): Prof. Dietmar Rösler, Filippa Buda, M.A., Gießen und Natallia Baliuk M.A. Leipzig (C) Foto: Andreas Paasch / DAAD

DAAD gibt Startschuss für eine neue Lernplattform zur Unterstützung von Deutsch als Fremdsprache Studiengängen außerhalb des deutschsprachigen Raums.

Eingeleitet von einem ebenso amüsanten wie lehrreichen Blick in die Zukunft der digitalen Geisteswissenschaften durch den Baseler Digital Humanities Forscher Gerhard Lauer hoben DAAD und Auswärtiges Amt am 4. Mai in Berlin ihr ambitioniertes Projekt Dhoch3 aus der Taufe.  Mit diesem Projekt soll die akademische Ausbildung von Lehrkräften für Deutsch als Fremdsprache an Schulen und Hochschulen weltweit unterstützt werden. Der DAAD reagiert damit auf das steigende Interesse an gut ausgebildeten Lehrkräften für Deutsch als Fremdsprache.

Acht deutsche Universitäten kooperieren bei der Erstellung von acht Studienmodulen, die auf einer kostenlosen Moodle-Lernplattform für angehende Lehrkräfte bereit liegen.  Der Vorteil dieser Plattform: die angebotenen Texte und Aufgaben können von den Lehrenden vor Ort leicht an ihre eigenen Bedürfnisse angepasst werden, virtuelle Kursräume ermöglichen in der Ausbildung Interaktionen der zukünftigen Lehrkräfte.

Aus Gießen beteiligen sich Otto-Behaghel-Seniorprofessor Dietmar Rösler und Filippa Buda M.A in Kooperation mit der Universität Leipzig an diesem Projekt, sie zeichnen für das erste Modul verantwortlich.  Darin werden die grundlegenden Methoden und Prinzipien des Fremdsprachenlernens vorgestellt, es wird gezeigt, dass bestimmte Aspekte plötzlich in den Vorder- und andere in den Hintergrund treten und dass bestimmte Aspekte nach ihrer Einführung zum selbstverständlichen Bestandteil des Unterrichts werden, während andere bald kaum noch Beachtung finden. Die Nutzer und Nutzerinnen dieses Moduls werden die Kompetenz entwickeln, Methoden und Prinzipien im Hinblick auf ihre Relevanz für die jeweiligen Fremdsprachlernsituation einzuschätzen und die Diskussion um methodische Großformen mit der Diskussion um das angemessene methodische Vorgehen auf der Mikroebene zu verknüpfen.

Erste Erprobungen der Module in Europa und Asien haben gezeigt, dass ein großes Interesse an diesem Angebot des DAAD besteht. Interessenten finden ausführlichere Informationen auf: https://www.daad.de/der-daad/unsere-aufgaben/deutsche-sprache/foerderprogramme/de/54105-das-projekt-dhoch/

Antrittsvorlesung der Otto Behaghel-Seniorprofessur von Prof. Dr. Dietmar Rösler

Digitalisierung und Gamifizierung? Das Fremdsprachenlernen in Bildungsinstitutionen scheint seltsam unberührt von den Entwicklungen, die andere Bereiche des Lebens erfasst haben. Disruptive Innovationen Fehlanzeige. Vokabellernen auf dem Handy, ein paar Serious Games am Horizont, Selbstlernprogramme außerhalb von Schule und Hochschule viel mehr ist nicht. Bleibt das so? Werden das sich ändernde außerschulische Mediennutzungsverhalten, die technologische Entwicklung und die Möglichkeiten, die Big Data bieten, auch das institutionelle Fremdsprachenlernen radikal verändern? Mit Konsequenzen für Lehrerrolle und Stundentafeln, für das Verhältnis von Alleinlernen und Lernen in der Gruppe und für das Zusammenspiel von formellem und informellem Lernen? Haben sie Auswirkungen auf den Lebensweltbezug des Unterrichts, so dass die Unhintergehbarkeit der Künstlichkeit des Lernens im Klassenzimmer doch ein Stück weit hintergangen werden kann?

 

Mittwoch, den 24. Januar 2018, 18 Uhr c.t.

Margarete Bieber Saal, Ludwigstr. 34, 35390 Gießen 

Antrittsvorlesung Behaghel Seniorprofessur

Vita

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Prof. Dietmar Rösler – Foto: JLU-Pressestelle / Rolf Wegst

Nach dem Studium der Publizistik, Germanistik und Politologie an der Freien Universität Berlin (FU Berlin) ging Dietmar Rösler zunächst als Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an das University College Dublin und danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Peter Eisenberg an das Institut für Germanistik der FU Berlin, wo er in dem damals noch sehr jungen Fach Deutsch als Fremdsprache promovierte. Von 1986–1996 war er Hochschullehrer am German Department des Londoner King’s College, von dort wechselte er auf die Professur für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an der Justus Liebig-Universität.

