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Vom Hasen Wildpret seind zwenzigerley Speisz vnd Trachten zu machen

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*** Marx Rumpolt, New Kochbuch 1581, fol. 61b_ff. (Vom Küniglein & Caninchen)
*** u:e etc. = u mit e darüber (entspricht modernem ü)
*** Kursivdruck = aufgelöste Abbreviaturen
*** Texterfassung und Korrektur: Martina Grasse, Thomas Gloning
*** Copyright: You may use and distribute this version for non-commercial
*** purposes, provided that this header is included in the file
*** Hinweise zum Text an: thomas.gloning@germanistik.uni-giessen.de
***********************************************************

<<61b>>

(...)

Von einem Ku:eniglein seind eilfferley Speiß
vnd Trachten zu machen. [Abb]

I.
GEbraten/ es sey kalt oder warm/ ist es auff beyde manier gut.

2. Eyngemacht in seinem Schweiß/ oder in schwartzem/
es sey su:eß oder saur/ wie man die Hasen eynmacht in einem
Pfeffer vnd Schweiß.

3. Eyngemacht in seiner eygenen Bru:eh mit Pettersilgen.

4. Ku:eniglein in Pasteten/ es sey kalt oder warm.

<<62a>>

5. Eyngemacht in einem gelben Gescharb/ es sey von Mandeln oder
Epffeln/ mit Zwibeln durcheinander gehackt/ vnd geschweißt/ mit Butter
angemacht/ gelb/ vnd fein sa:eurlich/ mit klein Schwartzen Rosein/ vnnd guter
Rindtfleischbru:eh/ die nicht versaltzen/ nimm eyngebrennt Mehl darein/ vnnd
laß miteinander sieden. Vnnd wenn das Ku:eniglein gebraten ist/ so schneidt
es in das gescharb/ laß darmit sieden/ so wirt es wolgeschmack vnd gut. Vnd
ein solches Ku:eniglein kan man braten/ vnnd in Epffel schneiden/ oder in ein
Mandelgescharb/ vnd damit kochen lassen/ Oder mit Ziweben eyngemacht
fein su:eß/ so ist es gut vnd wolgeschmack.

6. Gera:euchert oder geselcht Ku:eniglein/ kalt oder warm/ ist auff beyde
manier gut/ auch vnter gru:enen Kra:eutern zu kochen/ es sey Spenat/ gru:en oder
weissen Ko:el.

7. Kno:edel vom Ku:eniglein weiß oder gelb/ oder fein braun eyngeda:empffet
in einem Pfeffer/ oder auch in ein Gescharb von Epffeln oder Mandeln/
saur oder su:eß/ ist es gut zu essen.

8. Auch gelb eyngemacht/ mit gesaltzen Limonien/ oder weiß mit Limonien/
oder eyngeda:empfft/ wenn es gebraten/ daß mans zerschneidt vnd
zerlegt.

9. Auch Kno:edel Pasteten/ es sey weiß oder gelb/ in ein auffgesetzte
Pasteten.

10. Du kanst auch ein Schwartzes machen von dem Ku:eniglein/ laß
den Schweiß mit Lungen vnd Leber sieden/ machs an mit gelindem Gewu:ertz/
fein su:eß/ so ist es gut vnd lieblich zu essen.

11. Wiltu ein lebendig Ku:eniglein eynmachen/ in eine Pasteten/ so mach
ein Teig an mit weissem oder schwartzem Mehl/ das ist sta:ercker vnd Fester/
treib die Pasteten so hoch auff/ daß das Ku:eniglein kan darinnen sitzen. Vnd
wenn du die Pasteten hast auffgetrieben/ so mach sie gar voll Kleien/ Mach
darnach den Deckel daru:eber/ scheuß in Ofen/ vnd backs/ nimms herauß/ vnd
laß kalt werden/ vnnd wenns kalt ist/ so schneidt vnten auff dem Boden ein
Loch/ schu:et die Kleyen herauß/ so wirdt sie hol. Mach das Loch so groß/ daß
du kanst das Ku:eniglein hinein schieben. Vnd wenn du es wilt aufftragen/ so
scheub das Ku:eniglein hinein/ setz in eine Schu:essel/ vnd laß auff ein Tisch tragen.
Vnd du mußt mit dem Fu:erschneider reden/ daß er die Pasteten auff
dem Tisch auffschneidt/ wenns auffgeschnitten ist/ so springt
es herauß/ so ist es fein ho:efflich vnd
zierlich.

<<62b>>

Von einem Caninichen. [Abb]

VOn einem Caninichen kanstu alle Speiß/ die du von einem Ku:eniglein
gemacht/ zurichten/ denn sie seind einander nicht fast vnehnlich.

Von einem Eichhorn. [Abb]

Von einem Eichhorn kanstu nemmen zum Gebraten/ eynmachen/
vnd in ein Pasteten eyngeschlagen/ vnd kalt lassen werden/
so ist es gut vnnd
wolgeschmack.