In Gießen übernahm Rösler die Verantwortung für das Fachgebiet und den Studiengang Deutsch als Fremdsprache und entwickelte zusammen mit Professor Henning Lobin, dem langjährigen Direktor des ZMI, den Masterstudiengang Sprachtechnologie und Fremdsprachendidaktik, in dem die Studierenden gleichzeitig in Computerlinguistik und Fremdsprachenforschung ausgebildet werden, einen im deutschsprachigen Raum einzigartigen Studiengang. Intensiv wurde in den 20 Jahren seines Wirkens die Zusammenarbeit mit der Germanistik in Asien ausgeweitet, davon zeugen unter anderem eine direkt nach Dienstantritt beginnende und bis heute fortgeführte Kooperation mit der Baptist University in Hongkong, eine Gastprofessur an der Jawaharlal-Nehru-Universität in Neu-Delhi, die Betreuung von DoktorandInnen aus Asien und, oft in Kooperation mit dem DAAD oder dem Goethe-Institut, vielfältige Fortbildungen für DeutschlehrerInnen und GermanistInnen in Asien, vor allem in Vietnam.

Neben dem Forschungsfokus Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien, den Dietmar Rösler in seinen zwanzig Jahren an der JLU kontinuierlich ausgebaut hat, spielte seit 2015 die Weiterbildung von hessischen DeutschlehrerInnen im Fach Deutsch als Zweitsprache in seinem akademischen Leben eine wichtige Rolle: Für die Lehrkräfteakademie hat er eine einjährige Weiterbildung für hessische DeutschlehrerInnen im Fach Deutsch als Zweitsprache konzipiert und intensiv auch selbst in ihr unterrichtet.

Publikationen

Publikationen

Die vollständige Publikationsliste ist hier zu finden.

Monographien (Auswahl)

(mit Emer O'Sullivan) Kinder- und Jugendliteratur im Fremdsprachenunterricht. Stauffenburg. Tübingen 2013.

Deutsch als Fremdsprache. Metzler. Stuttgart 2012.

(mit Nicola Würffel) Online-Tutoren. Kompetenzen und Ausbildung. Narr. Tübingen 2010.

E-Learning Fremdsprachen - eine kritische Einführung. Stauffenberg. Tübingen 2004.

(mit Markus Biechele, Stefan Ulrich und Nicola Würffel) Internet-Aufgaben Deutsch als Fremdsprache. Klett. Stuttgart 2003.

Deutsch als Fremdsprache außerhalb des deutschsprachigen Raums. Ein (überwiegend praktischer) Beitrag zur Fortbildung von Fremdsprachenlehrern. Narr. Tübingen 1998.

Herausgeberschaften

(mit Nicola Würffel, Hg.) Blended Learning. Kombiniertes Lernen im Fremdsprachenunterricht. Themenheft der Zeitschrift Fremdsprache Deutsch Heft 42, 2010.

(mit Michael Legutke) Fremdsprachenlernen mit digitalen Medien. Beiträge des Giessener Forschungskolloquiums. Narr. Tübingen 2003.

(mit Emer O'Sullivan) Deutsch als Fremdsprache mit Kinder- und Jugendliteratur. Themenheft der Zeitschrift Fremdsprache Deutsch 14, 2002.

(mit Lothar Bredella, Franz-Joseph Meißner und Ansgar Nünning) Wie ist Fremdverstehen lehr- und lernbar. Narr. Tübingen 2000.

(mit Derek Glass und John White) Berlin - Literary Images of a City/Berlin - Eine Großstadt im Spiegel der Literatur. Schmidt. Berlin 1989.

Jugendbücher

(mit Emer O'Sullivan) Switch - wer ist hier wer? Rowohlt. Reinbek 2008.

(mit Emer O'Sullivan) I like you - und du? Rowohlt. Reinbek 1983.

Aufsätze

Grammatik, Kommunikation, Inhalt. Freunde, nicht Gegner“. In: Peyer, Elisabeth/Studer, Thomas/Thonhauser, Ingo (Hrsg.): IDT 2017. Band 1. Hauptvorträge. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 2019, 112-122. 

Performative Fremdsprachendidaktik als Leitprinzip des Fremdsprachenlernens?“. In: Even, Susanne/Miladinovic, Dragan/Schmenk, Barbara (Hrsg.): Lernbewegungen inszenieren: Performative Zugänge in der Sprach-, Literatur- und Kulturdidaktik. Tübingen: Narr, 2019, 45-55.

The only turn worth watching in the 20th century is Tina Turner’s. How the sloganisation of foreign language research can impede the furthering of knowledge and make life difficult for practitioners. In: Schmenk, Barbara/Breidbach, Stephan/Küster, Lutz (Hrsg.): Sloganization in Language Education Discourse. Bristol: Multilingual Matters, 2018, 42-56.

Nichts zu lachen? – Komik und Humor im gesteuerten Fremdsprachenlernen. In: Burwitz-Melzer, Eva/Caspari, Daniela/O’Sullivan, Emer (Hrsg.): Komik in der Kinder- und Jugendliteratur. Wien: Präsens, 2018, 43-62.

„CALL und CMC - verschwimmen die Grenzen?“. In: Zeyer, Tamara/Stuhlmann, Sebastian/Jones, Roger D. (Hrsg.): Interaktivität beim Fremdsprachenlernen und -lehren mit digitalen Medien. Hit oder Hype. Narr: Tübingen, 2016, 69-86.

„Nähe und Distanz zur Mündlichkeit in der fremdsprachendidaktischen Diskussion. Versuch einer Annäherung“. In: Deutsch als Fremdsprache 53. 2016, 135-149.

„Studienbegleitender Deutschunterricht in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen an Universitäten außerhalb des deutschsprachigen Raums“. In: Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht 20, 2015, 7-20.

„Medialer Wandel, didaktische Konstanz? Zur Entwicklung von Online-Kooperationen am Beispiel der DaF-Studiengänge der Universität Gießen“. In: Informationen Deutsch als Fremdsprache, 6. 2014, 489-501.

„Sprachnotstandsgebiet A – Herausforderungen an die Fremdsprachenforschung“. In: Zeitschrift für Fremdsprachenforschung 24, 2013, 149-168.

„Das zweisprachige Seminar. Zur Integration von Sprach- und Fachvermittlung im universitären Fremdsprachenstudium“. In: Martinez, Hélène/Reinfried, Marcus (Hrsg.): Mehrsprachigkeitsdidaktik gestern, heute und morgen. Narr: Tübingen, 2006, 227-235.

„Fremdsprachenlernen außerhalb des zielsprachigen Raums per virtueller Realität“. In: Fritz und Jucker (Hrsg.): Kommunikationsformen im Wandel der Zeit. Niemeyer: Tübingen, 2000, 121-135.

(mit Emer O'Sullivan) „Stereotype im 'Rückwärtsgang': Zum didaktischen Umgang mit Heterostereotypen in kinderliterarischen Texten“. In: Bredella, Lothar/Delanoy, Werner (Hrsg.): Interkultureller Fremdsprachenunterricht: Das Verhältnis von Fremdem und Eigenem. Narr: Tübingen, 1999, 312-321.

Forschung

Projekte

Forschungsschwerpunkte

  • Verhältnis von gesteuertem und natürlichem Zweit- und Fremdsprachenlernen
  • Lehrmaterialanalyse
  • Interkulturelle Kommunikation
  • Grammatikvermittlung 
  • Technologie und Fremdsprachenlernen

Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten

Entwicklung neuer Studienmodule

Wissenschaftsorganisation

Wissenschaftsorganisation

Sprechstunden

Sprechstunden

 

Sprechstunden im Wintersemester 2019/2020

jeweils mittwochs von 14 bis 15 Uhr

16. Oktober

23. Oktober

30. Oktober

13. November

27. November

11. Dezember

15. Januar

29. Januar

5. Februar


Wilhelm Maximilian Otto Behaghel

Wilhelm Maximilian Otto Behaghel

Wilhelm Maximilian Otto Behagel

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Bildarchiv der Universitätsbibliothek Gießen und des Universitätsarchivs Gießen

Wilhelm Maximilian Otto Behaghel wurde am 03. Mai 1854 in Karlsruhe geboren. Der Sohn eines Oberkirchenrats absolvierte 1872 seinen Militärdienst im badischen Regiment, bevor er sich von 1873 bis 1876 seinem Studium widmete.

Im Jahr 1876 wurde Behaghel promoviert. Seine Promotionsschrift behandelte ein syntaktisches Problem "Die Modi im Heliand. Ein Versuch auf dem Gebiet der Syntax". Behaghel habilitierte sich 1878 mit der Schrift "Die Zeitfolge der abhängigen Rede im Deutschen", die sich ebenso mit der Syntax beschäftigte.

Otto Behaghel war im Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert dreimal Rektor der Universität Gießen. Nach dem Studium der germanischen, romanischen und klassischen Philologie in Heidelberg, Paris und Göttingen wurde er zunächst Professor in Basel, bevor er von 1888 bis 1925 in Gießen lehrte und forschte.

Behaghel erreichte außerdem große Bekanntheit durch die Formulierung der Behaghelschen Gesetze, auf welche bis heute im Rahmen der Thema-Rhema-Gliederungs-Forschung und der quantitativen Linguistik noch häufig Bezug genommen wird.

Nach ihm ist die Straße benannt, an der die meisten geisteswissenschaftlichen Institute der Universität liegen. Otto Behaghel war ein Germanist, der sich sowohl mit Sprache als auch mit Literatur beschäftigt hat. Seine wichtigsten Schriften befassen sich mit der Geschichte der deutschen Sprache und der deutschen Syntax.

Mehr Informationen über Wilhelm Maximilian Otto Behaghel lesen Sie hier.